Ich verstehe das eher als philosophisches Problem, Phantasia wird bedroht vom Nichts, vom absoluten Mangel an Phantasie. Wer phantasiert, entwirft fiktive Welten, fiktive Gegenstände, Was ist deren Status? Wir können natürlich platterdings sagen, es gibt sie nun einmal nicht, wir haben sie uns nur ausgedacht, sie wurden in die Wirklichkeit hinein diktiert. Aber was bedeutet "es gibt sie nicht"? Wie kommt es dann, daß wir immer noch wahre und falsche Aussagen über sie treffen können? Wenn ich sage: "Gunther erschlug Siegfried" wird jeder kundige Leser der Nibelungensage mir widersprechen: "Nein, das ist nicht wahr!! Hagen erschlug Siegfried, nicht Gunther."
Wären fiktive Gegenstände wirklich gar nichts, so wäre es eben so, wie Michael Ende es beschreibt, wir wären dann in Bezug auf sie buchstäblich blind,
P.S.: Ich halte es übrigens für eine seht tiefsinnige Idee von Michael Ende, daß gerade durch das Sterben der Phantasie die Macht der Lüge zunimmt..