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Spielabbruch

Adjutantimus - 26.07.20    

Hallo miteinander,

Ich schreibe hier für eine befreundete Spielerin, die noch nicht lange genug bei Chessmail dabei ist un Beiträge im Forum zu verfassen.
Folgendes passierte ihr: sie startete eine Partie mit 7 Tagen Bedenkzeit, wartete die ersten drei Züge jedes Mal nahezu diese 7 Tage, bevor die Partie vom Gegner nach weiteren fast 7 Tagen ohne Wertung abgebrochen wurde. Nun frug sie mich, worin der Sinn dieser Freizügigkeit liegt..ich konnte es nicht beantworten.
Daher frage ich hier mal in die Runde, worin der Sinn des wertungsfreien Spielabbruchs besteht?
LG Adjutantimus

Tschechov - 26.07.20    

Die Frage kann im Grunde genommen nur der oder die beantworten, der oder die abgebrochen hat. Ich finde ein solches Verhalten zwar unhöflich, aber so etwas kommt eben vor. Kleiner Tipp: Es gibt die Ignorierliste.

Vabanque - 26.07.20    

Eventuell meint der Threadersteller aber auch die Frage, warum es hier bei chessmail so eingerichtet ist, dass man eine Partie in der Anfangsphase (es sind wohl die ersten 6 Halbzüge) noch aufgeben kann, ohne dass dies als Verlust gewertet würde. Ich glaube, mann kann in dieser Phase sogar die Zeit überschreiten, ohne dass dies der Gegner als Gewinn reklamieren könnte.

Dies könnte uns in der Tat nur shaack beantworten.

Übrigens: Turnierspiele werden immer gewertet, auch wenn man sie nach dem 1. Zug aufgibt.

Adjutantimus - 26.07.20    

Hallo Tschechov, danke für deine Antwort!
Der oder die wird schon autonom schlüssige Gründe haben. Vielleicht hat ihm die Eröffnung nicht gefallen oder in absehbarer Zeit keine Möglichkeit zum Spielen..
Unsere Frage ging eher in die Richtung, warum es hier auf chessmail überhaupt möglich ist. Sollte es nicht so sein, dass man nach Spielbeginn für seinen König gerade steht?
P.S.: der Gegner hat sie nach Abbruch auf Ignore gesetzt. Ausser 'Hallo' als Begrüßung und drei Züge passierte nichts.

Adjutantimus - 26.07.20    

Ja danke @Vabanque, wie geschrieben war es genau so gemeint.

Tschechov - 26.07.20    

@Vabanque: Ich finde da die Antwort aber naheliegend. Ich kann ja innerhalb der ersten sechs Halbzüge bereits feststellen, ob mein Kontrahent für meinen Geschmack zu langsam zieht. SF Kocudo hat mal ein Spiel gegen mich nach besagten sechs Halbzügen abgebrochen, weil ich zu lange überlegt hatte. Anfangs war ich darüber so beleidigt, daß ich ihn auf die Ignorierliste setzte, aber das habe ich rückgängig gemacht, weil ich ihn im Nachhinein verstehe. Ich spielte die Philidor-Verteidigung, die ersten sechs Halbzüge waren völlig konventionell. Dann aber ließ ich fast sieben Tage verstreichen und SF Kocudo dachte sich wohl: "Das kann ja heiter werden". Im Falle der Freundin von Adjutantismus liegt der Fall ja aber umgekehrt, es war der Langsamzieher, der schließlich hinschmiß.

toby84 - 26.07.20    

Genutzt wird das, um passende Gegner zu finden. Nicht jeder mag es, wenn Gegner immer die 7 Tage Bedenkzeit ausnutzen, insbesondere in den ersten Zügen, wo es nicht viel zu überlegen gibt. Das ignore würde ich deshalb nicht persönlich nehmen. Damit erkennen viele, wessen Spielstil nicht zu ihnen passt.

shaack - 26.07.20    

Die Regel existiert als Maßnahme gegen Punktegaunerei.

Adjutantimus - 26.07.20    

Aber genau dafür gibt es doch die verschiedenen Bedenkzeiten. Wenn ich ein Spiel mit 7 Tagen BZ annehme, dann hat der Gegner auch uneingeschränkt das Recht auf 7 Tage pro Zug. Wenn ihm das Warten nicht passt, dann kann er die Partie ja abbrechen, allerdings mit Verlust..oder sehe ich das falsch? Mal abgesehen davon, dass es hier genau anders herum war.

