Miscellaneous

Streik bei der Bahn

Verdi - 10.12.18  

Ein seit Jahren im Amt befindlicher und total unfähiger Vorstand, streitet sich mit unqualifizierten Gewerkschaftsvertretern auf dem Rücken der Kunden !

degroeta - 10.12.18    

" Jep, wenn die Belegschaft nur einsehen würde, dass ein Streik von Mitternacht bis um 0 Uhr völlig ausreicht. Schließlich zahlt der Vorstand dann automatisch mehr Gehalt. Diese archaische Errungenschaft der Streikautonomie gehört auf der Stelle abgeschafft. " Ironie aus

Tschechov - 10.12.18   +

Irgendwie lustig, daß ein user, der sich einen nickname zugelegt hat, der auch der Name einer Gewerkschaft ist, gut konsumkapitalistisch im Namen des Kunden argumentiert.

Verdi - 10.12.18    

Ich bin Opernfan , kein Fan von Gewerkschaften !

Hasenrat - 10.12.18    

"Unfähiger Bahnvorstand"??
Also bitte, einer von uns, der Richard Lutz! Hat bestimmt mehr DWZ u. ELO als wir alle hier! ;-)

Vabanque - 10.12.18    

>>Verdi - vor 19 Min.

Ich bin Opernfan , kein Fan von Gewerkschaften !<<

Ich auch. Wobei mir die Gewerkschaft, die du im Namen hast, die Musik des gleichnamigen Komponisten eigentlich ziemlich verleidet hat ... ob 'Traviata', 'Trovatore' oder 'Forza del Destino', immer muss bei dieser göttlichen Musik zwischendrin an die weit weniger göttliche Gewerkschaft denken :-((

Vabanque - 10.12.18    

>>Hasenrat - vor 10 Min.

"Unfähiger Bahnvorstand"??
Also bitte, einer von uns, der Richard Lutz! Hat bestimmt mehr DWZ u. ELO als wir alle hier! ;-)<<

HALT!! Du meinst einen anderen Lutz. Der GM Lutz heißt nicht Richard mit Vornamen.

Hasenrat - 10.12.18    

Nein.
"Als Turnier-Schachspieler trat er in den 1980er Jahren in Erscheinung, so erreichte er 1981 bei der deutschen Jugendmeisterschaft den zweiten Platz,[18] gehörte der Sportfördergruppe der Bundeswehr an[19] und spielte mit dem SC Miesenbach in der 2. Bundesliga[20]." Siehe https://de.m.wikipedia.org/wiki/Richard_..

Hasenrat - 10.12.18    

Die Gewerkschaften sind eine tragende Säule der Demokratie.

Vabanque - 10.12.18    

Und die Streiks treffen immer nur Unschuldige.

Ich hoffe mal, dass die Bahn am Samstag nicht streikt.

Hasenrat - 10.12.18    

Da sei Richard Lutz vor!^^

Hasenrat - 10.12.18    

Andererseits bricht ja dann auch die Kälte herein. Da hat die Bahn ja bekanntlich ohnehin technische Probleme, so ab unter 5°C ...

Vabanque - 10.12.18    

Bitte mal den Teufel nicht an die Wand ... normalerweise hat ein ICE nach meiner Erfahrung sowieso schon meist ca. 2 Stunden Verspätung ... wieviel hat er dann noch bei Kälte UND Streik? Nicht auszudenken ... dann würden wir uns ja erst am Sonntag sehen :-(

Vabanque - 10.12.18    

Außerdem ist das mit der Kälte komplett unsicher. Und in Düsseldorf ist es sowieso immer viel wärmer als im Rest Deutschlands.

Vabanque - 10.12.18    

Irgendwie ist das jetzt off-topic ... und alle chessmailer mit Ausnahme von etwa 5-10 Leuten werden keine Ahnung haben, worüber wir gerade schreiben ;-)

kimble - 10.12.18    

"Gemeinsam jeck"
lautet das Düsseldorfer Karnevalsmotto 2019!...:-))

macmoldis - 10.12.18   +

... forum geht's?

ach ja, bei der Bahn wurde gestreikt?
stellt sich die Preisfrage:
Wann hat die EVG eigentlich das letzte mal bei der Deutschen Bahn zur Durchsetzung ihrer Forderungen einen Warnstreik gemacht?
Von einem richtigem Streik ganz abgesehen?
Wann waren das letzte mal Fahrdienstleiter beteiligt, bzw es halbwegs spürbar?

