Fimir, 1/18, 15. Feb '11
Ich habe eine interessante Partie gegen flitzi gespielt, die ich gerne kommentiert vorstellen möchte. Das hat verschiedene Gründe.
1. Sie ist ziemlich kurz, weshalb ich mich bei meiner ersten kommentierten Partie hoffentlich nicht übernehme. :-)
2. Sie zeigt sehr schön, wie gefährlich es sein kann, eine stragegisch vorteilhafte Stellung für einen Mehrbauern aufzugeben, wie es mir passiert ist.
Bitte verzeiht, dass ich die Darstellung per Diagramm etc. nicht beherrsche.
Hier also die Partie flitzi-Fimir:
1. Sf3 Sf6 2. g3 g6 3. c4 Lg7 4. Lg2 0-0 5. 0-0 d6 6. d3 c5 7. Sc3 Sc6 8. Sd5?
Weiß beendet die Symmetrie mit einem ungünstigen Zug: Er zieht den Springer ohne triftigen Grund von einem guten Feld weg, lässt sich einen Doppelbauer verpassen und riskiert die Schwächung des Bauern auf d3. Statt dessen hätte er mit 8. a3 einen Angriff auf dem Damenflügel aufbauen können. Nach z.B. 8...a6 9. Tb1 Tb8 10. b4 cxb4 11. axb4 b5 ist die Stellung recht ausgeglichen.
8...Sxd5 9. cxd5 Sb4 10. e4 e6 11. a3 Sa6 12. dxe6 Lxe6 13. Ld2 Lxb2?!
Hier tappte ich prompt in die Opferfalle.
Eigentlich steht Schwarz mit seinen Läufern auf g7 und e6, die auf den Damenflügel zielen, echt bequem. Doch das Schlagen auf b2 ist mindestens zweifelhaft, da riskant, wenn man folgende Punkte in der Gesamtheit bedenkt:
1. Der weiße Läufer auf d2 kann sich unangenehm auf h6 positionieren.
2. Mit dem Turm auf b1 kann Weiß die b-Linie dominieren.
3. Die weiße Dame kann bald unangenehm mit der Besetzung des Feldes a4 drohen.
Was also wäre besser für Schwarz gewesen? Da ein Angriff auf dem Damenflügel anzustreben ist, wäre 13...Sc7 der natürliche Entwicklungszug gewesen, der Schwarz mindestens gleiche Chancen einräumt, vielleicht sogar einen kleinen Vorteil.
14. Tb1 Lxa3 15. Txb7 Dc8
Schwarz muss bereits auf die weiße Drohung Da4 reagieren, ohne sich richtig zu entwickeln. 15...Lb4 16. Lh6 ist übrigens nicht besser für Schwarz.
16. Tb1 Lb4 17. Lh6 Td8
Im Gegensatz zu vorher kann der Turm jetzt wenigstens nach d8 statt nur nach e8. Doch wie die folgenden Züge zeigen, zielt Weiß auf den Schwachpunkt h7.
18. Dc1 Sc7 19. Sg5 Sb5?!
Noch ein Fehler. Warum?
Schwarz braucht den Läufer, der noch auf b4 steht, bald zur Verteidigung auf dem Königsflügel. Wenn Weiß jetzt jedoch seine Dame nach f4 zieht, kann Schwarz seinen Läufer nicht einfach nach c3 ziehen, da dann der Springer fallen würde. Richtig war daher 19...Tb8 20. f4 (20. Df4? ist jetzt nicht so gut wegen Lc3! 21. Dh4 Lf6) Dd7 mit zumindest passabler Stellung für Schwarz.
20. Df4 Sd4 21. Kh1 Lc3(R)
Weiß stimmte meinem Remisangebot zu- überraschend, da er erheblich besser steht, trotz einem Bauer weniger. Es hätte folgen können: 22. Dh4 Se2 (der Läufer braucht ja Platz) 23. e5! mit vielen Chancen: h7 ist gefährdet, ein Einschlag auf e 6 ist denkbar, der Turm auf a 8 bedroht...