Tschechov - 26.07.20    

@toby84: Da haben sich unsere Beiträge glücklich überschnitten. Ich muß aber sagen, daß ich für Beendigung des Spiels aufgrund verschiedenen Spielstils gewissermaßen nur formal Verständnis habe. Soll heißen: Nur das Aussitzen der Bedenkzeit ist für mich ein legitimer Grund, abzubrechen. Befremdlich finde ich es dagegen, wenn man abbricht, weil einem die Eröffnung nicht gefällt. Aber das ist vielleicht eher eine Geschmacksfrage, es ist eben erlaubt.

shaack - 26.07.20    

Er wird schon seine Gründe gehabt haben. Jetzt frage ich mal, zurück, sollte man die Regel (Abbruch in den ersten 7 Zügen) abschaffen?

Tschechov - 26.07.20    

Nein! Die Diskussion ist zwar schon mal geführt worden, aber da du fragst, shaack, muß ich noch mal darauf zurückkommen. Die grundsätzliche Frage lautet einfach: Ist alles schicklich, was erlaubt ist? Ich hatte diese Diskussion mal mit SF Schlafabtausch. Die Bedenkzeit ist doch eher ein Richtwert. Natürlich kommt es vor, daß man gerade im Mittelspiel bei komplexer Situation die volle Bedenkzeit mehrmals ausschöpft. Aber wer bei den ersten Zügen bereits sieben Tage überlegen muß, gegen den möchte ich nicht spielen und auch keine Punkte verlieren, weil ich abgebrochen habe.

shaack - 26.07.20    

Da würde ich ganz klar sagen, es ist nicht alles schicklich bzw. sportlich was erlaubt ist. Man kann sich innerhalb von Regeln immer so verhalten, dass man zwar regelkonform spielt aber trotzdem unsportlich und da ist die Stelle wo der gesunde Menschenverstand und soziale Kompetenz gefragt ist. Das ist nicht nur online so, sondern überall.

Tschechov - 26.07.20    

Das sehe ich genauso. Und auch wenn der, der von Anfang an langsam zieht, ja gewissermaßen die Karten offen auf den Tisch legt ("Ich bin eben ein Langsamzieher, gewöhn dich dran") möchte ich gerne die Möglichkeit behalten, wertungsfrei abzubrechen.

Adjutantimus - 26.07.20    

@Shaack: ich würde es aus sportlichen Gründen sehr befürworten diese Regel abzuschaffen. Wer eine Einladung mit bestimmten Parametern erstellt bzw. eine eben solche annimmt, muss sich auch an die Regeln halten. Das ist meine Meinung. Im Live-Schach sollte dies ansonsten genauso möglich sein..?

shaack - 26.07.20    

Ich glaube die Regel hat mehr Vor- als Nachteile.

Adjutantimus - 26.07.20    

Wo liegen denn die Vorteile ausser dass man den Gegner im Regen stehen lässt, das Fairplay mit Füßen tritt und jegliche sportliche Etikette vermissen lässt? Eigene persönliche Pressierlichkeiten à la 'Gegner zieht mit zu langsam' oder 'die Eröffnung gefällt mir nicht' haben bei einem sportlichen Vergleich nichts verloren..meine persönliche Meinung im Sinne des Schachspiels.

Vabanque - 26.07.20    

Vielleicht sollte man mal die Vor- und Nachteile auflisten, damit man über die einzelnen Punkte diskutieren kann.

shaack - 26.07.20    

Der Vorteil "Verhinderung von schnellen ergaunerten Punkten in Spielen gegen sich selbst" könnte inzwischen obsolet sein, da Wertungsspiele gegen sich selbst eh zum sofortigen Ausschluss aus chessmail führen. Ich habe trotzdem ein komisches Gefühl, wenn ich überlege die Regel abzuschalten, weil es zu schnell geht. Man könnte 10 Spiele gegen sich selbst starten und diese sofort beenden und hätte dann ca. 100 Punkte mehr. Wenn man erst 14 Halbzüge in jedem Spiel machen muss, sind das 140 Züge, also eine Stunde nerviger Aufwand.

toby84 - 26.07.20    

@Adjutantismus: Ja die Frage ist inwiefern das sportlicher Vergleich ist. Den hat man ja eigentlich in Turnierspielen. Im Realschach haben Spiele auch nur dann einen Einfluss auf deine Wertung, wenn sie im Turnier stattfinden. Solche Spiele, die man nur abbricht, weil man keine Lust auf den entsprechenden Gegner hat, würden die eigene Wertungszahl verzerren.

