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Aus Partien (61a)

gammapappa, 1/28, 08. Sep '25

Ich erlaube mir mal, in die Serie von Vabanque reinzukrätschen. Bleibt eine Ausnahme.
Die Schlusskombination mit Opferreigen hat mich aber dermaßen beeindruckt, dass ich sie euch nicht vorenthalten wollte.
Es handelt sich um Kortschnoi (Weiß) gegen Karpow.
Matt in 9 Zügen
5r2/r3Npkp/3pn1p1/qbnNp2P/1p2P3/5P2/PP1QB1P1/1KR4R w KQkq - 0 1

Vabanque, 2/28, 08. Sep '25

>>Ich erlaube mir mal, in die Serie von Vabanque reinzukrätschen.<<

Gerne! Nur zu!👍

Vabanque, 4/28, 08. Sep '25

Ich habe jetzt nach einiger Tüftelei ein Matt in 10 gefunden.
Vielleicht habe ich ja irgendwo eine Abkürzung übersehen, oder meine Lösung ist nicht identisch mit der 'Buchlösung', aber ich schicke sie dir mal, denn es ist ja eine Partie, wo die Zügezahl irrelevant ist, Hauptsache Matt!

cutter, 5/28, 09. Sep '25

@vabanque
Wobei es wahrscheinlich ist, dass die Kombi ein Loch hat, denn hier irgendwo einen Zug liegen zu lassen, geht eigentlich nicht.
Bei mir waren es heute Nachmittag 9 Züge...

Vabanque, 6/28, 09. Sep '25

@cutter: Wenn du deine Lösung an gammapappa genau wie ich schon abgeschickt hast, kann ich dir ja mal meine 10 Züge schicken zum Vergleich.

Vabanque, 7/28, 09. Sep '25

Aus Alapins Kommentar könnte man ja schließen, dass er ebenfalls eine Lösung hat ... nur dass ihm die (ob nun 9 oder 10 Züge) sicher viel zu viel Schreibarbeit ist😜

Konni72, 8/28, 09. Sep '25

Aus welchem Jahr/Wettkampf/Turnier ist denn die Partie?

Vabanque, 9/28, 09. Sep '25

Das hatte ich mich auch gefragt, aber das verrät uns SF gammapappa sicher nach der Auflösung ... ansonsten könnte man die Partie allzu leicht ergoogeln. Und wir wollen ja selbst knobeln. Es lohnt sich wirklich!

gammapappa, 10/28, 09. Sep '25

Bisher gelöst haben:
cutter
Vabanque
toby84
Ein 10.Zug ist richtig, ist aber nur ein Verzögerungszug.
Ort und Zeit der Partie war leider nicht aufgeführt.
Lt. Text könnte es mit Baden-Baden zu tun haben (vor 2000)

Vabanque, 11/28, 09. Sep '25

Unser Recherche-Ass SF Oli1970 kriegt bestimmt die genauen Partiedaten raus👍

Vabanque, 12/28, 09. Sep '25

Übrigens ist dies, so weit ich es sehe, bisher der einzige Fall, wo eine Schachaufgabe mehr Likes als Löser hat; sonst war es immer umgekehrt (was natürlich sehr seltsam ist, weil es ja genau genommen bedeutet, dass nicht allen Lösern die Aufgabe auch gefällt).

toby84, 13/28, 09. Sep '25

naja wenn eine aufgabe für mein empfinden simpel ist dann like ich die üblicherweise nicht. aber diese hier ist definitiv nicht simpel, die ist bemerkenswert. ich bin definitiv kein kortschnoi.

toby84, 15/28, 09. Sep '25

ja, mit analysebrett. ich hätte nicht die geringste chance gehabt, diese aufgabe ohne analysebrett zu lösen. das kann ich mit absoluter sicherheit ausschließen, egal wie viel zeit man mir dafür gibt.

Vabanque, 16/28, 09. Sep '25

Es sind alles Zwangszüge fast ohne Verzweigungen (ich denke, dass dieser Mini-Spoiler erlaubt ist), daher wohl schon auch im Kopf recht gut zu berechnen. Aber natürlich habe ich auch mit Analysebrett gelöst.

toby84, 17/28, 09. Sep '25

nö, bei 9 oder 10 zügen mit so vielen unterschiedlichen steinen bin ich ganz sicher raus. da reicht meine vorstellungskraft nicht, mein inneres auge würde leuchten vor lauter phantomfiguren. und so wenige verzweigungen sind das auch nicht. ich habe alleine drei varianten angegeben, und das waren nicht alle.