Der EVG wie auch ihrer Vorgänger GdED/Transnat und GDBA wurde über Jahre hinweg vorgeworfen mit dem Arbeitgeber zu kuscheln. Es lief ohne viel Trara, es reichte Warnstreiks anzukündigen und wenn, dann traf es mal ein paar Werkstätten oder Büros, keiner merkte was. Dementsprechend waren so manche Abschlüsse.
Hat sich die letzten male etwas geändert, vielleicht auch mit Blick auf die GDL, welche sich ihr Streikrecht hat "abkaufen" lassen.


Hab heut so viel Kommentare im Netz zum Warnstreik gelesen, teils so, teils so
Twitterperlen hat ein paar zusammen gefasst:
https://www.twitterperlen.de/die-10-puen..

Hab auch viel Mist gelesen, da gab's selbst den Terrorismusvorwurf

Aber auch gute, eine kurzerläuterung bspw.
https://twitter.com/mr_gamy/status/10719..
(hoffe Nicht-Twitter-User könnens trotzdem lesen)

Tja, ich hatte heute einen freien Tag und konnte mich so nicht auf den "Kriegspfad" begeben und mich als "unzivilisierter Mensch" beweisen, um mal die Begriffe eines meiner Vorgesetzten zu gebrauchen.

.. aber nun werd ich mich mal ins Bett begeben, halb vier klingelt der Wecker, dann werd ich mal wieder sehen den Bahnbetrieb so gut wie möglich abzuwickeln und auf das Ergebnis der Verhandlungen am Tage warten und hoffen, dass man zu einem vernünftigen Ergebnis kommt.


ansonsten gilt:
Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still.
Wenn dein starker Arm es will.


Man muß ja die Gewerkschaften nicht mögen,
ich mag Arbeitgeberverbände und so manche Parteien auch nicht,
was würde es aber ohne die Gewerkschaften für Arbeitsbedingungen und Löhne geben? freiwillig gibt da keiner groß was, Mindestlohn und Niedriglohnsektor für alle?

kimble - 10.12.18    

@macmoldis,
stimmt,....wir waren da zwischenzeitlich etwas vom Thema abgekommen.
Als vglw. aktiver ver.dianer und somit DGB'ler hast Du da meine volle Solidarität und Unterstützung!
Was viele nicht verstehen wollen:
Bei Streiks handelt es sich um Rituale.
Hierfür sind unsere Väter vor rund 100 Jahren auf die Straße gegangen.
Mein Großvater hat bei Dynamit Nobel gearbeitet, Gespräch mit dem Chef nur, wenn vorher die Schuhe ausgezogen wurden!

Viele fragen heute nach einem Lohnabschluss von 5%, "musstet Ihr denn dafür streiken?"
Ja, ansonsten wären es nur 2,5% geworden. So ist es nun mal, da sind wir wieder bei den Ritualen.
Im übrigen sollten sowohl den Mütter und Vätern im Kindergarten, den PatientInnen im Krankenhaus und eben auch den DB - Beförderten gerecht entlohntes Personal die jeweilige Sache wert sein...
Mir sind Tarifverträge wichtiger als Merz'sche Vorstellungen, die breite Bevölkerung solle doch zukünftig in Aktien anlegen...
Um diese Tarifverträge werden wir weltweit eher beneidet als bemitleidet.
Wohin Privatisierung um jeden Preis führt sehen wir ja z.B. in der Telefonsparte,
Gewinnen wollen sie uns alle, aber wehe mal, das Internet streikt, da investieren wir dann alle einen Tag in der Telefonschleife unseres Anbieters.

Insofern, auch diese bewegten Zeiten bei der Bahn werden ihr Ende finden...

attacca - 11.12.18    

Streiken ist wichtig und richtig.
Leider werden dadurch Lebensträume vielleicht nicht zerstört aber doch beeinträchtigt.
Der Flug nach USA, vor Monaten gebucht, wird verpasst; die lange geplante Feier nicht erreicht, der andere wichtige Termin fällt aus.
Aber wo gehobelt wird....

EintrachtbS - 11.12.18    

Immerhin geht es in Deutschland in aller Regel gesittet zu. Keine wilden Streiks, keine Straftaten gegen Leib,Leben und Freiheit und die Gerichte kontrollieren die Rechtmäßigkeit. Ganz ohne Beeinträchtigung Dritter geht es eben nicht immer.

brauna - 11.12.18    

@Hasenrat:
Vielleicht hätte Lutz besser beim Schach bleiben sollen, wenn er darin so gut ist!?