Dass solche Spiele nicht gewertet werden, ergibt also durchaus Sinn. Die Frage ist, wie angemessen solche Spielabbrüche sind. Wenn man mit einer fremden Person im Cafehaus ein Spiel beginnt und dann merkt, dass der Gegner einem zu lange überlegt: ist es dann angemessen, das Spiel vorzeitig zu beenden?

shaack - 26.07.20    

Sorry falsch, es sind 7 Halbzüge, nach denen gewertet wird,... trotzdem nerviger Aufwand.

shaack - 26.07.20    

Wir könnten einfach mal versuchen, die Regel zu deaktivieren und schauen, was passiert. Jede Regel die unnötig ist, sollte verschwinden.

Tschechov - 26.07.20    

@toby84: >>Wenn man mit einer fremden Person im Cafehaus ein Spiel beginnt und dann merkt, dass der Gegner einem zu lange überlegt: ist es dann angemessen, das Spiel vorzeitig zu beenden?<<

Unter Umständen finde ich das schon angemessen. Würdest du wirklich gegen einen Kontrahenten weiterspielen, der nach 1. e4 e5 2. Sf3...zwanzig Minuten überlegt? Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, dem anderen zu sagen: "Entschuldigung, so hatte ich mir das nicht vorgestellt" und das Spiel dann eben zu beenden.

Hasenrat - 26.07.20    

Ich finde, man kann hier alles des Genannten mit guten Gründen machen, jedes Mal die Bedenkzeit voll ausschöpfen, Spiele abbrechen, den Gegner auf Ignore als Aussiebungsmittel setzen usw. - aber dann muss man die guten Gründe auch nennen und erläutern und um Verständnis bitten. Die verbreitete rotzfreche Maulfaulheit ist es, was einen dagegen aufbringen kann.

toby84 - 26.07.20    

Da stellt sich die Frage, was man dagegen tun kann?

Hasenrat - 26.07.20    

Nichts. Gelassen bleiben. :-)

toby84 - 26.07.20    

Und es stellt sich tatsächlich auch die Frage, ob wir die moralische Autorität haben, anderen unser Höflichkeitsempfinden aufzuzwängen, selbst wenn uns ein Verhalten gegen den Strich geht

shaack - 26.07.20    

Wenn ich mir das richtig überlege bin ich eher für die Abschaffung der Regel. Wertungsspiele würden durch Abschaffung eher eine Aufwertung erfahren. Sie war damals, als sie eingeführt wurde, eine Maßnahme gegen Punktebetrug. Inwischen gibt es bei chessmail genug andere Mechanismen, die einen Punktebetrug verhindern. Früher gab es zum Beispiel unsichtbare Spiele (ohne Kiebitzen). Oder dass man eh erst mal 10 Spiele spielen muss, um Wertungsspiele spielen zu können und dass es in den Nutzungsbedingungen klar verboten ist.

Hasenrat - 26.07.20    

Ein folgenloser Spielabbruch zumindest vor dem ersten Halbzug müsste möglich sein.
Auch ich hab schon mal unabsichtlich Spiele begonnen durch einen ungewollten Fingerwisch ...

Hasenrat - 26.07.20    

Und das erkläre ich dann durch eine PN.

Tschechov - 26.07.20    

Ich würde es zwar gerne sehen, wenn sie erhalten bliebe, aber ich muß zugeben, daß ich nach 1018 beendeten Spielen erst einmal abgebrochen habe, weil mir der Gegner zu langsam war. Das ist also durchaus tolerierbar.

KroMax - 26.07.20    

Für die TT`s ist die Regel nicht schlecht, da sich Schachfreunde ja auch mal gelegentlich verziehen. Mal sehen wie das mit den Eventualzügen wird !
Auch wenn die falsche Farbe oder falsche BZ gewählt wurde, ist die Bereitschaft eine neue Partie zu beginnen sicherlich deutlich höher, wenn man keine Punkte verliert.

Nervig bei der Regel war immer, dass das Ergebnis in den wiki - Turnieren nicht ausgeworfen wird. Könnte man nicht das Ergebnis dennoch auswerfen, aber eben ohne Wertungspunkte ?