So kam ich mit einem blauen Auge davon. :-)
1. Sie ist ziemlich kurz, weshalb ich mich bei meiner ersten kommentierten Partie hoffentlich nicht übernehme. :-)
2. Sie zeigt sehr schön, wie gefährlich es sein kann, eine stragegisch vorteilhafte Stellung für einen Mehrbauern aufzugeben, wie es mir passiert ist.
Bitte verzeiht, dass ich die Darstellung per Diagramm etc. nicht beherrsche.
Hier also die Partie flitzi-Fimir:
1. Sf3 Sf6 2. g3 g6 3. c4 Lg7 4. Lg2 0-0 5. 0-0 d6 6. d3 c5 7. Sc3 Sc6 8. Sd5?
Weiß beendet die Symmetrie mit einem ungünstigen Zug: Er zieht den Springer ohne triftigen Grund von einem guten Feld weg, lässt sich einen Doppelbauer verpassen und riskiert die Schwächung des Bauern auf d3. Statt dessen hätte er mit 8. a3 einen Angriff auf dem Damenflügel aufbauen können. Nach z.B. 8...a6 9. Tb1 Tb8 10. b4 cxb4 11. axb4 b5 ist die Stellung recht ausgeglichen.
8...Sxd5 9. cxd5 Sb4 10. e4 e6 11. a3 Sa6 12. dxe6 Lxe6 13. Ld2 Lxb2?!
Hier tappte ich prompt in die Opferfalle.
Eigentlich steht Schwarz mit seinen Läufern auf g7 und e6, die auf den Damenflügel zielen, echt bequem. Doch das Schlagen auf b2 ist mindestens zweifelhaft, da riskant, wenn man folgende Punkte in der Gesamtheit bedenkt:
1. Der weiße Läufer auf d2 kann sich unangenehm auf h6 positionieren.
2. Mit dem Turm auf b1 kann Weiß die b-Linie dominieren.
3. Die weiße Dame kann bald unangenehm mit der Besetzung des Feldes a4 drohen.
Was also wäre besser für Schwarz gewesen? Da ein Angriff auf dem Damenflügel anzustreben ist, wäre 13...Sc7 der natürliche Entwicklungszug gewesen, der Schwarz mindestens gleiche Chancen einräumt, vielleicht sogar einen kleinen Vorteil.
14. Tb1 Lxa3 15. Txb7 Dc8
Schwarz muss bereits auf die weiße Drohung Da4 reagieren, ohne sich richtig zu entwickeln. 15...Lb4 16. Lh6 ist übrigens nicht besser für Schwarz.
16. Tb1 Lb4 17. Lh6 Td8
Im Gegensatz zu vorher kann der Turm jetzt wenigstens nach d8 statt nur nach e8. Doch wie die folgenden Züge zeigen, zielt Weiß auf den Schwachpunkt h7.
18. Dc1 Sc7 19. Sg5 Sb5?!
Noch ein Fehler. Warum?
Schwarz braucht den Läufer, der noch auf b4 steht, bald zur Verteidigung auf dem Königsflügel. Wenn Weiß jetzt jedoch seine Dame nach f4 zieht, kann Schwarz seinen Läufer nicht einfach nach c3 ziehen, da dann der Springer fallen würde. Richtig war daher 19...Tb8 20. f4 (20. Df4? ist jetzt nicht so gut wegen Lc3! 21. Dh4 Lf6) Dd7 mit zumindest passabler Stellung für Schwarz.
20. Df4 Sd4 21. Kh1 Lc3(R)
Weiß stimmte meinem Remisangebot zu- überraschend, da er erheblich besser steht, trotz einem Bauer weniger. Es hätte folgen können: 22. Dh4 Se2 (der Läufer braucht ja Platz) 23. e5! mit vielen Chancen: h7 ist gefährdet, ein Einschlag auf e 6 ist denkbar, der Turm auf a 8 bedroht...
So kam ich mit einem blauen Auge davon. :-)