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Krautrock

Diagnose - 28.11.19    

Was sind die besten Krautrockalben?

Jellycube - 28.11.19    

Ich finde Amon Düül ii Viva la Trance phenomenal von 1973

siramon - 28.11.19    

Gleich auf Spotify gesucht und gefunden. Lautstärke rauf und <3

crimsonfripp - 29.11.19    

Can - Monster Movie und Tago Mago
Faust - Faust IV
Cluster - Zuckerzeit
Neu!- Neu! und Neu! 2 und Neu! ´/5

Jellycube - 29.11.19    

Amon Düul - Phallus Dei 1969

Jellycube - 29.11.19    

Amon Düul2
Tanz der Lemminge 1975
Musik die eben keiner Mode machgelaufen ist und deshalb immer wieder interessant bleibt....

Vabanque - 29.11.19    

Rufus Zuphall: Colder than Hell

mr.clock - 29.11.19    

Ganz klar
Missus Beastly ‎– Missus Beastly

Jupp53 - 30.11.19    

@Vabanque

Wenn das Lokalcolorit aus Aachen zur Sprache kommt, dann ist neben Rufus Zuphall noch Baalbeck interessant.

crimsonfripp - 02.12.19    

Wenn Du noch was Filmisches suchen solltest:

Bei der Doku "Roboter essen kein Sauerkraut" hast Du einen schönen Überblick über die deutsche Rockmusik der siebziger Jahre (nicht nur Krautrock).
(habe ich jetzt auf die Schnelle nicht im Netz gefunden)

Und dann natürlich "Kraut und Rüben" (der Name sagt ja schon alles...)
https://www.youtube.com/watch?v=ybFwJ8Fo..
start_radio=1&t=13

Eine Krautrock-Nacht gab es auch mal:
https://www.youtube.com/watch?v=5tGErdfS..

Für mich die interessantesten Bands aus der Zeit sind Can, Harmonia und NEU! (und hier vor allem der Schlagzeuger Klaus Dinger) - insbesondere auch, was den Einfluss auf andere Musiker anbelangt:
https://www.youtube.com/watch?v=kNhuwkmm..
https://www.youtube.com/watch?v=M90Y132f..
(bei dieser Doku mal zu 12:00 gehen: Auftritt David Bowie bei "Wetten das!", wo er von seinen Einflüssen erzählt und dann das Publikum fragt, ob denn jemand "Harmonia" oder "NEU" kennen würde...)

Abschließend kann man sich auch immer gut streiten, was denn genau Krautrock ist.
Für mich ist nicht jede deutsche Musik aus den Siebzigern automatisch Krautrock, wenn sie die üblichen Musikstile bedient.
Also wären für mich Ton Steine Scherben oder Scorpions (um mal Beispiele zu nennen) kein Krautrock.
Neben den von mir schon erwähnten aber Amon Düül, Rufus Zuphall, Faust, Guru Guru und andere sehr wohl - weil sie was Eigenes probiert haben.

So, das soll reichen :-)

Jellycube - 02.12.19    

Achim Reichel hat damals auch versucht Krautrock zu spielen,was aber irgendwie in die Hose ging....

Achim Reichel - Die Grüne Reise 1971

Vabanque - 02.12.19    

Passport zählen wahrscheinlich nicht zum Krautrock, trotzdem waren sie eine der wichtigsten deutschen Bands in den 70ern ...

Jellycube - 02.12.19    

Ach ja, der Schlagzeuger von Passport war der Udo Lindengerg,ganz am Anfang als sie die Titelmelodie von Tatort,einspielten....

Vabanque - 02.12.19    

Ja, auf dem allerersten Album (aber nur auf diesem) sitzt der Udo tatsächlich an den Drums ... und er macht seine Sache gut, hätte also doch besser bei seinen Leisten bleiben sollen, statt sich einzubilden, singen zu müssen ;-)

Jellycube - 02.12.19    

Mit seinem "Gesang", hat er doch so viele Menschen glücklich gemacht....