Nun ja...jetzt kann man, glaube ich, erkennen wer "Schuld" ist, aber händisch nachtragen, muss man es dann trotzdem.

Alles natürlich wie so oft rein aus wiki - Sicht argumentiert.
Beste Grüße
Max

Adjutantimus - 26.07.20    

@Hasenrat: da stmme ich zu. Direkt nach Spielbeginn sollte die Möglichkeit bestehen..jedoch im 7. Halbzug bzw. nach 26 Tagen? Ich fände es gut, diese Regelung abzuschaffen.

shaack - 26.07.20    

@Hasenrat Die Strafe (ca. -10 Punkte) für ungewollte Fingerwischs würde sich in Grenzen halten. Und da müsste man auch eher fragen, warum ist der ungewollte Fingerwisch entstanden und was könnte man dann an der Stelle optimieren, vielleicht im User-Interface.

toby84 - 26.07.20    

@Shaack: Dann wäre die offizielle Begründung für die Abschaffung der Regel, dass diese ihren ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllt. Dafür erfüllt sie jetzt einen anderen Zweck, den man mögen kann oder nicht. Dieser Aspekt würde mit der Entscheidung ignoriert.

Wenn Spieler sich gezwungen sehen, gegen andere eine Partie zu beenden, auf die sie schon nach Zug 1 keine Lust mehr haben, könnte das auch eine Menge Unmut erzeugen. Und dazu führen, dass man offene Einladungen meidet. Das sollte man bei der Entscheidung zumindest berücksichtigen.

shaack - 26.07.20    

@KroMax Verstehe ich, aber da wäre eine Turnierleiter-Funktion natürlich besser oder ein zentraler Start von Wiki-Turnierspielen.

Tschechov - 26.07.20    

@KroMax: Thementurniere sind natürlich ein starkes Argument für den Erhalt der Regel, da verzieht sich laufend jemand. Aber zwingend ist es nicht. Denn Abbruch und Punktverlust nach Abschaffung der Regel hätten wahrscheinlich einen erzieherischen Effekt und die Leute (ich beziehe mich da durchaus ein, habe auch schon bei Thementurnieren fehlgezogen) würden vermutlich lernen, besser aufzupassen.

shaack - 26.07.20    

@toby84 Wie oft passiert so etwas? Mir ist es in 17 Jahren chessmail noch nie passiert (soweit ich mich erinnern kann), dass ich eine Partie wegen dem Gegner abbrechen wollte. Allerdings schaue ich vor dem Spiel auch ziemlich genau hin und mache offene Einladungen nur gegen Leute, sie schon 1.000 Spiele haben und/oder Stern von mir. Mir ist es auch egal, wie lange jemand für einen Zug braucht. Wenn keine zieht kann ich ja ein neues Spiel starten.
Die Wertungsspiele würden dadurch eine Aufwertung erfahren, sie wären wichtiger, eine klare Entscheidung, die man nicht rückgängig machen kann. Das finde ich gut.

Vabanque - 26.07.20    

>>Unter Umständen finde ich das schon angemessen. Würdest du wirklich gegen einen Kontrahenten weiterspielen, der nach 1. e4 e5 2. Sf3...zwanzig Minuten überlegt?<<

Das kommt durchaus vor. Vielleicht nicht im Kaffeehaus, aber in Turnierspielen schon.
Ich hatte mal in einem Mannschaftskampf einen Gegner, der nach 1. e4 e6 2. d4 d5 (ich spielte damals mit Schwarz immer Französisch) 40 Minuten überlegt hat. Aber es war ja ein Mannschaftskampf, also konnte ich nicht gut abbrechen. Dafür konnte ich dann die Eröffnungen in den anderen 7 Partien (nein, sogar in den anderen 13 Partien, denn es spielte auch noch die 2. Mannschaft im gleichen Raum) verfolgen.
Nach der Partie fragte ich natürlich den Gegner, woran er da so lange überlegt hat. Seine Antwort war ganz einfach: er konnte sich nicht zwischen 3. e5, 3. Sc3 und 3. Sd2 entscheiden.
Er spielte dann übrigens 3. e5 (was gegen mich die richtige Entscheidung war, denn gegen die Vorstoßvariante hatte ich immer die größten Probleme), spielte mich an die Wand und verkorkste dann die Partie in Zeitnot :-)
Aber genau da zeigt sich schon der Unterschied zwischen Nah- und Fernschach: Im Nahschach hat langes Überlegen in den ersten Züge Konsequenzen für später. Im Fernschach in der Regel nicht, außer man hat die Gesamtbedenkzeit.

