Scheint sich hauptsächlich um Unterschiede in den Formulierungen zu handeln.
Es ist wie in vielen Bereichen - da werden großspurig 'neue Schachregeln' angekündigt, und alle befürchten schon, dass jetzt z.B. der Springer anders zieht, und dann handelt es sich nur um leichte Umformulierungen der alten Regeln.
Im Schach wäre es prinzipiell - im Gegensatz zu Mathematik und Naturwissenschaften - sogar möglich, die Regeln völlig willkürlich zu ändern, ähnlich wie bei den Corona-Regeln, wo wir uns ja zeitweise ebenfalls alle paar Wochen, manchmal sogar alle paar Tage auf neue Regeln einstellen mussten.
Bei Änderung der Zugweise der Figuren würden allerdings tatsächlich alle bis dato geschriebenen Schachbücher und Artikel über Schach hinfällig, ebenso die Datenbanken, auch verlieren alle bisher gespielten Partien ihren Lehrwert, und die ganze Eröffnungstheorie kann in den Eimer, genau wie die Engines.
So betrachtet, hätte eine derartig radikale Regeländerung aber tatsächlich etwas für sich. Man müsste dann plötzlich wieder komplett selber spielen! Bei den Schachvarianten wie z.B. dem von einigen chessmailern fast schon religiös verehrten Schachfußball ist das ja jetzt schon so, allerdings finde ich die Schachfußball-Regeln jetzt persönlich nicht sehr reizvoll, und ich verstehe auch die Partien meist nicht. Vielleicht weil ich - obwohl Mathematiker - kein Rechner, sondern mehr ein intuitiver Spieler bin, und bei Regeländerung geht eben auch die ganze Intuition in den Eimer.
Um aber auf das Thema des Threads zurückzukommen: Es scheint sich wieder mal um 'viel Wind um nichts' zu handeln! Die 'neuen' Schachregeln sind die alten, stellenweise leicht umformuliert.