Es ist eben nochmal eine ganz andere Hausnummer, ein solch riesiges Unternehmen zu leiten.
Und Fakt ist, es geht viel zu viel schief bei der Bahn! Fast jeden Tag an der Münchener S-Bahn beobachtbar!

mailwurm - 11.12.18    

Fragt mal die insider: der Karren wird seit langem in den Dreck gefahren, so schnell wird es da nicht besser. z.B. Mehdorn sparte die Bahn für den Börsengang kaputt.
Lutz braucht Stehvermögen!
Die politischen Rahmenbedingungen bessern sich allmählich und selbst die Union will mehr Geld für die Bahn ausgeben.

Jupp53 - 11.12.18    

Wenn nicht gestreikt wird gehen auch Lebensträume kaputt, durch Lohndumping u.a.

Die politischen Rahmenbedingungen verbessern sich nicht. Die ökonomischen Tatsachen in Bezug auf Privatisierung (grundsätzlich teurer und bei Infrastruktur aller Art) werden ausgeblendet. Wenn ich das im Gespräch sage, herrscht in den meisten Gesprächen Unglaube und Zweifel. Dabei lohnt sich eine Auseinandersetzung damit. Wer sich informieren möchte, der suche zu PPP (Public Private Partnership), dem staatlichen schwedischen Aktienfonds zur Altersicherung und seine Leistung im Vergleich zu privaten Anbietern, Leistung des Gesundheitswesens und Privatisierung. Letzteres ist etwas aufwändiger. Stichwort: Pro Kopf Kosten der Bruttosozialprodukts und Leistungsfähigkeit.

Ohne Streiks bricht die Gesellschaft langfristig auseinander, weil die ökonomisch mächtigeren den Hals nicht voll genug bekommen. Zu der Erkenntnis kommt auch ein glühender Verfechter des Kapitalismus, wenn er die sozialen Grundlagen der Ökonomie mit im Blick hat.

mailwurm - 11.12.18    

Dem Tagesspiegel entnahm ich:
Für uns steht als Eigentümer der Deutschen Bahn AG nicht die Maximierung des Gewinns, sondern eine sinnvolle Maximierung des Verkehrs auf der Schiene im Vordergrund“, heißt es auf Seite 78 des Koalitionsvertrages. Das heißt: Der Staat verzichtet auf Dividende zugunsten eines dichteren, komfortableren und pünktlicheren Bahnangebots. Das politische Ziel: Bis 2030 soll sich die Zahl der Bahnreisenden verdoppeln, Bahnhöfe, Infrastruktur und Technik sollen modernisiert werden. Aber: „Eine Privatisierung der Bahn lehnen wir ab.“

Ich bin gespannt, ob das nach der nächsten Bundestagswahl noch gilt.

Jupp53 - 12.12.18    

Die Bahn ist privatisiert. Durch eine Überführung in eine AG ist das erledigt.

Hier eine interessante Radiosendung zu dem Thema:
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podc..

Hasenrat - 13.12.18    

Die GDL rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Streiks lt. Tagesschaumeldung gestern Abend.

macmoldis - 13.12.18    

Die GDL kann nicht streiken!
In einer der letzten Tarifverhandlungen/Schlichtung wurde vereinbart, daß von einem Vertragspartner einseitig die Schlichtung angerufen werden kann. Also sollten sie auf die Idee kommen zu streiken muß wohl erst geschlichtet werden. Gerichte würden in solch einem Fall Streiks wohl für unverhältnismäßig erklären.
Die Vereinbarung gilt im Moment bis 2020.

https://www.wsws.org/de/articles/2015/07..

Hasenrat - 13.12.18    

Ich hab das als allg. Lageeinschätzung der GdL und nicht als deren Absichtserklärung verstanden.

Vabanque - 13.12.18    

Aber wie will die GdL wissen, was die EVG machen wird?

Hasenrat - 13.12.18    

Wie willst du wissen, was ein Spieler, bei dem du zuschaust, im nächsten Zug machen wird? ;-)

macmoldis - 13.12.18    

Naja, EVG und GDL verhandeln getrennt und unabhängig voneinander mit der Bahn, jeder für seine Klientel.
Die EVG hat sich in der Vergangenheit aber immer eine Nachbehandlungs-Klausel in den Vertrag geschrieben, falls die andere Gewerkschaft einen anderen/besseren Tarifvertrag abschließt

Hasenrat - 14.12.18    

Nach dem abermaligen Scheitern der Verhandlungen spricht GdL-Chef Weselsky nicht von Streiks über Weihnachten, die derzeit nicht gehen, aber von eventuellen Problemen durch Überstundenabbau.

Vabanque - 14.12.18    

Hoffentlich baut morgen nicht gerade genau der Lokführer, der den ICE lenken soll, den ich gebucht habe, seine Überstunden ab ...

