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Eventualzüge für schnellere Spiele

shaack, 1/33, 06. May '26

shaack - 06. May '26
Ich frage mich, wenn ich mir manche Spiele anschaue, ob allen klar ist, wie hier Eventualzüge funktionieren. Grade im Endspiel oder in der Eröffnung gibt es ja oft 3-4 aufeinander folgende Züge, die man damit direkt eingeben kann und dann nicht lange auf eine eh vollkommen eindeutige Antwort warten muss.

toby84, 2/33, 06. May '26

toby84 - 06. May '26
es gibt spieler, bei denen für mich schach nur das spielerische medium für die fortlaufende asynchrone konversation ist. dabei ist es ganz egal, ob ein spiel früher oder später endet. geschwindigkeit ist eigentlich nur in turnieren ein relevanter faktor, ansonsten spielt sie für mich überhaupt keine rolle.

brauna, 3/33, 06. May '26

brauna - 06. May '26
Eventualzüge sind eine tolle Sache, die ich gerne nutze. Faszinierend ist, wie oft ich mit meinen Prognosen daneben liege.

Feyerabend, 4/33, 06. May '26

Feyerabend - 06. May '26
Ich nutze ab und zu Eventualzüge, finde das auch praktisch. Habe aber auch schon Kommentare bekommen, dass manche das unhöflich finden.

aspire5, 5/33, 06. May '26

aspire5 - 06. May '26
Ich benutze das gar nicht. Toby84, ich mag allgemein "schnelle" Spiele, egal ob Turnier- oder Freundschaftsspiel. Aber ich habe schon mit einigen Chessmailern gespielt, die Eventualzüge durchaus nutzen. Meist sind es gute Schachspieler, die so etwas gut berechnen können. Für mich, als schlechter Spieler hat die Funktion keine Relevanz.

toby84, 6/33, 06. May '26

toby84 - 06. May '26
oh ich nutze eventualzüge durchaus, gerade in den turnieren. schon um mir die analysierten varianten merken zu können. und in den anderen partien manchmal zum spaß, weil ich im vorhersagen gegnerischer züge gar nicht so schlecht bin. aber in den nicht-turnier-partien macht es eigentlich keinen unterschied für mich, ob ich sie nutze oder nicht. denn zeit ist da für mich kein relevanter faktor.

Vabanque, 7/33, 06. May '26

Vabanque - 06. May '26
Was soll denn bitteschön an Eventualzügen unhöflich sein?🤔

Ich muss mir doch sowieso meine Antworten auf zu erwartende Gegenzüge vorher überlegt haben, also kann ich sie ebensogut auch gleich eingeben. Und bei erzwungenen Gegenzügen erst recht.

mr20, 8/33, 06. May '26

mr20 - 06. May '26
Eventualzüge können ein "Ich-habe-dich Durchschaut" und damit Überlegenheitsgefühl andeuten.
Aber wie bei jeder Kommunikation kommt es auf Sender und Empfänger an, welche Botschaft ankommt.

TscheierDeluxe, 9/33, 06. May '26

TscheierDeluxe - 06. May '26
Shaacks Beobachtung ist absolut korrekt.
Nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil an Spielern hat Freude daran und nutzt es regelmäßig. Es gibt auch Spieler die Eventualzüge so schlimm finden, dass sie deshalb Partien aufgeben...

In der Turboserie gibt es schon Spieler wie tusenbach, KD132 oder Turmgabel die auch mal zu Eventualzügen greifen. Aber auch hier spielt die Mehrheit ohne und das obwohl hier meistens Schnellspieler teilnehmen und man annehmen könnte, dass hier viele damit spielen.

shaack, 10/33, 06. May '26

shaack - 06. May '26 Edited
Danke für die Bestätigung,... und daher vermute ich, dass viele gar nicht wissen, wie man die verwendet. Weil es mir unlogisch erscheint, sie nicht zu verwenden, wenn man weiss, wie es geht. Leider wurde genau diese Frage bisher nicht beantwortet.

hackelbaer, 11/33, 06. May '26

hackelbaer - 06. May '26
Hallo Vordenker_innen,

ich persönlich nutze es gerne, wenn mir die nächsten X Halbzüge sehr überschaubar erscheinen. Das hat Nix mit Stress oder Überlegenheitsgefühlen zu tun, sondern schlicht mit freude am Schach. Ich will keine Zeit mit Routinekram verplempern, sondern möglichst rasch wieder zu interessantem Spiel kommen. Das ist ungefähr derselbe Grund, warum ich verlorene Partien auch rasch aufgebe oder mich ärgere, wenn Andere offensichtlich verlorene Partien mit aller Gewalt über die Zeit ziehen.