Vabanque, 18/28, 09. Sep '25

>>mein inneres auge würde leuchten vor lauter phantomfiguren<<

Ja, das ist das Problem bei längerzügigen Berechnungen im Kopf. Man sieht dann immer weniger die Figuren auf den Feldern wo sie nach n Zügen wirklich stehen. Siehe auch die erste Folge der 'Schachgedanquen' (Restabbild). Geht aber Spielern beliebiger Stärke so.

toby84, 19/28, 09. Sep '25

das kann nicht sein, sonst gäbe es keine spieler, die 50 partien parallel blind absolvieren können. die müssen in der lage sein, die bretter vor dem inneren auge zu sehen und auch die figuren nach belieben gedanklich umzustellen. vll nicht perfekt, aber sehr gut. ich kann das gar nicht.

Vabanque, 20/28, 09. Sep '25

Ja, aber Blindspiel ist eine spezielle Fähigkeit, die zwar jeder GM beherrscht, aber nicht gleich gut. Kommt wohl drauf an, in welchem Maße man diese Fähigkeit trainiert hat. Bei chessmail mit seinem Analysebrett trainiert man Blindschach jedenfalls nicht.

toby84, 21/28, 09. Sep '25

eben 😉 ich kann absolut kein blindschach. und ich bin überzeugt davon, dass man dafür eine gewisse veranlagung braucht. und jeder sehr starke schachspieler braucht diese fähigkeit zu einem gewissen grad, sonst könnte er niemals so stark spielen. auch davon bin ich überzeugt. sonst kann man eine kombination wie diese schlicht nicht finden.

Alapin2, 22/28, 09. Sep '25

Wir haben damals als junge Schächer manchmal halbblind gespielt.2 Leute in verschiedenen Räumen, jeder nur mit den eigenen Figuren vor der Nase.Ein reitender Bote überbrachte die Züge.Sehr witzig und schwierig genug !

Peke, 23/28, 09. Sep '25

Ich erinnere mich an ein 24 Stunden nonstop Blitzturnier in Brüssel, zu dem wir mit dem Zug angereist sind. Der einzige Nichtschachspieler in unserem Abteil muss sich sehr über unsere Unterhaltung gewundert haben: e4, c5 usw. . Wir hatten kein Brett dabei und brauchten auch keins. Wir spielten Blindschach.

gammapappa, 24/28, 12. Sep '25

Peke hat gelöst.
Am Sonntag löse ich für alle auf

gammapappa, 25/28, 15. Sep '25

Alapin2 hatte ich leider bei den Lösern vergessen, und dabei war es diesmal besonders ausführlich.
LÖSUNG:
1.Dh6 Kxh6 (Damenopfer)
2.hxg6 Kg5
3.Th5 Kxh5 (Turmopfer)
4.f4 Lxe2 (Läuferopfer)
5.Sf6 Kh6 (Kh4 Sf5#)
6.Th1 Kg7 (Schwarz kann durch Dazwischenstellen 1 Zug verzögern)
7.Se8 Txe8 (Springeropfer)
8.Txh7 Kf6/Kf8
9.Txf7#

gammapappa, 26/28, 15. Sep '25

Die Partie geht auf Sergijesky-Vijgand zurück.
Sie spielt im Schachmusical "Chess" eine Rolle.
Sie wurde wahrscheinlich auf Grund der spielenden Figuren im Musical fiktiv Kortschnoi und Karrpow zugeschrieben, da deren Rollen im Leben gut mit den Figuren des Musicals übereinstimmen.
So habe ich es jetzt verstanden.

Konni72, 27/28, 15. Sep '25

Ich dachte mir schon, dass das nicht Korchnoi und Karpov gespielt haben.. anderenfalls hätte man sicher schon einmal von so einem spektakulären Korchnoi-Sieg gehört/gelesen..

Vabanque, 28/28, 16. Sep '25

Die ganze Partie ist wohl rein fiktiv und wurde von den schachlichen Beratern des Musicals konstruiert.

Das macht die Kombination selbst zwar nicht weniger schön und interessant, aber Diskussionen darüber, wie jemand das alles am Brett vorausberechnen konnte, sind damit natürlich hinfällig.

Trotzdem gibt es Kombinationen vergleichbarer Länge, teils sogar noch mit mehr Verzweigungen, die ein Spieler am Brett tatsächlich berechnen konnte. Vielleicht ein Thema für die nächsten 'Schachgedanquen', falls ich die Reihe fortführe.