Adjutantimus - 26.07.20    

@Toby84: warum sollte man nach Zug Nr.1 (!!) schon keine Lust mehr auf eine Partie haben??? Ich trete doch auch nicht zu einem 100m-Lauf an und teile dem Schiedsrichter nach 2m mit, dass ich keine Lust mehr habe und er möge das Rennen ohne Wertung abbrechen..ohne Rücksicht auf die anderen, die gern ins Ziel kommen möchten.?.

Tschechov - 26.07.20    

Ich habe ja bereits erläutert, daß ich tatsächlich erst ein einziges mal abgebrochen habe, weil mir der Gegner zu langsam war. Gegen das größere Ärgernis, daß Spieler anfangen, die Partie zu verschleppen, sobald klar ist, daß sie sie verlieren werden, ist eh kein Kraut gewachsen.

toby84 - 26.07.20    

Ok dann sind wir wieder bei einer Grunfsatzfrage angelangt, nämlich was die Wertungszahl darstellen soll. Das musst du @Shaack tatsächlich am besten wissen, wie das konzeptionell passt. Wenn die Wertungszahl als sportlicher Vergleich zu verstehen ist, sollten Spiele nicht abbrechbar sein. Wenn sie nur dazu dienen soll, die eigene Spielstärke im Vergleich zu anderen ungefähr einzuschätzen, sollten Spiele abbrechbar sein.

toby84 - 26.07.20    

@Adjutantismus: ich glaube, niemand würde einen 100-Meterlauf nur aus Zeitvertreib ausführen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Schach für manche auch einfach nur ein Spiel ist und nicht mehr.

Tschechov - 26.07.20    

@Vabanque: Aber eben um die Kaffeehaussituation ging es. Wenn ich in ein Kaffeehaus gehe, um Schach zu spielen, will ich eben das: Schach SPIELEN. In einem Turnier sähe das natürlich ganz anders aus. Und hier bei cm will ich in der Regel auch Spaß an der Partie haben, warum sonst wäre ich überhaupt hier Mitglied geworden?

Vabanque - 26.07.20    

Im Übrigen hat man oft genug gesehen, dass die Regelung gar nicht gegen Punktebetrug hilft.
Es wird ja lediglich Partieaufgabe innerhalb der ersten 6 Halbzüge nicht gewertet, aber Mattsiege innerhalb dieser Zugspanne zählen sehr wohl. Deswegen wurden in den bekannt gewordenen Fällen von Punkteschleicherei ja auch immer Narrenmatt- und Schäfermatt-Partien mit ganz wenigen Zügen konstruiert.
Wenn die Regelung also gegen Punktebetrug helfen soll, dann müsste sie dahin gehend modifiziert bzw. erweitert werden, dass Partien mit weniger als 7 Halbzügen generell nicht gewertet werden, egal ob es sich um Partieaufgabe, Zeitüberschreitung, Mattsieg oder Remisvereinbarung handelt. Denn auch mit Remispartien kann man sich Punkte erschieben.

shaack - 26.07.20    

@toby84 Die Wertungszahl, in jedem Fall, ist nicht vom Ausgang eines einzelnen Spiels abhängig. Die Formel ist so entwickelt, dass ein Spieler immer früher oder später wieder bei seiner richtigen Wertungzahl ankommt. Das ist wichtig zu verstehen, eine Wertungszahl wird nicht immer höher, wenn man gut spielt. Sie hat immer irgendwann den Wert, der der Spielstärke entspricht, unabhängig davon, wie viele Spiele man abgebrochen oder falsch gewertet hat.

toby84 - 26.07.20    

@Shaack: Ja das ist klar. Sie wird nur von regelmäßigen Manipulationen beeinflusst, nicht von Einzelereignissen. Aber mit regelmäßiger Manipulation hätte man es zu tun, wenn man ständig Partien abbricht

shaack - 26.07.20    

Ich würde daher sagen, dass die Wertungszahl für die Abschaffung irrelevant ist. Eine Abschaffung der Regel würde (langfristig, über 10 Punkte hinaus) nicht die Wertung der Spieler beeinflussen.

shaack - 26.07.20    

@toby84 Genau. Und regelmäßige Manipulation wird relativ schnell erkannt und der Spieler dann gesperrt. Auch unabhängig von der Regel.

shaack - 26.07.20    

Was sehr für die Abschaffung spricht ist, dass eine Abschaffung chessmail einfacher zu warten und zu erweitern macht.