Und wenn ich ohnehin auf einen Zug warten muss, dann kann ich doch auch über der einen oder anderen Möglichkeit brüten.

Ich wünsche mir daher - wenn auch nicht sehr dringlich - einen Ausbau dieses Features. Manchmal ist es ja schließlich wirklich egal, welchen Bauern die Gegner_in zieht, ich weiß, was ich tue. ...

Ad Astra

Teddy

shaack, 12/33, 06. May '26

shaack - 06. May '26 Edited
Auch aus meiner Sicht, hat die Nutzung von Eventualzügen nichts mit Überheblichkeit zu tun. Sondern im Gegenteil, sie zeugt von Voraussicht und Achtung gegenüber den anderen Teilnehmern eines Turnieres, die zum Beispiel auf das Ende einer Runde warten.

TscheierDeluxe, 13/33, 06. May '26

TscheierDeluxe - 06. May '26 Edited
Ich sehe das genauso...
Vorraussicht was doch der Gegner ziehen könnte ist eine wichtige Komponente im Schach und es macht Spaß darüber zu grübeln.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass mein Nahschach in den letzten Jahren davon profitiert hat, dass ich hier sehr umfänglich Eventualzüge nutze.
Es ist nämlich mittlerweile in meinem Kopf so verankert, dass ich sehr weit für meinen Gegner mitrechne und das am Brett automatisch bei Wettkämpfen auch mache.

Früher musste ich mich mehr dazu überwinden die potentiellen Züge von meinen Gegnern zu suchen, weil man ja am liebsten seine eigenen Optionen nur sehen möchte.

Ob ich dadurch mehr Partien gewinne weiß ich nicht, aber ich bin definitiv schwerer zu besiegen, weil ich mich immer in die Situation meines Gegners und seiner Züge versetze.

Um auf Shaacks Frage zu kommen...

Da bin ich mir nicht sicher, ob es selten genutzt wird, weil man nicht weiß wie oder ob die Leute es einfach nicht mögen oder für notwendig halten. Wird wahrscheinlich beides der Fall sein und ist am Ende auch etwas Geschmackssache. Für mich ist es absolute Freude Varianten mitzusenden und ein schönes Gefühl, wenn man etwas richtig antizipiert hat. Mit Hohn gegenüber dem Gegner hat das überhaupt nichts zu tun.

Hasenrat, 14/33, 06. May '26

Hasenrat - 06. May '26
Ein Eventualzug, gerade mehrere hintereinander, können schon psychologisch schwierig wirken auf das Gegenüber. Denkt euch eine normale OTB Partie, wo euer Gegenüber jeden eurer Züge so kommentiert: wusste ich!! Deshalb mache ich den! Wusste ich!! Deshalb mache ich den! Wusste ich auch, war so klar! Deshalb mache ich den!
Entspanntes Spiel ist anders oder? 😁

Ich nutze manchmal Eventualzüge gerade vor einer Kombination nicht, um den Gegner glauben zu lassen, ich sei überrascht und wiege ihn so in Sicherheit. 😜

Hasenrat, 15/33, 06. May '26

Hasenrat - 06. May '26
Manchmal hat es auch die Wirkung und den "Charme" wie bei einem Gespräch, wo euer Gegenüber eure Sätze für euch beendet, weil es ihm offensichtlich zu schleppend geht. Er weiß ja sowieso, was ihr sagen wollt ... 😜

Hasenrat, 16/33, 06. May '26

Hasenrat - 06. May '26
Es wäre witzig, wenn auch dem Gegner die Fehlvoraussagen angezeigt würden, das würde dann den Eventualzugeingeber ein bisschen düpieren! 😜