Vabanque - 02.12.19    

Mag sein. Ich persönlich konnte das nie als Gesang empfinden. Dass er eigentlich ein guter Schlagzeuger war, habe ich erst später realisiert.

Jellycube - 02.12.19    

Ich sehe ihn in als Urvater des Deutsch-Rock !
Ausserdem ist er ein genialer Allround Künstler; man sollte die Alkoholbilder nicht vergessen,die er sich patentieren liess,seine frechen Wortschöpfungen und die phantasievollen Aussenseiter Figuren wie den Satelit City Fighter, Gerhard Gösebrecht, Liliputaner Rudi Ratlos, etc.
Er hat all diese Typen zusammengebracht und ein Orchester zusammen getrommelt und dann gings los....

Vabanque - 02.12.19    

Sind nicht Karat DIE Deutschrock-Band schlechthin gewesen? Man kann sie ja mögen oder auch nicht (ich tendiere auch eher zu Letzerem), aber musikalisch, vor allem gesanglich hatten die wohl schon deutlich mehr drauf als unser oller Udo ...

andre.gilet - 02.12.19  

Der Lindenberg hat doch mit seinem Sonderzug nach Pankow die Mauer erst zum einstürzen gebracht,als Karat schon auf ihren Brücken standen und runterspringen wollten,oder?

Vabanque - 02.12.19    

Dummerweise heißt das Lied in Wirklichkeit 'Chatanooga Choo Choo' und ist von Glenn Miller und ein Jazz-Standard. So viel zur 'musikalischen Kreativität' von Lindenberg ...

aguirre - 02.12.19    

mag man Udo mögen oder nicht, ihn aber Unkreativität unterstellen weil er ein Lied gevoert hat? Sorry aber das ist echt arm........
Wieso ist Karat die "Deutschrockband?"

aguirre - 02.12.19    

sorry "gecovert"

crimsonfripp - 02.12.19   +

@ Vabanque:
Mit Passport stimme ich Dir zu.
Meine Einordnung "nicht Krautrock" heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem interessant oder wichtig ist.
Passport habe ich auch ca. zehnmal live gesehen.

Zum Schlagzeuger Lindenberg bei Passport gibt es die schöne Geschichte, dass der Bandleader Klaus Doldinger (der vorher schon gut mit Filmmusik verdient hat) dem Udo mal eben ein neues Schlagzeug gekauft hat, damit der auch gut trommeln kann.

Heute hat der gute Udo so viel Geld, dass er in seiner Heimatstadt Gronau ein "Rockmuseum" hingestellt hat (Besuch durchaus lohnend).
Dort kann man dann auch das Original-Studio von CAN sehen - womit wir wieder beim Krautrock sind ;-)

Jellycube - 02.12.19   +

Wenn Genesis eine deutsche Band wären,dann würde man ihre Musik auch als Krautrock bezeichnen.Zumindest die ersten 4 Alben.

Vabanque - 03.12.19    

>>Wenn Genesis eine deutsche Band wären,dann würde man ihre Musik auch als Krautrock bezeichnen.Zumindest die ersten 4 Alben.<< ... die auch (mit) die besten sind :-)

'Krautrock' hat im Gegensatz zu 'Deutschrock' ja auch angelsächsische Vorbilder. Vieles ist von den frühen Genesis und Pink Floyd beeinflusst, auch von Jethro Tull ... man denke an die jetzt schon von mehreren Usern erwähnten Rufus Zuphall, die anscheinend doch nicht so unbekannt sind wie ich dachte, und die zwar tatsächlich von JT beeinflusst waren, wie man an der rockig gespielten Querflöte auch hört, aber stilistisch doch eher in eine blues-orientierte Richtung gehen.

Der 'Krautrock' wird ja in der Regel auch englisch gesungen (wobei durchaus mal ein deutscher Text dazwischengeraten kann).