Hanniball - 14.12.18    

@ Vabanque

...nee er hat frei genommen, da (d)sein Zug keine Heizung und Ölaustritt hatte...:)

macmoldis - 15.12.18    

Überstunden abbummeln?
... dann wird wohl zukünftig der Dezember ohne Bahnverkehr stattfinden und man hat einen Monat Zeit die Infrastruktur ohne den störenden Verkehr instand zu setzen ... wenn man nur die Kapazitäten dazu hätte

Aber der Vertrag mit der GDL scheint ja fertig zu sein, nur unterschreiben will die Bahn ihn noch nicht.

mit EVG ist abgeschlossen
https://www.deutschebahn.com/de/presse/p..

Jupp53 - 17.12.18    

Diese Woche im HR-Radio: Ein Stellwerk bei Darmstadt musste geschlossen werden, weil ein (1!) Mitarbeiter krank wurde. Es könnte wieder in Betrieb gehen, als sich jemand bereit erklärte einzuspringen.

Es ist ein Hohn, wenn das Verkehrsministerium jetzt das Bahnmanagement kritisiert, nachdem jahrzehntelang die Schiene als Infrastruktur politisch benachteiligt wurde und die zugesagten Mittel jetzt daran immer noch nicht wirklich etwas ändern. Es gibt sicher berechtigte Kritik am Bahnmanagement. Bloß stinkt der Fisch vom Kopf. Das sind hier die Vorgaben des Kapitalgebers.

macmoldis - 17.12.18   +

In Marburg fand sich kein Ersatz, da fiel dann Samstag um neun bis morgens vor sechs der Zugverkehr aus. Ein Wunder, dass dies nicht öfters passiert ...

So ein Krankheitsfall ist fast immer kurzfristig und das Personal auf dem Stellwerk ist begrenzt. Eine einfache Rechengröße wieviel "P" benötigt man für 24 Stunden in sieben Tagen auf 365 Tage im Jahr, inklusive Urlaubsabwicklung und freien Tagen. Krank ist da keine feste Größe zum Rechnen. Als Reserve bleiben dann höchstens noch Kollegen, die auf mehreren Stellwerken eingesetzt werden können..

So und nun kommt ein Kollege und meldet sich krank, in Marburg wahrscheinlich die Nachtschicht.
Früh- und Spätschicht ist schon im Dienst, die fallen weg, Früh- und Spätschicht vom folgenden auch, das müssen nicht mal die gleichen sein wie am Vortag. Kollegen können im Urlaub sein, andere auch krank. Bleibt derjenige übrig, der seinen freien Tag hat ... und der muß erstmal zu Hause erreicht werden und muß auch in der Lage sein, also nicht gerade ein Bier zum Abendbrot, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder einfach den ganzen Tag unterwegs gewesen, so dass er vor der Schicht keinen ausreichenden Schlaf hatte. Alles Gründe mit gutem Gewissen so eine Schicht abzulehnen.

und derjenige der gerade Schicht hat kann auch nicht unbegrenzt arbeiten. Wenn wie am Wochenende oder stellenweise im Urlaubs-Krankheitsersatz die Schicht so schon 12 Stunden dauert ist dann nicht mehr viel Luft nach hinten.

Vor ein paar Jahren auch erlebt, Nachtschicht meldet sich nachmittags krank, die Spätschicht (planmäßig 14-20 Uhr) mußte bis nachts 2 Uhr bleiben und die Frühschicht (planmäßig 6-14 Uhr) mußte so schon nachts um zwei anfangen.

wenn am freien Tag morgens um fünf das Telefon klingelt und die Bahn ist dran, dann fehlt hundertpro irgendwo die Frühschicht.

Noch kurzfristiger wird's wenn Kollege auf dem Weg zur Arbeit Unfall baut oder
er kommt nicht ran, alles schon gehabt.
( nicht rankommen kann natürlich auch ein Bahnstreik sein, aber der noch auf dem Stellwerk sitzende kann ohne Ablösung nicht nach Hause)

Wenn's Lokführer betrifft, fällt dann mal ein Zug aus, beim Stellwerker/Fahrdienstleiter sind's dann ein paar mehr.

Nee, wie schon gesagt, ein Wunder, dass dies nicht öfters passiert, es findet sich halt meist immer einer der auch kurzfristig zusagt, nur ist das dann keine Zeitungsmeldung wert.

.... böse Zungen lästern natürlich auch und reden von einer Sprachstörung, wenn Dienstreglerin anruft können viele nicht "Nein" sagen.

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macmoldis - 23.12.18    

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u..

"Aus meiner Sicht gibt es im Vorstand zu wenige, die wissen, wie das System Bahn funktioniert“
... der Meinung kann ich mich anschließen, oder har er sie gar von mir übernommen?

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