Hasenrat, 17/33, 06. May '26

Hasenrat - 06. May '26 Edited
Also ich nutze häufig Eventualzüge!
Ich verstehe aber die psychologische zweischneidige Komponente! Als Eventualzug-Erleider fühlt man sich immer irgendwie zumindest ein kleines bisschen vorgeführt.
Ausgenommen Abtauschschlag- und Nur-eine-Möglichkeit-Züge - klar.

shaack, 18/33, 06. May '26

shaack - 06. May '26 Edited
Haha, ja, "Das wäre mein Zug gewesen, wenn du das und das gespielt hättest". Oder "Gratulation, Eventualzug Sg5 verhindert!". Kompliziert wird es, wenn die generische Person zwei Evenutalzüge eingibt und einer stimmt. "Ja, das habe ich geahnt, aber auch das und das hätte ich schon vorher gewusst!".

Zu den "nur eine Möglichkeit Züge". Hier hatte ich per E-Mail schonmal den Vorschlag bekommen, dass man solche Züge dann einfach knallhart automatisch durchführt, auch wenn niemand sie gesehen hat, wenn es wirklich nur einen Zug gibt. Fand ich aber auch schwierig.

Hasenrat, 19/33, 06. May '26

Hasenrat - 06. May '26
Und Eventualzüge haben hier den gravierenden Nachteil, dass eine Zugnachricht übersprungen, ausgegraut wird, so dass man eine Antwort versäumt.

shaack, 20/33, 06. May '26

shaack - 06. May '26 Edited
Okay, aber das mit den Nachrichten ist nur ein UX/UI-Problem, das ist kein Prozess-Problem. Da muss man nur etwas nachdenken und findet eine Lösung.

mr20, 21/33, 06. May '26

mr20 - 06. May '26
In einer normalen Spielsituation empfinde ich es nicht als Vorteil, die Partie mit Eventualzügen zu beschleunigen. Ich würde auch nicht meine ganze Analyse in Eventualzügen ablegen wollen. Ich spiele die Partie ja nicht, um sie möglichst schnell hinter mich zu bringen.
Bei langweiligen Phase, wenn es offensichtlich ist, wie es weiter geht, sind sie eine Belebung.
Einen Automatismus fände ich schädlich für den Spielspaß.

TscheierDeluxe, 22/33, 07. May '26

TscheierDeluxe - 07. May '26
Automatismus fände ich auch überhaupt nicht gut.
Es ist super so eine Funktion zu haben und jeder kann selbst entscheiden ob und wann er sie nutzen möchte.
Ich nutze auch Pre-Moves im Live Schach. Das geht dann aber öfter mal schief.

Beule, 23/33, 07. May '26

Beule - 07. May '26
"mr20 - vor 8 Std.

In einer normalen Spielsituation empfinde ich es nicht als Vorteil, die Partie mit Eventualzügen zu beschleunigen. Ich würde auch nicht meine ganze Analyse in Eventualzügen ablegen wollen. Ich spiele die Partie ja nicht, um sie möglichst schnell hinter mich zu bringen.
Bei langweiligen Phase, wenn es offensichtlich ist, wie es weiter geht, sind sie eine Belebung.
Einen Automatismus fände ich schädlich für den Spielspaß."

Da bin ich voll dabei!! Ich spiele sie in genau solchen Situationen ebenfalls gerne. Auch in "nur eine Möglichkeit, zu ziehen"-Situationen, wie von Hasenrat erwähnt, finde ich das gut und angebracht. Aber nie!! die letzten Züge in einer Partie mit erzwungenem Matt! Das wiederum finde ich unpassend, da man ja keine Möglichkeit mehr hat, sich für's Spiel zu bedanken (außer PN).
Gruß
Andi

toby84, 24/33, 07. May '26

toby84 - 07. May '26
dafür reicht doch der letzte zug? oder hat man dann angst, dass der gegner vorher schon aufgibt und wiederum die chance auf einen abschließenden dank vertan ist?