Unter 'Deutschrock' verstehe ich dann auch deutsch Gesungenes. Unglücklicherweise eignet sich die deutsche Sprache nur schlecht zum Rock-Gesang. Dialekte scheinen gesungen da doch deutlich besser zu klingen, woraus z.B. BAP Nutzen zu ziehen vermochte :-)

Ougenweide gehören sicher auch nicht zum Krautrock, waren aber dennoch eine wichtige deutsche Band der 70er, die deutsche Antwort auf britische Folk-Formationen wie Fairport Convention oder The Pentangle.

Vabanque - 03.12.19    

>>Zum Schlagzeuger Lindenberg bei Passport gibt es die schöne Geschichte, dass der Bandleader Klaus Doldinger (der vorher schon gut mit Filmmusik verdient hat) dem Udo mal eben ein neues Schlagzeug gekauft hat, damit der auch gut trommeln kann.<<

DAS konnte er ja auch ... aber weiß zufällig jemand, warum Udo bereits auf dem zweiten Passport-Album dauerhaft durch Curt Cress ersetzt wurde (der sich übrigens mindestens genauso gut anhört)?

Cress trommelte später übrigens auch bei Triumvirat, und damit ergibt sich wieder die Verbindung zum Krautrock.

Tschechov - 03.12.19    

Aus Neugierde habe ich Rufus Zuphall jetzt glatt mal bei youtube eingegeben. Gar nicht schlecht. :-)

Vabanque - 03.12.19    

Gelle? Nur leider sind die CDs (und erst recht die Vinyls) nur recht teuer zu kriegen :-(

macmoldis - 03.12.19   +

Sind nicht Karat DIE Deutschrock-Band schlechthin gewesen?
och nöö jetzt :(
mal davon abgesehen, könnte man so die ganze DDR-Rockmusik als DEN Deutschrock abtun, nee nee, das war schon wieder so ein eigenes Ding



aber weiß zufällig jemand, warum Udo bereits auf dem zweiten Passport-Album dauerhaft ersetzt wurde
Doldinger drückte es glaub ich mal in der Art aus, dass da einige nach dem ersten Album "Höhenflüge" bekamen und nun hoch hinaus wollten bzw. dachten sie sind schon da oben ... daraufhin wechselte er die Besetzung, also nicht nur Lindenberg ging

Es gab mit Udo am Schlagzeug aber nicht nur Passport, sondern auch Niagara, eine reine Percussion-Band. "Sangandongo" (19 Min) läuft bei mir auf dem "Auto-USB-Stick" immer als letztes Stück ... (oder war's das drittletzte?)

Tschechov - 03.12.19    

"Sangandongo" ist echt cool! youtube und macmoldis sei Dank! Was man hier alles kennenlernen darf...Diese Plattform lohnt nicht nur zum Schachspielen.

Vabanque - 03.12.19    

>>mal davon abgesehen, könnte man so die ganze DDR-Rockmusik als DEN Deutschrock abtun, nee nee, das war schon wieder so ein eigenes Ding<<

Ich kenne dafür den Begriff 'Ostrock'. Da gab es wohl viel, aber eigentlich wurden nur Karat dauerhaft auch im Westen bekannt. Zumindest war es (so weit ich weiß) die erste Ost-Band, die im Westen spielen durfte und auch dort gewaltige Erfolge feierte.

Manches ist halt doch musikhistorisch (oder in diesem Fall eher kulturhistorisch) von Bedeutung, ohne dass dies unbedingt auf innermusikalische Qualitäten zurückzuführen wäre. Ich selber muss Karat nicht haben, aber ihre Bedeutung kann man dennoch nicht abstreiten.

Wahrscheinlich muss man auch Lindenberg eine Bedeutung zugestehen, die aber sicherlich nicht in seiner Gesangskunst begründet ist.

macmoldis - 03.12.19    

Ja 'Ostrock' passt schon. Karat ist auch nicht so mein Ding (was von den Mitgliedern vorher mit Panta Rhei lief eher), im Westen angekommen ist Karat aber wohl auch erst durch's Cover von Maffay. Die Pudhys durften schon ein paar Jahre vorher in Westen auftreten und hatten dort auch schon Platten draußen.
Neben diesen zwei Bands wird mir auch immer City im Westen als Ostrock-Band genannt. Na klar "Am Fenster" aber Insgesamt war alles sehr viel breiter gefächert, mehr als in den gebrauchten Ländern ankam.

