Chess topics

Hochgefühle im Schach

brauna - 14.11.18    

Kennt ihr das auch?
Ihr seid hier bei cm in der Partie nahezu am Verzweifeln, bringt das Analysebrett fast zum "Glühen", und plötzlich Isser da, der optimale Zug, der vielleicht sogar den Sieg einläutet, und ein inneres Hochgefühl stellt sich ein! Immer wieder eine tolle Sache! :-)

Oder aber auch diebische Freude, wenn der Gegner klar im Vorteil ist, und du verpasst ihm eine volle Breitseite mit einem genialen - für den Gegner - unerwarteten Zug... ;-))

keinstein - 14.11.18    

Ja, das kenne ich auch sehr gut; langes Nachdenken und manchmal auch das zwischenzeitliche Ruhenlassen bringen es eben!

Schlafabtausch - 15.11.18    

Ein Kollege aus dem Scahchverein erzählte dass er manchmal ne technik anwendet die er aus dem Fahrsicherheitstraining kennt (!?).

Taucht beim fahren plötzlich ein Hindernis vor einem auf, muss man lernen nicht AUF dieses Hindernis zu starren, sondern sich absichtlich zwignen drann vorbei zu gucken auf den Weg der drann vorbei führt.

Das übertrug er aufs Schach: Habe ich an einer Stelle ein Problem und komme nicht weiter, mal Absichtlich ganz woanders auf dem Brett hingucken und Anaylsieren, vielleicht ergibt sich auf der anderen Seite ja ne Lösung. Also nicht auf die Problemstellung gucken sondern bewusst woanders hin.

Das versuche ich auch zu beherzigen, komme ich Partout nicht weiter versuche ich mich von der Problemstellung zu lösen und bewusst mal kreativ nen ganz anderen Ansatz mit figuren die an der Problemstellung garnicht beteiligt sind etc zu finden. Dann kommen statt verteidigung oft Konter Ideen bzw. Möglichkeiten zum vorschein.

attacca - 15.11.18    

Oder unters Brett gucken, dann fallen die Figuren der schlechten Stellung um.

blaessupp - 15.11.18    

geht nicht, habe Magnetschach!

Oli1970 - 15.11.18    

Ein Magnet unter der Tischplatte kann in diesem Fall die Stellung verbessern helfen ... :-)

Geldvernichter - 15.11.18    

Oder man setzt den Revelation 2 ein. Ich mach das allerdings nicht,wie man an meinen wenigen Punkten ersehen kann. :))))

brauna - 15.11.18    

@Schlafabtausch: Das kenne ich auch nur zu gut: Du hast den Fokus auf einen Ausschnitt des Bretts, wo du eine vermeintlich gute Strategie verfolgst, und der Gegner überrumpelt dich an anderer Stelle des Bretts.

Oder ich mache einen Zug, und 1 Sek. später sehe ich die Katastrophe, die ich damit ausgelöst habe.
Manchmal zum Aus-der-Haut-fahren ;-))

Schlafabtausch - 15.11.18    

Das mit dem Fokus am Brett kann man gut beobachten bei Blinden Spieler, wir hatten in unserem Verein einen blinden Spieler, man konnte immer schön sehen in welcher Region er gerade die Steine Abtastete also wo er zur Zeit "rumdenkt"....

Das setzte er aber auch gerne mal als Finte ein, damit man sich eben als Gegner NICHT Drauf verlässt.. :-)

Schön war auch wenn er bspw. eine Figur eignestellt hat, wenn man die dann schlug kam von ihm oft: "Oh, das habe ich nicht gesehen!"

toby84 - 15.11.18    

Gegen unseren blinden Spieler konnte man entfernt stehende Figuren gut nutzen. Das hat vor allem gut mit Läufern auf der langen Diagonale funktioniert, die plötzlich aus dem Nichts heraus zuschlagen. Die hat unser Blindspieler gerne übersehen, wenn sie längere Zeit inaktiv waren. Man kam sich fast schon schäbig vor, auf diese Weise Figuren zu gewinnen.

Schlafabtausch - 15.11.18    

ÜberSEHEN ist gut. Aber das hat glaub ich mit dem Blind nichts zu tun, das Übersehen auch sehende Spieler gerne.

Ausserdem hindert auch den Blinden Spieler nichts daran nochmal die "anderen Ecken" zu überprüfen ob da noch was stehen könnte dass er vergessen hat.

Blinde Spieler kriegen gegen sehende nicht umsonst mehr Zeit.

toby84 - 15.11.18    

Der Unterschied ist, dass der Beobachtungsraum ein anderer ist. Ein sehender Spieler hat gar keine andere Wahl, als das komplette Brett zu sehen. Auch wenn er Teile davon bewusst ignoriert, sich also auf Einzelbereiche konzentriert, ist es praktisch unmöglich, zu übersehen, dass weit auf der anderen Seite des Feldes ein einsamer Läufer steht. Schwieriger wird es natürlich dann, wenn der Läufer beispielsweise unauffällig in einer Reihe von Bauern geparkt ist, die von ihm ablenken. Aber erst mal sieht der sehende Mensch jede Figur, ohne sich allen Brettbereichen erst umständlich zuwenden zu müssen. Der Aufwand, einfach nochmal kurz bewusst das Gesamtbild anzugucken, ist deutlich geringer als beim blinden Spieler.

Schlafabtausch - 15.11.18    

Und deshalb kriegt der Blinde Spieler zum Ausgleich mehr Zeit auf die Uhr.

toby84 - 15.11.18    

Genau. Mehr Aufwand ist es trotzdem, und offensichtlich nimmt sich nicht jeder blinde Spieler die Zeit :)

Schlafabtausch - 15.11.18    

Aber auch das ist seine Entscheidung wenn er das riskieren will und die Zeit lieber für was anderes verwendet.

toby84 - 15.11.18    

Klingt so, als würden wir gerade über etwas diskutieren, worüber wir uns eigentlich einig sind. Das Übersehen der entfernt stehenden Figuren HAT natürlich etwas mit der Blindheit zu tun, aber der blinde Spieler kann mit etwas Mehraufwand dieses Defizit ausgleichen. Dafür hat er auch einen Zeitvorteil gegenüber sehenden Spielern, die Fairness ist also so weit es geht gewährleistet.

Schlafabtausch - 15.11.18    

Richtig. Alles gut

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