Beule, 25/33, 07. May '26

Beule - 07. May '26
najaaa ... da von Angst zu sprechen würde doch zu weit führen ;-)
Aber ja, ein Dank wäre auch dann nur via PN möglich und somit zusätzlicher Aufwand ...

japetus1962, 26/33, 07. May '26

japetus1962 - 07. May '26
siehe vor: ....Aber nie!! die letzten Züge in einer Partie mit erzwungenem Matt!
...
das ist eine Frage vom Respekt vor dem Spielpartner.

toby84, 27/33, 07. May '26

toby84 - 07. May '26 Edited
Weil? Das halt so ist? Das total offensichtlich und selbsterklärend ist? Das jeder von selbst weiß, der anstand hat? Oder gibt es auch einen echten grund?

Oder um es anders zu formulieren: ich kann auch respekt vor meinem gegner haben und trotzdem gegen spielende eventualzüge nutzen.

Alapin2, 28/33, 07. May '26

Alapin2 - 07. May '26
Hehe,es gab mal, in alten Zeiten, die Angewohnheit, daß "Mattansagen" üblich waren.Da sagte der olle Steinitz ein Matt in 5 an.Hat doch mit "Respekt" nix zu tun, eher mit "Prospekt" ( lat. prospicere).
Na gut,Bardeleben rannte türenknallend aus dem Turniersaal (war allerdings keine Mattansage, stand nur platt),trotzdem war die Ansage üblich und galt als "ehrenhaft".
Heutzutage ist man, nach Eurer Meinung (?), wohl eher beleidigt, wenn der Gegner
schon was vorgeplant hat ??(Auwei,2 ??,gibt Ärger, bin ja bekanntlich auch unterbemittelt).
Weicheier 🤣 (ohne !!)

mr20, 29/33, 07. May '26

mr20 - 07. May '26 Edited
Kommunikation ist eben auch eine Sache der Konvention. So kommt es oft zwischen Hund und Katze zu Mißverständnissen. Beide würden vielleicht sagen, ich war höflich aber die andere....!
So scheint es auch bei uns Schachspielern unterschiedlich Konventionen/Erwartungen zu geben.
Der eine ist nüchtern und sachlich, der andere fühlt immer auch eine Beziehungsaussage mit.
Die eine ist laut mit vielen "!!!!", die andere fühlt sich davon gestört.
Da gibt es keine Lösung, als ein wenig dem anderen in seinen Erwartungen entgegenzukommen, und umgekehrt nicht sofort einzuschnappen, wenn ein anderer sich nicht den eigenen Konventionen fügt.

Andro54, 30/33, 09. May '26

Andro54 - 09. May '26
[gelöscht]

hackelbaer, 31/33, 09. May '26

hackelbaer - 09. May '26
Ääää`? Andro54,

mir erschließt sich der Sinn Deines Beitrages nicht.

Wenn überhaupt, dann steht da m.E. drin, wir sollten das Forum nicht mehr benutzen.

Aber das wäre in einem Forenbeitrag ja auch irgendwie blöd zu schreiben.

Ich bitte um Aufklärung

Per Aspera

Teddy

shaack, 32/33, 09. May '26

shaack - 09. May '26 Edited
@hackelbaer Besser nicht drauf eingehen, das ist ein typischer Trollbeitrag. Dem Autor ist die Mehrdeutigkeit bewusst und zielt nur darauf ab, Reaktionen hervorzurufen.

hackelbaer, 33/33, 09. May '26

hackelbaer - 09. May '26
Hi Stefan,

> das ist ein typischer Trollbeitrag.

Natürlich! nach meiner Erfahrung gibt es 3 Möglichkeiten, damit umzugehen:
1. Gar nicht reagieren: Das ist nicht meines, weil das unser Forum ist und nicht das der Trolle.
2. Sich drauf verlassen, dass der Wirt von seinem Hausrecht gebrauch macht und zumindest dieser Account gelöscht wird.
3. So antworten, als ob der Beitrag ernst gemeint gewesen wäre und drauf hoffen, dass dem Troll seine eigene Tat zu bewussstsein kommt.


Nach meiner Erfahrung ist #3 die nachhaltigste Vorgehensweise.

Per Aspera

Teddy