Weil im anderen Thread Beatles vs. Stones das Thema war, In der DDR waren es da Pudhys vs. Renft. Hier fiel meine Wahl auf Renft., tja und dann hatte
Renft nicht mehr so konforme Texte wie gewollt und waren "nicht mehr existent".

Selbst hörte ich auch auch eher die zweite und dritte Reihe des Ost-Rocks und nicht so sehr die hochgelobten

Vabanque - 03.12.19    

Danke, die Puhdys hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm, wohl weil ich mir die nie angehört habe. War ja auch alles vor meiner Zeit.

>> im Westen angekommen ist Karat aber wohl auch erst durch's Cover von Maffay<<

Ja stimmt. In der Regel halte ich wenig von Cover-Versionen (meist reichen sie an das Original nicht heran, so auch hier), doch wenn sie dazu dienen, ein Lied oder eine Band bekannter zu machen, ist das quasi ein 'guter Zweck'.
Natürlich gibt es auch Covers, die das Original toppen, so z.B. Claptons Version von Dylans 'Knocking on Heaven's Door' oder die Springsteen Cover 'Blinded by the Light ' und 'Spirits in the Night' von Manfred Mann. Aber das sind eher Ausnahmefälle. Meistens wird eher aus kommerziellen Gründen gecovert.

In der Jazz- und auch Folk-Szene ist das 'Covern' natürlich gang und gäbe, aber da spricht man ja auch von Standards, die von den verschiedenen Bands dann auf die jeweils ganz eigene Art interpretiert werden. Das ist dann auch kreative Musik, auch wenn sie auf einer bekannten Melodie fußt.

Vabanque - 03.12.19    

Als ich klein war, lief im Radio eine Odol-Werbung mit einem 'Cover' des Beatles-Songs 'When I'm 64'. Das würde ich dann aber eher unter 'musikalische Missbrauchsfälle' einordnen :-))

macmoldis - 03.12.19    

... weil gerade Manfred Mann und Dylan genannt wurden, auch die Earthband toppt das Original siehe Father Of Day Father of Night oder Mighty Quinn ....

Jaja die Standarts und traditionells ... bei der Tochter in der Schule gab's kürzlich "My Bonnie is over the Ocean" und keiner wollt die Tony Sheridan-Version singen

Jellycube - 03.12.19    

Es gab ja auch noch die Nina Hagen mit ihrem "Farbfilm vergessen-Polka",
gruselig aber unterhaltsam schräg ,soowas hätte Frank Schöbel nie gesungen....

macmoldis - 03.12.19    

Nina war schräg aber doch nicht gruselig. Gruselig wird's vielleicht erst wenn man weiter zurück blickt und sich vorstellt Nina Hagen mit Achim Mentzel zusammen in einer Band und noch weiter zurück blickt, Achim Mentzel als Gitarrist in einer BeatBand, wo er sich den Titel "Mick Jagger des Ostens" erspielt und die Mädchen ihm ihre Schlüpfer zuwerfen.

Nee, Frank Schöbel hätte sowas nicht gesungen, der ging lieber vom Nordpol zum Südpol zu Fuß.

aguirre - 03.12.19    

Du meinst Fritzens Dampferband zB „Wir tanzen Tango“ :-)

Vabanque - 03.12.19    

>>macmoldis - vor 5 Std.

... weil gerade Manfred Mann und Dylan genannt wurden, auch die Earthband toppt das Original siehe Father Of Day Father of Night oder Mighty Quinn ....<<

Oder auch 'You Angel You', im Original ebenfalls von Dylan.