Vabanque - 26.07.20    

Wenn ich mich recht erinnere, befürwortest du ja sowieso keine Regeln, die kompliziert und schwer zu erläutern sind und daher nicht von allen verstanden werden.

shaack - 26.07.20    

@Vabanque Genau. Diese Sonderregeln potenzieren sich nämlich gegenseitig in ihrer Komplexität, was sich dann auf alle Ebenen auswirkt.

Vabanque - 26.07.20    

Ganz andere Frage: wo ist diese Regel eigentlich aktuell nachzulesen? Das ist nämlich nochmal so ein Punkt, wenn solche Sonderregeln gut versteckt sind, dann haben sehr viele User nicht einmal Kenntnis davon.

shaack - 26.07.20    

Das ist eine Ebene der Komplexität, die Dokumentation... und zweisprachig! Die chessmail Regeln stehen hier: https://chessmail.de/pages/rules.html Dort steht auch diese Sonderregelung. Und auf englisch (veraltet, muss noch nachgezogen werden) hier: https://www.chessmail.eu/pages/rules.html

Vabanque - 26.07.20    

Ok danke.

Was ich blöderweise immer noch nicht sehe: wie komme ich ohne diesen Link auf die Regelseite? Wo muss ich im Menü klicken?

shaack - 26.07.20    

Startseite "Hilfe" oder rechts oben auf den Usernamen klicken "Hilfe".

shaack - 26.07.20    

... oder chessmail 2 im Menü aus der linken Seite "Hilfe und Regeln".

shaack - 26.07.20    

Die Regel ist eine Ausnahme, die eine Ausnahme für Turnierspiele hat. Wenn man es sich recht überlegt, muss sie weg.

Vabanque - 26.07.20    

Ok danke. Das Stichwort 'Hilfe' war tatsächlich die entscheidende Hilfe.

Vabanque - 26.07.20    

Statt nach 'Hilfe' hatte ich nach etwas wie 'Über chessmail' oder so gesucht.

shaack - 26.07.20    

Und unter "Hilfe" die Feuerwehr? :)

Vabanque - 26.07.20    

Ich hatte das Wort Hilfe einfach überlesen, sorry :-/

shaack - 26.07.20    

Das ist auch ein wertvoller Hinweis, weil wir das Userinterface ja auch einfach haben wollen ist da eventuell auch noch Verbesserungsbedarf.

Vabanque - 26.07.20    

Danke.

Wenn ich nämlich auf die Startseite gehe, lese ich da ganz groß Symbole für 'Fernschach', 'Live-Schach', 'Engine' etc. ... und darunter dann klein 'Hilfe'. Weiß nicht warum, habe ich schlicht und einfach nicht gesehen. Mein dementes Hirn hat es offenbar ausgeblendet :-/

shaack - 26.07.20    

Das ist normal. Es sind genau 6 Dinge, die der Mensch mit einem Blick erfassen kann. Daher gibt es nur 6 Haupt-Bereiche. Daher sollte man auch nicht mehr als 6 Ordner in einem Ordner haben, falls man sich mal eine Ordnerstruktur oder Navigation überlegt.
...Vielleicht sollte Schach auch auf 6 Figuren reduziert werden... ;)

Vabanque - 26.07.20    

>>Daher sollte man auch nicht mehr als 6 Ordner in einem Ordner haben, falls man sich mal eine Ordnerstruktur oder Navigation überlegt.<<

Jetzt weiß ich auch, warum ich auf meinem PC nie was finde ... ernsthaft.

Aber in der Praxis ist das ein Problem. Dann dürfte ich nämlich (um ein außerschachliches Beispiel zu nehmen) in meinem Ordner 'Filme' nicht mehr als 6 Unterordner haben, im Unterordner 'Krimis' wiederum nicht mehr als 6 Unter-Unterordner, im Unter-Unterordner 'Edgar Wallace' auch nicht mehr als 6 Filme!

