Oli1970, 1/24, 08. Jul '23
In dem schon legendären Spiel gegen Bobby Fischer fügte Wolfgang Uhlmann diesem eine empfindliche Niederlage zu. Uhlmann griff zu seiner geliebten französischen Verteidigung und zwar in der Winawer-Variante. Pikant ist, dass Fischer, damals 17 Jahre alt, selbst die Korrektheit anzweifelte, sie für anti-positionell hielt und meinte, dass sie den Königsflügel schwäche. Dennoch fand er kein Rezept gegen Uhlmanns Spiel.
Die Partie ist ein Beispiel für eine gelungen gespielte Winawer-Variante. Wir sehen das Ringen zwischen Läufern und Springern und, typisch für die französische Verteidigung, das weiße Bemühen, Linien zu öffnen und das schwarze Bemühen, selbiges zu verhindern. Auch das Endspiel ist sehenswert, in das Uhlmann nach einem genialen Bauernopfer langsam, aber stetig überleitet. Wir sehen, dass Freibauer nicht gleich Freibauer ist und erleben, wann es sich lohnt, einen Freibauern aufzugeben.
Die Partie ist auf chessgames.com mit einer anderen Zugfolge im 7. - 9. Zug präsentiert. Drei andere Quellen geben die hier gezeigte Zugfolge an. Sowas ist immer schade. Zum einen, weil man in der Regel am Original interessiert ist, zum anderen, weil die Zugumstellung nicht beliebig ist, auch wenn die Position zum 10. Zug dieselbe ist. Für den 29. Zug von Weiß ist dort Dc1 angegeben, was wohl eher eine Idee visualisiert, für die Partie jedoch ohne Auswirkung bleibt.
[Event "Buenos Aires"]
[Site "Buenos Aires ARG"]
[Date "1960.07.02"]
[Round "8"]
[White "Fischer, Robert J"]
[Black "Uhlmann, Wolfgang"]
[Result "0-1"]
[ECO "C19"]
[EventDate "1960.06.23"]
[PlyCount "84"]
[Annotator "Oli1970"]
[Comment "Wolfgang Uhlmann - Französich (I)"]
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4
{Französisch, Winawer}
4.e5 c5
{Da Weiß das Zentrum für sich beansprucht, greift Schwarz die Bauernkette an.}
5.a3 Bxc3+
{Ziel des Abtausches ist, den weißen Damenflügel zu schwächen.}
6.bxc3 Ne7
{Da Weiß das Zentrum für sich beansprucht, greift Schwarz die Bauernkette an.}
7.Nf3 Bd7
{Die Problemfigur in der Französischen Verteidigung. Der Läufer findet in der Regel lange nicht ins Spiel, da ihm die eigenen Bauern den Weg versperren. Uhlmann beabsichtigt La4 mit Ziel auf den Bc2. Durch den Zug würde a3-a4 nebst La3 verhindert.}
8.a4 Qa5
{Prävention gegen La3 mit Angriff auf c5.}
9.Qd2 Nbc6 10.Bd3 c4
{Uhlmann holt sich Raum am Damenflügel, seine Bauern kontrollieren jedoch keine schwarzen Felder.}
11.Be2 f6 12.Ba3
( 12.exf6 {Weiß nähme sich seinen Vorteil - Raum im Zentrum!} 12...gxf6 {Schwarz ist damit natürlich quasi auf die lange Rochade festgelegt.} )
12...Ng6
{Auch damit legt sich Schwarz auf die lange Rochade fest, solange das Feld f8 wegen La3 nicht passierbar ist.}
13.O-O O-O-O
( 13...fxe5 {darf sich Schwarz nicht erlauben.} 14.dxe5 Ngxe5 15.Nxe5 Nxe5 16.Qg5 {Schwarz hat einen Bauern gewonnen, steht jedoch auf Verlust. Weiß droht in den Königsflügel einzubrechen, kann Lh5 nachziehen und der Springer hängt.} )
14.Bd6
{Fischer schneidet sofort den Weg des Königs nach b8 ab.}
14...Nce7
{Uhlmann beabsichtigt Sf5 mit Angriff auf Ld6. Die bessere Wahl wäre laut Engine Sge7 gewesen.}
