A33: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4.d4 exd4 5.e5 d5 6.Lb5 Se4 7.Sxd4 Ld7 8.Lxc6 bxc6
Das ist die. Ausgangsstellung.
r2qkb1r/p1pb1ppp/2p5/3pP3/3Nn3/8/PPP2PPP/RNBQK2R w KQkq - 0 9
Die absolute HV ist nun:
A33a
9.00 Lc5 10.Le3 Lb6 (um den Lc5 zu decken) 11.Sd2!
Dieser Aufbau hat sich als stark erwiesen, nicht nur der Se4 wird befragt, sondern es wird auch
die Hauptschwäche des Schwarzen in Angriff genommen (Sb3), nämlich das Feld c5.
Im Gegenzug für das Läuferpaar hat Schwarz statische Schwächen rund um den Doppelbauern, vor allem die Felder c5 und d4
sind Aktionsbasen für Weiss.
11...c5! 12.S4b3 Sxd2 13.Dxd2
r2qk2r/p1pb1ppp/1b6/2ppP3/8/1N2B3/PPPQ1PPP/R4RK1 b kq - 0 13
Nun hat Schwarz 2 Möglichkeiten:
13...Lb5
14. Lxc5!? Weiss gibt die Qualle Lxc5
15.Sxc5 Lxf1
16.Txf1 00
17.f4 00
18.Dd4 = bis +=
r2qr1k1/p1p2ppp/8/2NpP3/3Q1P2/8/PPP3PP/5RK1 b - - 2 18
Für die Qualle hat Weiss einen Bauern am K-Flügel, zentralisiserte Figuren auf den schwarzen Feldern c5 und d4
sowie die Chance auf einen Bauernsturm f5 und e6 oder f6.
Seine Stellung, obwohl objektiv gleich, spielt sich einfacher.
13...d4!?
14.Lg5 Dc8
15.c3 h6
16.Lh4 Db7!
Dies ist eine Enginewahl --> sehr forciert nun, zugleich Bologans Empfehlung:
17.cxd4 cxd4
18.Sxd4 g5
19.e6 Ein Zwischenzug, da nach 19.Lg3 000 Weiss in den Seilen hängt (Abzüge Ld7).
19...000
20.exd7+ Txd7
21.Lg3 Lxd4
22.Dc2 Dxb2
23.Da4 oder Df5
=
2k4r/p1pr1p2/7p/5Qp1/3b4/6B1/Pq3PPP/R4RK1 b - - 1 23
Selbst nach Dxa1 steht der schwarze König zu offen, damit ist ein Dauerschach sehr wahrscheinlich.
Nun kann man ansetzen und überprüfen, ob 9.00 zu sehr Schablone ist und nicht sofort durch 9.Le3 ersetzt werden sollte.
A33b
9.Le3 vor 9.00 gewinnt an Kraft, wenn der Lf8 noch nicht auf c5 steht.
Dies ist dann ein gewaltiges Argument für 7...Ld7 statt 7...Lc5.
9.Le3
I: 9...Lc5
Sehen wir, was passiert, wenn Schwarz Schablone spielt:
10.Sd2! wieder muss der Springer e4 sich erklären
10...Dh4
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Exkurs
Die NV 10...De7?! ist eine kleine Falle:
11.Sxe4 dxe4
12.e6! fxe6
13.Sxc6 Lxc6
14.Dh5+ g6
15.Dxc5 Dxc5
16.Lxc5
+= / +/-
Dieses Endspiel ist schon rein optisch eine Katastrophe
für Schwarz.
r3k2r/p1p4p/2b1p1p1/2B5/4p3/8/PPP2PPP/R3K2R b KQkq - 0 16
--------
11.00 Lb6
r3k2r/p1pb1ppp/1bp5/3pP3/3Nn2q/4B3/PPPN1PPP/R2Q1RK1 w kq - 6 12
In der Partie Nakamura vs. Hebden (2008) folgte
12.S2b3 De7 13.Te1 00 14.f3 Sc5? 15.Sxc5 Lxc5 16.Sb3 Lb6
17.Dd2 Tae8 18.a4! f6 (Normalerweise hilft dieser zentrale Bauerntausch Schwarz, Druck auf e- und f-Linie aufzubauen, hier aber nicht)
Hier hätte folgen können:
19.a5 Lxe3+ 20.Dxe3 fxe5 21.Dxa7
+/-
Das Endspiel ist sehr schlecht für Schwarz, der Springer hat volle Kontrolle über xc5 und ist dem Ld7 deutlich überlegen.