Vabanque - 26.07.20    

>>...Vielleicht sollte Schach auch auf 6 Figuren reduziert werden... ;)<<

Das ist bereits so: 1) König 2) Dame 3) Turm 4) Läufer 5) Springer 6) Bauer

shaack - 26.07.20    

Mehr als 6 Dateien in einem Ordner zu haben, wird sich meist nicht vermeiden lassen. Der Ordnerstruktur auf dem PC sollte man ruhig mal ein bisschen Beachtung schenken, damit man Dinge wiederfindet. Ich finde ein unterschätztes Thema.

siramon - 27.07.20    

Hatte das als 7+-2 Regel in Erinnerung.

Okute - 27.07.20    

Ich habe kürzlich die eine Wiki-Turnier-Partie beendet, weil mein Gegner nur zu einer Partie, anstelle von zwei und dann noch mit einer inkorrekten Bedenkzeit eingeladen hatte und ich dies erst nach Annahme der Einladung erkannt habe.
Da war es am unkompliziertesten die angenommene Partie abzubrechen und neu einzuladen.

Um Verärgerungen beim Spielpartner zu vermeiden, könnte man den Abbruch ohne Wertung doch so gestalten, wie bei einer Remisanfrage (nur eben beschränkt auf eine einmalige Anfrage). Stimmt der Gegner nicht zu, geht es weiter und der Abbruchwillige kann die Partie dann entweder weiterspielen oder aufgeben.

shaack - 27.07.20    

Man kann eine Einladung ablehnen, dazu braucht man eigentlich keine Sonderregelung im Spiel. Den Vorschlag bzgl. Remis finde ich nicht gut, weil er es noch komplizierter macht, als es ist. Bei Turnieren bin ich für mehr Kontrolle des Turnierleiters, der dann Spiele abbrechen kann.

Okute - 27.07.20    

kann ich auch gut verstehen, aber wenn Du schreibst
"... Bei Turnieren bin ich für mehr Kontrolle des Turnierleiters, der dann Spiele abbrechen kann...",
gilt das dann auch für wiki-Turniere, inbesondere solche mit Zugvorgaben?

shaack - 27.07.20    

Ja genau, das soll vor allem für die Wikiturniere gelten. Eine Funktion, mit der Turnierleiter Spiele nach FEN (Thema) erstellen können und eine Funktion, um Spiele abzubrechen.

Vabanque - 27.07.20    

Wäre es für die Thematurniere nicht sowieso gut, wenn man ein Spiel von vorneherein bei einer bestimmten Stellung starten könnte, statt aus der Ausgangsstellung erst die vorgegebenen Züge machen zu müssen (wo eben das Problem entsteht, dass sich jemand 'verziehen' kann)?

Wenn man eine Partie bei einer beliebigen Stellung starten könnte (mit FEN-Code), dann wären z.B. auch Vorgabepartien möglich (diese ggf. dann nur als F-Partien).

shaack - 27.07.20    

Ja, stimmt, das könnte für F-Spiele allgemein möglich gemacht werden.

Vabanque - 27.07.20    

Für den pgn-Viewer würde ich es mir auch schon sehr lange wünschen, dass pgn-Files lesbar sind, die nicht bei der Ausgangsstellung starten, sondern bei einem FEN-Code.

Vabanque - 27.07.20    

Denn dann könnte man nicht bloß ganze Partien zeigen, sondern auch Partiestellungen und Fragmente, sowie auch die Lösung von Schachaufgaben veranschaulichen.
In meinen Augen wäre das eine enorme Verbesserung.

Walwut - 27.07.20    

Für mich wäre es absolut eine Verbesserung. Ich melde mich zu Wiki-Turnieren mit vorgegebener Stellung nicht an, weil ich höchstwahrscheinlich im Eifer des Gefechtes vergessen würde, richtig zu ziehen. Ich würde in dem Moment nicht daran denken, dass mein Zug eigentlich schon feststeht.

toby84 - 27.07.20    

ich weiß nicht wie oft ich selbst das brauchen würde, aber es klingt wirklich gut.

Vabanque - 28.07.20    

Kommt drauf an, wie oft du dich zu Thematurnieren anmeldest, denn da wird man es dann immer brauchen.
Ich finde es in einem Thematurnier schon lästig, wenn man erstmal die vorgegebenen Züge ausführen muss, auch wenn es bloß ein paar sind (meist wohl 3 bis 5).

underdunk - 28.07.20    

Das Problem wird durch die kommenden Eventualzüge gemildert.