15.Nh4
{Fischer verpasst die Möglichkeit eines Angriffs. Seine Idee war mit 16. Sxg6 Sxg6 die Springer abzutauschen oder, falls Uhlmann zuerst nehmen würde, durch Lxe7 den anderen Springer zu gewinnen. Hintergrund des Manövers ist, in der Folge einen Rückzug für den Ld6 auf h2 zu sichern, da die Diagonale nach b8 momentan stark ist.}
( 15.Rfb1 Be8 16.Bb4 Qc7 {Db6 wäre selbstmörderisch wegen des Abzugs Lxe7.} 17.a5 )
15...Rde8 16.Nxg6 hxg6 17.exf6
{Fischer gibt Uhlmann die Möglichkeit, den Doppelbauern sofort wieder aufzulösen.}
17...gxf6 18.h3
{Und nun kann der Läufer zurück und dennoch die Diagonale beherrschen.}
18...Nf5 19.Bh2 g5
{Die Engine sieht immer noch den Vorteil bei Weiß. Die Frage ist nur, was dieser Wert ist. Weiß hat den guten schwarzfeldrigen Läufer, der weißfeldrige ist eher von begrenztem Nutzen. Fischer kann auf die halboffene b-Linie zurückgreifen, Schwarz hat dafür die h-Linie, die in die Rochadestellung zeigt. Die weiße Dame kann nicht ziehen, ohne c3 preiszugeben, was aber mit Tac3 gedeckt werden kann. Andererseits kommt das schwarze Gegenstück ebenfalls nicht vom Fleck, denn ein Abzug befreit die weiße Dame von ihrer Aufgabe. Schwarz hat deutlichen Raumvorteil, den durchaus aktiven Springer sowie einen noch schlechten Läufer, der auf Entfesselung durch e6-e5 wartet. Aber Weiß hätte jetzt Tfe1 nebst Lg4, um möglicherweise Linien zu öffnen.}
20.f4 $2
{Fischer schwächt e4! Der Plan dahinter zeigt sich in den Varianten zum 21. Zug.}
20...Nd6 $1
{Der Fehlzug wird sofort gekontert.}
21.Bf3
{Fischer deckt}
( 21.fxg5 Ne4 {mit der Drohung, auf c3 einzuschlagen.} )
21...g4 $3
{Uhlmann findet eine brillante und die einzig gute Erwiderung. Er bietet den Bauern an.}
( 21...Ne4 {Die nächstbeste Option.} 22.Bxe4 dxe4 23.fxg5 {Nur ein kleiner Vorteil für Weiß, aber mit entsprechender Langzeitwirkung. fxg5 ginge nicht, da Tf7 nicht verhindert werden kann. Der schwarze Königsflügel steht offen, die Dame kann sich nun leisten, sich einem Angriff zu widmen und dem schwarzen König sind durch Lh2 Wege abgeschnitten.} 23...Qxg5 24.Qxg5 fxg5 {Tf7, Ld6 oder a4-a5 - Weiß hat die freie Wahl.} )
22.hxg4 f5
{Schwarz blockiert durch sein Bauernopfer den Bf4 und damit auch den Lh2! Lxg4 hätte nicht geändert und wäre im Gegenteil noch vorteilhafter für Schwarz. Jetzt 23. gxf5 exf5 ist weiterhin von Vorteil für Schwarz.}
23.g5
{Fischer hat zwar den Freibauern, doch ohne Unterstützung wird dieser harmlos bleiben. Die weißen Läufer sind beide nutzlos geworden und das schwache Feld e5 kann nicht genutzt werden, da Schwarz jederzeit Se4 spielen kann, um den Weg zu verstellen.}
23...Re7 24.Bg3 Be8 25.Qe3 Ne4 26.Bxe4
{Weiter mit dem Versuch, über e5 in die schwarze Stellung einzudringen und dem Freibauern Unterstützung zu geben.}
26...dxe4
( 26...fxe4 {Grundlegend falsch, da nach f4-f5 der schwarzfeldrige Läufer seine Aktivität zurück gewinnt.} )
27.Kf2 Reh7 28.Rfb1
( 28.d5 {Gäbe den Bauern zurück, würde aber eine Lücke für Gegenspiel schaffen. Schwarz hätte abzuwägen, ob ein Nehmen mit Dame oder Bauern vorteilhafter für ihn sein wird, denn natürlich darf dieser Bauern nicht durchgelassen werden, da er durch einen Turm gedeckt werden würde.} )
