Hallo Stefan,
zu Deinen beiden Fragen einige Bemerkungen.
Briefschach:
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und auf den Servern des Deutschen Fernschachbunds (BdF) und der International Correspondence Chess Federation (ICCF) nachgesehen, was man dort zu dem Thema "Computerunterstützung bei Fernschach-Partien" meint.
Nirgends in dem Regelwerk, weder in der Spielordnung, noch in Turnierordnung, Mannschafts-Turnierordnung, eMail-Zusatzregeln, Fax-Zusatzregeln und Server-Zusatzregeln ist das Thema erwähnt. Daraus kann man folgern, daß im Briefschach *alle* Hilfsmittel erlaubt sind.
Im Forum des Bdf unterhält man sich vorwiegend über Schreibfehler (kein Wunder bei der wenig intuitiven Partie-Notation) und den Konsequenzen.
Schließlich habe ich aber doch eine Aussage gefunden, nämlich in der offiziellen FAQ, und damit gleichzeitig eine offizielle Stellungnahme des BdF-Turnierbüros.
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Ich zitiere:
Ist der Einsatz von Schachcomputern erlaubt?
Genauso wenig, wie der Zugriff auf sämtliche Schachliteratur, Partiendatenbanken oder der Rat eines guten Freundes verboten ist, ist auch die Verwendung von Schachcomputern untersagt. Selbst wenn ein solches Verbot bestehen würde, wäre dessen Einhaltung ohnehin praktisch nicht kontrollierbar und zu ahnden. Im Gegensatz zum normalen Brettschach ist es im Fernschach sogar wünschenswert und trägt zur Hebung der Spielstärke erheblich bei, wenn sich der Fernschachspieler aller gängigen greifbaren Hilfsmittel bedient, um den einzig richtigen Zug zu finden.
Der Computereinsatz beim Fernschach sollte so verstanden werden, dass er den Spieler bei dessen eigenen Analysen hilfreich durch Zugvorschläge oder Nachprüfung unterstützt, aber keinesfalls anstelle des Spielers die Partie spielt. In dem Augenblick nämlich, wo ein Fernschachspieler zum Handlanger seines Computers wird und der Zug nicht mehr Produkt seiner geistigen Schöpfung ist, wird das Fernschachspiel für ihn zu Farce. Schon bald wird dann ein solcher Schachfreund sich nicht mehr über den Sieg seines Computers freuen können; vielmehr wird er sich über die sinnlosen Portokosten mehr und mehr ärgern und den Computer beiseite stellen.
Zitat Ende
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Auf anderen Servern - vor allem den Servern, die Quasi-Nahschach anbieten - ist man weniger tolerant. Schach.de droht jedem, der Computerunterstützung in Anspruch nimmt, mit dem Ausschluß. Dies ist verständlich, denn eine Bullet-, Blitz- oder Schnell-Partie gegen einen taktisch versierten Computer macht in der Tat wenig Freude.
Das bringt mich zu der zweiten Frage, wie man Computerunterstützung erkennen kann. Natürlich kann man einem einzelnen Zug nicht ansehen, wer ihn sich ausgedacht hat - unter den menschlichen Spielern gibt es Großmeister und auch Anfänger. Allerdings gibt es - wenn man die ganze Partie analysiert - gewisse Indizien für die Verwendung eines Computers. Schach.de behauptet, gewisse Analyse-Techniken zu besitzen, mit denen man Computer-Partien erkennen kann.
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Ich zitiere:
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Schach.de verwendet eine Reihe von automatisierten Analysetechniken, um Partien im Nachhinein auf Verwendung von Schachprogrammen zu untersuchen. Es gilt: "In dubio contra reo". Im wiederholten Verdachtsfall wird der Zugang gesperrt, da Computerbetrug eine erhebliche Beeinträchtigung der Spielkultur auf dem Server darstellt.
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Zitat Ende
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Ich glaube nicht an diese Analysetechniken, aber ich bin auch nicht bereit, die Probe auf's Exempel zu machen. Vielleicht können die Initiatoren / Programmierer von Chessmail.de - quasi von Mann zu Mann - hier einmal nachhaken.
Gruß
pw1938