Deine Argumentation hinkt, lieber toby84.
Bleiben wir bei dem Bsp:
- das Turnier ist ausgeschrieben mit einer Bedenkzeit von 3 Tagen/Zug;
- die GBZ beträgt 50 Tage (für die Gesamtheit seiner Züge hat er also 50 x 24 h/d = 1.200 Stunden (!!) Zeit).
1. Fall:
Spieler x ist ein "normaler Durchschnittsspieler" und zieht 1 x pro Tag. Sobald er am Zug ist, laufen beide Uhren von Spieler x, und werden beide gestoppt, sobald er gezogen hat. Nach 20 Tagen hat er also ca. 20 Züge gemacht. (Achtung: Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass Gegner y mehrmals am Tag zieht!)
Da er gegen Spieler y schon ab und zu gespielt hat, weiß er, dass das Spiel vsl. mehr als 60 Züge lang dauern wird, und kann das auch schon nach den ersten 20 Zügen ungefähr abschätzen.
Sprich wenn er genau so weiterspielt - also 1 Zug pro Tag - läuft seine GBZ nach dem 50. Zug aus, sprich das Plättchen fällt, und er hat verloren.
Er muss also nun häufiger pro Tag ziehen (was vermutlich auch die Mehrheit der cm-Mitglieder macht!).
Nehmen wir an, er ist ne Woche krank, und kann nur jeden 3. Tag einen Zug machen (um die 3 Tage-Regel nicht zu verletzen!)....sprich, dann sind 7 Tage vergangen und er hat nur 3 Züge in der Woche hingekriegt .
D.h. es sind nun ca. 27 Tage von seiner GBZ weg, er hat aber erst den 23. Zug gemacht.
Ab jetzt zieht er in dem Spiel mehrmals am Tag, weil er ja aus der Erfahrung weiß, dass die Spiele gegen y durchaus >60 Züge haben, und weil er nicht durch das fallende GBZ-Plättchen verlieren will.
Am 40. Tag seiner GBZ hat er bei 2 Zügen/Tag schon zusätzliche 13 x 2 = 26 Züge (insgesamt also 49 Züge) gemacht.
Er hat also noch 10 Tage Zeit für die restlichen prognostizierten Züge (sagen wir ca. 65 Züge).
Als "Beschleuniger" nutzt er noch Eventualzüge, und so kommt er prima mit den 50 Tagen GBZ hin.
Hinweis: Der Einfachheit halber hatten wir ja angenommen, dass y sehr schnell und sofort seine Züge macht. Nehmen wir an, y reizt ebenfalls seine GBZ aus, dann sind jetzt 50 + 50 = 100 Tage vergangen.
Als Turnierleiter weiß ich aber schon im Vorfeld, dass das Spiel nach 100 Tagen definitiv beendet sein wird!! Wahrscheinlich sehr viel eher.
Ich hoffe, mein Beispiel ist einigermaßen nachvollziehbar?
2. Fall: Ich weiß im Vorfeld, dass ich während des Turniers 3 Wochen Urlaub machen werde. Mein Vorschlag ist: Die GBZ läuft weiter, weil es sonst VIEL ZU KOMPLIZIERT WIRD! Wenn ich weiß, ich will nix mit Schach im Urlaub zu tun haben, nun gut:
Dann spiel ich das Turnier eben mal nicht mit!
(Auf der anderen Seite haben heutzutage mind. 90 % der weltweiten Hotels ein WLAN, so dass ich ab und zu einen Zug machen kann).
Fahr ich 3 Wochen in die Sahara, dann ist klar, dass ich das Turnier nicht mitspiele. Falls doch, hab ich halt nur eine GBZ von 50 - 21 Tagen = 29 Tage.
3. Fall: Falls ich sowieso bspw. nur 7 Tage Bedenkzeit Spiele machen will, dann ist klar: Das Turnier kommt für mich nicht in Frage!
4. Fall: Ich will aber meine 3 Tage/Zug gefälligst auskosten! Nun gut, kannste machen, dann muss dir klar sein, dass nach dem 17. Zug das Plättchen fällt, und du hast verloren.
Das bedeutet im Umkehrschluss, lieber toby84: Na klar muss du zeitweise in dem Bsp. mehrmals am Tag ziehen (was du und viele (auch ich) sowieso machen!!), und dennoch hast du aber - siehe den beschriebenen Krankheitsfall - durchaus auch mal 3 Tage/Zug Zeit! Deshalb sind beide Zeiten aus meiner Sicht sinnvoll und wichtig.
Und der Riesenvorteil: Ein absichtliches in-die-Länge-ziehen von Spielen oder gar ein Abschätzen von Spielen ist damit hinfällig!
Uff, das war jetzt etwas länglich... 😉