28...Qd5
{Uhlmann hat die Bedeutung von d4-d5 erkannt und blockiert den Bauern. Weiß sollte nun mit a4-a5 seinen Bauern vom bedrohten Feld herunterbringen und/oder nach einem weiteren Turmzug auf der Grundlinie der Dame ermöglichen, über c1 an den Damenflügel zu gelangen. }
29.Qe1 $6
{Vielleicht in der Hoffnung gespielt, Schwarz zu e4-e3 verleiten zu können? Jedenfalls ein Fehler, wie Uhlmann sofort beweist.}
29...Rh1 $1 30.Qxh1 $2
{Der Punkt, an dem Fischers Spiel verloren geht.}
( 30.Qe3 Rxb1 31.Rxb1 Bxa4 32.Ra1 {wäre die bessere Fortsetzung für Fischer gewesen. Nun müsste Schwarz entscheiden, ob er den Läufer z. B. auf e8 zurück zieht oder mit b7-b5 vorläufig einsperrt.} 32...Be8 33.Rxa7 Rh1 {mit Vorteil für Schwarz.} )
30...e3+ $3
{Sehr gut erkannt! Die Diagonale öffnet sich nachhaltig, Weiß kann sich nicht entziehen. Das kleinste Übel ist Kg1, da die Dame nicht zu retten ist und so der zweite Turm dafür genommen werden kann.}
31.Kg1 Rxh1+ 32.Kxh1 e2
{Dieser Bauer ist gefährlich, denn nach De4 kann Schwarz sich aussuchen, wie er die weiße Stellung zerpflückt.}
33.Rb5
{Nur eine Verzweiflungstat, besser wäre noch a4-a5 gewesen.}
( {Interessant im Hinblick auf Fischers Tb5 ist dieses Abspiel: } 33.g6 Bxg6 {zieht den Läufer von a4 fort.} 34.Rb5 Qe4 {Andere Züge wechseln den Vorteil zugunsten von Weiß.} 35.Re1 )
33...Bxb5 34.axb5 Qxb5
{Uhlmann gibt des e-Bauern damit auf, denn dieser kann durch Turm und Läufer gestoppt werden. Also besser einen neuen Freibauern bilden!}
35.Re1 a5 36.Rxe2 a4
{Der a-Bauer kann nur durch den Turm aufgehalten werden, was Schwarz jedoch durch Db2 schnell vereiteln würde.}
37.Rxe6 a3 38.g6 Qd7 $1
{Der g-Bauer darf nicht durchgelassen werden.}
( {Obacht!} 38...a2 39.g7 $1 a1=Q+ 40.Kh2 {Weiß holt sich eine Dame zurück und steht plötzlich in Gewinnstellung!} )
39.Re5 b6 40.Bh4 a2
{Der Turm muss auf die Grundreihe zurück.}
41.Re1 Qg7 42.Ra1 Qxg6
{Hoffnungslos für Fischer, er gibt auf. Nach Txa2 folgt Dh5 mit Läufergewinn, nach Läufer- oder Königszug Dh7 nebst Da7. Uhlmann dominiert das Spiel, seine Bauern am Damenflügel werden gewinnen.}
0-1
Die Partie ist ein Beispiel für eine gelungen gespielte Winawer-Variante. Wir sehen das Ringen zwischen Läufern und Springern und, typisch für die französische Verteidigung, das weiße Bemühen, Linien zu öffnen und das schwarze Bemühen, selbiges zu verhindern. Auch das Endspiel ist sehenswert, in das Uhlmann nach einem genialen Bauernopfer langsam, aber stetig überleitet. Wir sehen, dass Freibauer nicht gleich Freibauer ist und erleben, wann es sich lohnt, einen Freibauern aufzugeben.
Die Partie ist auf chessgames.com mit einer anderen Zugfolge im 7. - 9. Zug präsentiert. Drei andere Quellen geben die hier gezeigte Zugfolge an. Sowas ist immer schade. Zum einen, weil man in der Regel am Original interessiert ist, zum anderen, weil die Zugumstellung nicht beliebig ist, auch wenn die Position zum 10. Zug dieselbe ist. Für den 29. Zug von Weiß ist dort Dc1 angegeben, was wohl eher eine Idee visualisiert, für die Partie jedoch ohne Auswirkung bleibt.
