Sonstiges über Schach

Beschreibung eines Schachspiels..

Methos - 13.06.04    
Hallo ...

ich habe vor einigen Tagen ein Buch gelesen: Der Medicus von Noah Gordon, darin wird an einer Stelle das Spiel des Schahs beschrieben, was wie ich finde eine gewisse „hnlichkeit mit dem heutigem Schach hat, deshalb hab ich das Ganze mal abgetippt um es hier rein zu stellen. Eine sehr bildliche Beschreibung eines Brettspiels *smile*

also hier geht es los:

Der König steht in der Mitte, sein treuer Begleiter, der General, gleich daneben. Auf beiden Seiten von ihnen je ein Elefant, der einen beruhigenden, fast indigoblauen Schatten auf den Thron wirft. Neben den Elefanten stehen die Kamele, auf deren Rücken schnelle Reiter sitzen. Dann kommen zwei Pferde mit Reitern, die am Tag der Schlacht kampfbereit sind. An beiden Enden der Schlachtreihe befindet sich ein Rukh, ein Krieger, der die hohlen Hände an die Lippen gehoben hat, um das Blut seiner Feinde zu schlürfen. Davor haben die Fußsoldaten Stellung bezogen, deren Aufgabe es ist, den anderen im Kampf zu Hilfe zu eilen. Falls ein Fußsoldat es zum gegenüberliegenden Ende des Schlachtfeldes schafft, wird dieser Held neben den König gestellt, wie der General. Der tapfere General entfernt sich von seinem König im Laufe der Schlacht nie weiter als ein Feld. Die kraftvollen Elefanten stürmen über drei Felder und beobachten das Schlachtfeld zwei Meilen weit. Das Kamel rennt schnaufend und stampfend über drei Felder, so und so. Auch die Pferde bewegen sich über drei Felder, und weil sie springen, bleibt eines der Felder unberührt. Zu allen Seiten wüten die rachsüchtigen Rukh, die das ganze Schlachtfeld überqueren. Jede Figur bewegt sich in ihrem eigenen Bereich und macht nur die für sie vorgeschriebenen Züge, nicht mehr und nicht weniger. Falls sich im Verlauf der Schlacht jemand dem König nähert, ruft er laut: "Weiche, o Schah!" und der König muss sich von seinem Feld zurück ziehen. Sollten der gegnerische König, Rukh, General, Elefant, das Pferd oder die Fußsoldaten ihm den Weg versperren, muss er sich mit finsterem Blick nach allen vier Seiten umsehen. Wenn er erkennt, dass sein Heer besiegt ist, sein Weg durch Wasser und Graben versperrt ist, wird er an Entkräftung und Durst sterben und das Schicksal erleiden, dass das kreisende Firmament für die im Krieg Unterlegenden bestimmt.


Das Buch meint dann noch: "Wer beim Spiel des Schahs gewinnt, ist fähig, die Welt zu regieren!"... was ich einfach mal unkommentiert lasse *grins*

MfG Methos
Benzor - 13.06.04    
Hallo, das scheint ja ein wirklich interessantes Buch
tu sein.Ich spiele mit dem Gedanken es mir auch
zu besorgen.Ich hoffe, man bekommt es in jeder
größeren Buchhandlung.Wenn ich es gelesen habe,
werde ich wohl nicht die Welt regieren, aber vielleicht
etwas klüger sein. Vielen Dank für den Tipp, Methos
und viele Grüße aus Lübeck
*Benzor*
Methos - 14.06.04    
Hi...um evtl. Missverständnissen vorzubeugen es ist kein Schachbuch! ... aber wirklich sehr lesenswert ... hat mich sehr beeindruckt... ich würde mal bei Amazon.de schauen als gebrauchtversion schon ab 2 Euro... + Versand und neu 10Euro!

MfG Methos
Hepatitis - 14.06.04    
Ist übrigend ein teil einer Reihe die Noah Gorden über eine Familie von Medizienern im Mittelalter geschrieben hat.

Ich kann mich nichtmher erinnern ob es in den Anderen büchern auch ein bischen um Schach geht, ich glaube nicht...

Cu
Methos - 14.06.04    
Hi ...
ich hab mir grade den zweiten Teil bei Amazon bestellt, mal sehn ob der auch so gut ist.
Auch im ersten Teil geht es nicht wirklich um Schach, das Spiel wird eben nur ab und an mal erwähnt und eben das obige Zitat beschreibt es etwas näher...

MfG Methos
Scipio - 19.06.04    
Ja, ja. Vor ungefähr zehn Jahren lagen in jeder deutschen Buchhandlung Berge von Noah-Gordon-Büchern und jeder sprach vom Medicus. Das erste Buch war noch ganz interessant. Beim zweiten hat mich dann mittendrin schon nicht mehr interessiert, wie es ausgeht. Soweit ich mich erinnere war es so eine Art Vom-Winde-verweht-Aufguss. Hatte mir die Bücher zum Glück nur von meiner damaligen Freundin geliehen.
An dieser Stelle könnten wir aber vielleicht mal gute Belletristik zusammentragen, die sich um das Schachspiel dreht. Da fällt mir spontan natürlich die Schachnovelle von Stefan Zweig ein. Im Buch "Die Lüneburg-Variante" von Paolo Maurensig kommen auch ein paar Nazis vor. Wer sich mehr für Geschichte, Mystik & Co interessiert, dem sei "Das Montglane-Spiel" von Katherine Neville genannt.
Noch jemand sachdienliche Hinweise?
This post can no longer be commented