meine ursprüngliche lösung kann ich hier kaum anbringen, denn die zielt eher darauf ab, welche gedanklichen irrwege ich gegangen bin. wenn man erst mal verstanden hat, worum es geht, ist diese aufgabe nämlich eigentlich ziemlich simpel.
7n/7P/8/8/8/7Q/5ppR/K4bkn w - - 0 1
also erst mal zu den grundvoraussetzungen:
wir haben es mit einem schwarzen könig in einer festung zu tun. die ist allerdings höchst instabil. der läufer kann nicht abziehen, weil sonst Dxg2# folgt. der springer kann nicht nach g3 ziehen, weil sonst einfach Dxg3 folgt. sonst kann sich dort sowieso nichts bewegen. aktuell kann schwarz also nur den springer bewegen, und der ist damit beschäftigt, den bauern auf h7 aufzuhalten.
klingt so, als hätte weiß hier leichtes spiel. das stimmt allerdings nicht: die weiße dame kann nicht auf der linie abziehen, weil sonst der schwarze läufer entkommen kann. der turm kann sowieso höchstens den springer oder den bauern schlagen, und beides endet in einer niederlage. der h-bauer kann bestenfalls einziehen, wenn der springer mal auf g6 oder f7 steht, und dann wird er einfach rausgeschlagen.
aber da gibt es ja noch den könig, und der sollte doch wohl problemlos gegen so ein klägliches springerchen ankommen, dem nur drei felder zur verfügung stehen? aber auch hier gibt es eine einschränkung: der könig darf sich auf kein feld bewegen, von dem aus er für den läufer angreifbar wird, denn sonst folgt L?+ nebst f1=D und weiß hat keine chance mehr, die partie zu gewinnen.
gut, dann laufen wir halt über die schwarzen felder nach g7, wo ist das problem? der könig ist doch sehr viel flexibler als ein springer praktisch ohne felder.
jetzt wird es interessant. die lösung (die eine ausnahme zu folgender situation darstellt) lassen wir erst mal außen vor und betrachten nur die theoretische situation, die durch diese konstruierte aufgabe dargestellt werden sollte: durch diese einzigartige konstellation haben wir quasi ein spielbrett im spielbrett mit neuen figuren geschaffen. wir haben einen könig, der sich immer nur ein feld diagonal bewegen kann, egal in welche richtung. wir haben einen springer, der nur jeden zweiten zug entweder die felder e7, e5 (von g6 aus) oder die felder e5, g5 (von f7 aus) decken kann. klar deckt er auch andere felder, aber die können uns alle egal sein. wir ignorieren die weißen felder jetzt komplett und streichen die schwarzen felder gedanklich um: alle schwarzen felder auf den linien a,c,e,g werden jetzt grün gestrichen. und jetzt sehen wir für den könig genau das verhalten, das wir schon vom springer kennen: der könig kann mit jedem zug nur ein feld der anderen farbe erreichen. befindet er sich auf einem schwarzen feld, kann er nur auf ein grünes feld und umgekehrt. das wiederum bedeutet: nach einer geraden anzahl züge landet er immer auf einem feld derselben farbe, nach einer ungeraden anzahl züge immer auf einem feld der anderen farbe. wir haben einen königsspringer erschaffen! und genau das führt uns jetzt zu einem scheinbar unlösbaren problem: die felder e7, e5, g5 sind alle grün. da wir am anfang auf einem schwarzen feld (a1) stehen, brauchen wir eine ungerade anzahl züge, um auf diese felder zu gehen. aber das geht nicht, denn der schwarze springer kann immer nach einer geraden anzahl von zügen diese felder blockieren. da ist kein durchkommen. probiert es gerne aus. das ist der mathematische aspekt an dieser aufgabe.
die lösung? simpel: das einzige feld finden, auf das die einschränkungen alle nicht zutreffen: erstens ist es nicht schwarz, zweitens kann der läufer den könig nicht angreifen, wenn er über dieses feld läuft: a8. damit wird der sieg zum kinderspiel. der könig läuft von a7 nach a8 nach b8 und die "feldfarben" schwarz und grün haben sich umgedreht. der springer kann die relevanten felder nicht mehr blockieren.