[Event "Buenos Aires"]
[Site "Buenos Aires ARG"]
[Date "1960.07.02"]
[Round "8"]
[White "Fischer, Robert J"]
[Black "Uhlmann, Wolfgang"]
[Result "0-1"]
[ECO "C19"]
[EventDate "1960.06.23"]
[PlyCount "84"]
[Annotator "Oli1970"]
[Comment "Wolfgang Uhlmann - Französich (I)"]
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4
{Französisch, Winawer}
4.e5 c5
{Da Weiß das Zentrum für sich beansprucht, greift Schwarz die Bauernkette an.}
5.a3 Bxc3+
{Ziel des Abtausches ist, den weißen Damenflügel zu schwächen.}
6.bxc3 Ne7
{Da Weiß das Zentrum für sich beansprucht, greift Schwarz die Bauernkette an.}
7.Nf3 Bd7
{Die Problemfigur in der Französischen Verteidigung. Der Läufer findet in der Regel lange nicht ins Spiel, da ihm die eigenen Bauern den Weg versperren. Uhlmann beabsichtigt La4 mit Ziel auf den Bc2. Durch den Zug würde a3-a4 nebst La3 verhindert.}
8.a4 Qa5
{Prävention gegen La3 mit Angriff auf c5.}
9.Qd2 Nbc6 10.Bd3 c4
{Uhlmann holt sich Raum am Damenflügel, seine Bauern kontrollieren jedoch keine schwarzen Felder.}
11.Be2 f6 12.Ba3
( 12.exf6 {Weiß nähme sich seinen Vorteil - Raum im Zentrum!} 12...gxf6 {Schwarz ist damit natürlich quasi auf die lange Rochade festgelegt.} )
12...Ng6
{Auch damit legt sich Schwarz auf die lange Rochade fest, solange das Feld f8 wegen La3 nicht passierbar ist.}
13.O-O O-O-O
( 13...fxe5 {darf sich Schwarz nicht erlauben.} 14.dxe5 Ngxe5 15.Nxe5 Nxe5 16.Qg5 {Schwarz hat einen Bauern gewonnen, steht jedoch auf Verlust. Weiß droht in den Königsflügel einzubrechen, kann Lh5 nachziehen und der Springer hängt.} )
14.Bd6
{Fischer schneidet sofort den Weg des Königs nach b8 ab.}
14...Nce7
{Uhlmann beabsichtigt Sf5 mit Angriff auf Ld6. Die bessere Wahl wäre laut Engine Sge7 gewesen.}
15.Nh4
{Fischer verpasst die Möglichkeit eines Angriffs. Seine Idee war mit 16. Sxg6 Sxg6 die Springer abzutauschen oder, falls Uhlmann zuerst nehmen würde, durch Lxe7 den anderen Springer zu gewinnen. Hintergrund des Manövers ist, in der Folge einen Rückzug für den Ld6 auf h2 zu sichern, da die Diagonale nach b8 momentan stark ist.}
( 15.Rfb1 Be8 16.Bb4 Qc7 {Db6 wäre selbstmörderisch wegen des Abzugs Lxe7.} 17.a5 )
15...Rde8 16.Nxg6 hxg6 17.exf6
{Fischer gibt Uhlmann die Möglichkeit, den Doppelbauern sofort wieder aufzulösen.}
17...gxf6 18.h3
{Und nun kann der Läufer zurück und dennoch die Diagonale beherrschen.}
18...Nf5 19.Bh2 g5
{Die Engine sieht immer noch den Vorteil bei Weiß. Die Frage ist nur, was dieser Wert ist. Weiß hat den guten schwarzfeldrigen Läufer, der weißfeldrige ist eher von begrenztem Nutzen. Fischer kann auf die halboffene b-Linie zurückgreifen, Schwarz hat dafür die h-Linie, die in die Rochadestellung zeigt. Die weiße Dame kann nicht ziehen, ohne c3 preiszugeben, was aber mit Tac3 gedeckt werden kann. Andererseits kommt das schwarze Gegenstück ebenfalls nicht vom Fleck, denn ein Abzug befreit die weiße Dame von ihrer Aufgabe. Schwarz hat deutlichen Raumvorteil, den durchaus aktiven Springer sowie einen noch schlechten Läufer, der auf Entfesselung durch e6-e5 wartet. Aber Weiß hätte jetzt Tfe1 nebst Lg4, um möglicherweise Linien zu öffnen.}
20.f4 $2
{Fischer schwächt e4! Der Plan dahinter zeigt sich in den Varianten zum 21. Zug.}
20...Nd6 $1
{Der Fehlzug wird sofort gekontert.}
21.Bf3
{Fischer deckt}
( 21.fxg5 Ne4 {mit der Drohung, auf c3 einzuschlagen.} )
21...g4 $3
{Uhlmann findet eine brillante und die einzig gute Erwiderung. Er bietet den Bauern an.}
