Miscellaneous

Advents-/Weihnachtsgedichte

brauna - 19.12.18    

Hier ein ganz kurzes:

"Advent, Advent,
der Christbaum brennt."

;-))

Pantophage - 19.12.18    

Weihnachten

Markt und Straße steh'n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus;
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein steh'n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern,
wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen;
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen. -
O, du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff

gammapappa - 19.12.18    

Ein sehr schönes Gedicht aus einer Zeit (vor ca. 200 Jahren) als Weihnachten noch nicht so kommerziell war.

Ich kann hier ein hoffentlich lustiges beisteuern.

Sind Tannennadeln trocken,
fallen sie vom Baum herab.
Kommt Mädchen, laßt euch locken,
auch eure Zeit ist knapp.

Beule - 19.12.18    

Theodor Storm steuert dieses (in meinen Augen) wunderschöne Gedicht bei:

"Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern hernieder lacht;
es brennt der Baum, ein süß’ Gedüfte
durchschwimmet träumerisch die Lüfte,
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muss ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein goldner Kindertraum hernieder,
ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn."

In diesem Sinne allen hier ein paar schöne Festtage.

kimble - 19.12.18    

Beamtenweihnacht

Der Gabentisch ist öd und leer,
die Kinder blicken blöd umher.
Da läßt der Vater einen krachen,
die Kinder fangen an zu lachen.
So kann man auch mit kleinen Sachen
Beamtenkindern eine Freude machen.


Zur Einordnung:
-bin Rheinländer
-bin Beamtenkind
-den Spruch gab's von Vaddern einmal
jährlich

heute kann ich drüber lachen...:-)

attacca - 20.12.18    

Noch ein Rheinländer:

Besser Früh am morgen
als Alt am Abend.

brauna - 20.12.18    

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt,
erst 1, dann 2, dann 3, dann 4,
und wenn das 5. Lichtlein brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt.

;-))

Vabanque - 20.12.18    

Das bekannteste Weihnachtsgedicht dürfte aber trotz allem dieses hier sein:

Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:

„Knecht Ruprecht“, rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt’ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!

Ich sprach: „O lieber Herr Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.“ -

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern.“ -

„Hast denn die Rute auch bei dir?“

Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil den rechten.“

Christkindlein sprach:„So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hier innen find’!
Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind’?

(Theodor Storm, 1817-1888)

Einige Stellen daraus wirken heute natürlich sehr moralisch, die werden auch kaum zitiert oder nur in abgewandelter Form.

123zecher - 20.12.18    

"Zicke Zacke Hühnerkacke."

aus "Weihnachten bei Hoppenstedts" von Loriot

Vabanque - 20.12.18    

'Nein, nicht dieses' ist dort darauf aber die Antwort :-)

herbi - 20.12.18    

Hier mal was auf plattdeutsch:

1. Kiek ins, wat is de Heben so rot.
Dat sünd de Engels, de backt dat Brot.
De backt den Wiehnachtmann sin Stuten,
för all de lütten Lekkersnuten.

2. Nu flink de Teller ünnert Bett,
und legg ju hen und wes recht nett.
De Sünnerklas steit vor de Dör,
de Wiehnachtsmann de schickt em her.

3.Wat de Engels hebbt backt, dat schöllt ji probeern,
und schmeckt dat good, denn hört se dat gern.
Und de Wiehnachtsmann smunzelt:
"nu backt man mehr."
Och, wenn doch blos ers Wiehnacht weer.

Mündlich aus Schleswig-Holstein überliefert.

Die Übersetzung steht im Internet.

zifnab - 20.12.18    

Advent, Advent,
das Zimmer brennt;
Teppich und Gardinen.
Die Mama brennt, der Papa flennt
und ich fress' Apfelsinen.

Ernst Ludwig Diehl, ca. 1985

attacca - 21.12.18    

Heilig Abend in der Messe
der Pfarrer singt ein Weihnachtslied
die Gans gebraten ohne Kresse
so soll es sein laut Schubecks Bried.

RHM 2018

brauna - 21.12.18    

...was ist denn 'Bried'??

attacca - 21.12.18    

könnte sein " gebraten "

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