4rrk1/Q1pbq1pp/2p5/P2pp3/8/1N3P2/1PP3PP/R3R1K1 b - - 0 21
Viel besser und ausgeglichenes Spiel konnte Schwarz erreichen mit:
14...c5
15.Se2 und nun bieten sich neben 15...d4 auch 15...c4 an, mit gleichem Spiel.
Deswegen kann Weiss seinen Haupttrumpf, die Hatz auf den Lb6 sofort ausspielen mittels:
12.a4! Sxd2 13.Dxd2 a5 14.f4
+=
Wieder ist xc5 unter Kontrolle, die schwarzen Felder lassen sich mit Df2 weiter verstärken (nach vorherigem g3 zB.) und es liegt ein
Bauernsturm mit f5, f6 in der Luft. Zudem neigt in allen Endspielen der Ba5 zur Schwäche.
r3k2r/2pb1ppp/1bp5/p2pP3/P2N1P1q/4B3/1PPQ2PP/R4RK1 b kq f3 0 14
II: 9...De7!?
Dies ist eine absolute NV und der Engine Liebling.
Menschen spielen ungern so direkt auf Bauernfang, wenn man unterentwickelt ist und der König noch nicht rochiert.
10.f3 Sd6
11. 00 Dxe5
12.Te1 Le7
13.Sb3!?
r3k2r/p1pbbppp/2pn4/3pq3/8/1N2BP2/PPP3PP/RN1QR1K1 b kq - 3 13
Das Motiv kennen wir schon, das Feld c5...
13....Df6
14.Sc3 (Blick a4-->c5) Sf5
Deckt den Le7, da 00? sofort verliert wegen Ld4-Dg5, f4 +-
15. Lc5 00
16.Lxe7 Sxe7
17.Sa4
Streng positionell ist der Verteidiger von xc5 beseitigt und nun fallen die Springer über das Feld her.
Weiss sollte volle Kompensation haben für den Bauern.
r4rk1/p1pbnppp/2p2q2/3p4/N7/1N3P2/PPP3PP/R2QR1K1 b - - 1 17
III: 9...c5
Dies ist Bologans Empfehlung und wirklich stark
10.Sb3 d4
11.Lc1
Der Clou ist, dass das normale Lf4 ein Tenpoverlust ist. Denn der Se4 ist nicht mehr stabil und wird über xg5 nach xe6 wandern, so dass ein Lf4 wieder ziehen muss.
11...Lb5
verhindert die Rochade
12.Sa3 La6
13.Dg4 f5!
r2qkb1r/p1p3pp/b7/2p1Pp2/3pn1Q1/NN6/PPP2PPP/R1B1K2R w KQkq f6 0 14
14.exf6
Dxf5 geht hier nicht gut, da nach Dd5, f3-Sd6, Df4-Sf7 der Bauer e5 fällt und Schwarz wegen der aktiveren Figuren leicht besser steht.
14...Sxf6
15.De6+ De7
16.Sxc5 Dxe6+
17.Sxe6 Sd5!
r3kb1r/p1p3pp/b3N3/3n4/3p4/N7/PPP2PPP/R1B1K2R w KQkq - 1 18
Schwarz hat mit dem La6, der verhinderten Rochade und dem Läuferpaar volle Kompensation.
18.Sxd4 ist wegen 000 zu gefährlich.
Bleibt 18.Ld2 Kd7
Nun hat Weiss die Wahl:
- Auf Material spielen:
19.Sxd4 Te8+ 20.Kd1 Lc5 21.c3 Lxd4 22.cxd4 Te2
Schwarz hat völlige Kompensation für 2 Bauern
- in ein remislastiges Endspiel überleiten:
19.Sxf8 Thxf8
20.000 Txf2
21.Le1 Tf4
22.Lg3 Te4
=
r7/p1pk2pp/b7/3n4/3pr3/N5B1/PPP3PP/2KR3R w - - 4 23
Dies beendet meine Ausführungen zum starken 5.e5
Schwarz muss genau aufpassen, wie er das Problem um das Feld c5 zu lösen gedenkt (mit Lc5 oder ohne Lc5)...
In der letzten Folge wird dann das ruhige 4.d3 behandelt.
To be continued....