( 21...Ne4 {Die nächstbeste Option.} 22.Bxe4 dxe4 23.fxg5 {Nur ein kleiner Vorteil für Weiß, aber mit entsprechender Langzeitwirkung. fxg5 ginge nicht, da Tf7 nicht verhindert werden kann. Der schwarze Königsflügel steht offen, die Dame kann sich nun leisten, sich einem Angriff zu widmen und dem schwarzen König sind durch Lh2 Wege abgeschnitten.} 23...Qxg5 24.Qxg5 fxg5 {Tf7, Ld6 oder a4-a5 - Weiß hat die freie Wahl.} )
22.hxg4 f5
{Schwarz blockiert durch sein Bauernopfer den Bf4 und damit auch den Lh2! Lxg4 hätte nicht geändert und wäre im Gegenteil noch vorteilhafter für Schwarz. Jetzt 23. gxf5 exf5 ist weiterhin von Vorteil für Schwarz.}
23.g5
{Fischer hat zwar den Freibauern, doch ohne Unterstützung wird dieser harmlos bleiben. Die weißen Läufer sind beide nutzlos geworden und das schwache Feld e5 kann nicht genutzt werden, da Schwarz jederzeit Se4 spielen kann, um den Weg zu verstellen.}
23...Re7 24.Bg3 Be8 25.Qe3 Ne4 26.Bxe4
{Weiter mit dem Versuch, über e5 in die schwarze Stellung einzudringen und dem Freibauern Unterstützung zu geben.}
26...dxe4
( 26...fxe4 {Grundlegend falsch, da nach f4-f5 der schwarzfeldrige Läufer seine Aktivität zurück gewinnt.} )
27.Kf2 Reh7 28.Rfb1
( 28.d5 {Gäbe den Bauern zurück, würde aber eine Lücke für Gegenspiel schaffen. Schwarz hätte abzuwägen, ob ein Nehmen mit Dame oder Bauern vorteilhafter für ihn sein wird, denn natürlich darf dieser Bauern nicht durchgelassen werden, da er durch einen Turm gedeckt werden würde.} )
28...Qd5
{Uhlmann hat die Bedeutung von d4-d5 erkannt und blockiert den Bauern. Weiß sollte nun mit a4-a5 seinen Bauern vom bedrohten Feld herunterbringen und/oder nach einem weiteren Turmzug auf der Grundlinie der Dame ermöglichen, über c1 an den Damenflügel zu gelangen. }
29.Qe1 $6
{Vielleicht in der Hoffnung gespielt, Schwarz zu e4-e3 verleiten zu können? Jedenfalls ein Fehler, wie Uhlmann sofort beweist.}
29...Rh1 $1 30.Qxh1 $2
{Der Punkt, an dem Fischers Spiel verloren geht.}
( 30.Qe3 Rxb1 31.Rxb1 Bxa4 32.Ra1 {wäre die bessere Fortsetzung für Fischer gewesen. Nun müsste Schwarz entscheiden, ob er den Läufer z. B. auf e8 zurück zieht oder mit b7-b5 vorläufig einsperrt.} 32...Be8 33.Rxa7 Rh1 {mit Vorteil für Schwarz.} )
30...e3+ $3
{Sehr gut erkannt! Die Diagonale öffnet sich nachhaltig, Weiß kann sich nicht entziehen. Das kleinste Übel ist Kg1, da die Dame nicht zu retten ist und so der zweite Turm dafür genommen werden kann.}
31.Kg1 Rxh1+ 32.Kxh1 e2
{Dieser Bauer ist gefährlich, denn nach De4 kann Schwarz sich aussuchen, wie er die weiße Stellung zerpflückt.}
33.Rb5
{Nur eine Verzweiflungstat, besser wäre noch a4-a5 gewesen.}
( {Interessant im Hinblick auf Fischers Tb5 ist dieses Abspiel: } 33.g6 Bxg6 {zieht den Läufer von a4 fort.} 34.Rb5 Qe4 {Andere Züge wechseln den Vorteil zugunsten von Weiß.} 35.Re1 )
33...Bxb5 34.axb5 Qxb5
{Uhlmann gibt des e-Bauern damit auf, denn dieser kann durch Turm und Läufer gestoppt werden. Also besser einen neuen Freibauern bilden!}
35.Re1 a5 36.Rxe2 a4
{Der a-Bauer kann nur durch den Turm aufgehalten werden, was Schwarz jedoch durch Db2 schnell vereiteln würde.}
37.Rxe6 a3 38.g6 Qd7 $1
{Der g-Bauer darf nicht durchgelassen werden.}
( {Obacht!} 38...a2 39.g7 $1 a1=Q+ 40.Kh2 {Weiß holt sich eine Dame zurück und steht plötzlich in Gewinnstellung!} )
39.Re5 b6 40.Bh4 a2
{Der Turm muss auf die Grundreihe zurück.}
41.Re1 Qg7 42.Ra1 Qxg6
{Hoffnungslos für Fischer, er gibt auf. Nach Txa2 folgt Dh5 mit Läufergewinn, nach Läufer- oder Königszug Dh7 nebst Da7. Uhlmann dominiert das Spiel, seine Bauern am Damenflügel werden gewinnen.}
0-1