Ja, der gute Manfred Mann hatte ein außerordentliches Gespür für das Potenzial unscheinbarer Songs (denn das sind sie im Original). Er machte daraus ein klangliches Feuerwerk.

>>Jaja die Standarts und traditionells ... bei der Tochter in der Schule gab's kürzlich "My Bonnie is over the Ocean" und keiner wollt die Tony Sheridan-Version singen<<

Stimmt, im Folk heißen sie ja 'Traditionals', und nicht Standards wie im Jazz, das Wort war mir momentan nicht eingefallen.
Wobei der Bonnie-Ocean-Song dermaßen ausgeschöpft ist, dass ich ihn vermutlich in keiner noch so rockigen oder sonstwie raffinierten Version mehr hören will ;-)

macmoldis - 03.12.19    

Ja Aguirre, genau die. Und Mentzel Band war die Diana Show Band? bzw. Quartett

aguirre - 03.12.19    

Quartettt wenn ich richtig erinnere, " die singende Spreewaldgurke" , wie er sich selber nannte, war schon auf seien Art was einmaliges :-)

aguirre - 03.12.19    

nur eins noch ,"Ostrock" , doch es gibt jemanden aus der "ersten Reihe":
Tamara Danz, unvergessen!

Jellycube - 03.12.19    

Es gab auch noch die Band "Silly" mit einer coolen Sängerin,die direkt nach dem Mauerfall überall gehört wurde...

aguirre - 03.12.19    

tja wer das wohl war........ :-)

Diagnose - 07.12.19    

Es gibt auch im Jahre 2019 noch Bands die Krautrock spielen.

Jellycube - 07.12.19    

Ja,z.B Amon Düul ii....

Vabanque - 07.12.19    

Die Band 'Jane' aus Hannover gibt es auch immer noch (oder wieder).
https://de.wikipedia.org/wiki/Jane_(Rock..)
Ich weiß allerdings nicht, welche Musik sie heute machen, kenne nur die Sachen aus den 70ern. 'Fire Water Earth and Air' war schon gut, 'Between Heaven and Hell' vielleicht sogar noch etwas besser, mit PinkFloyd-angehauchten langen. langsamen. getragenen Songs.

Famulus - 07.12.19    

Als ich noch in Köln weilte, gab es Udo Huhn. Toller Musiker. Kennt den jemand?

Diagnose - 07.12.19    

Der Krautrock lebt auch in modernen Bands weiter. Zum Beispiel Camera, Kreidler, Sankt Otten, Beak, Föllakzoid usw.

Vabanque - 07.12.19    

Aber spielen diese Bands Musik im Stil der 70er, oder ist das doch wieder stilistisch ganz anders?

Jellycube - 07.12.19    

Es ist stilistisch kein Krautrock,da der Krautrock eine musikalische Zeitepoche der frühen siebzigerJahre war.
Genau so wie die NDW Neue Deutsche Welle ein Phänomen der frühen 80ger war....

Vabanque - 07.12.19    

Trotzdem könnte (und kann) man heute in diesem Stil noch (oder wieder) Musik machen. Es gibt ja auch Retro-Rock, also Bands, die heute Musik im Stil der 70er machen (an ein paar Besonderheiten hört man dann doch immer raus, dass es nicht ganz aus den 70ern ist, aber das darf ja durchaus sein).

andre.gilet - 07.12.19  

Ich bin zwar kein Experte,aber Krautrock ist siebziger Jahre, mit all der Atmosphere von Brandt,Baader-Meinhof und Schlaghosen....

Vabanque - 07.12.19    

Ich denke, nur wenige der Krautrock-Bands waren politisch. Die meisten waren hauptsächlich sound-orientiert. Man experimentierte mit neuen Klängen.

Jellycube - 08.12.19   +

Klar war Krautrock ein neues Gebiet der musikalischen Grenzerweiterung,
und deswegen kann diese Musik immer wieder für Audio phile Menschen eine tolle Klangreise sein!

Cottbuser - 08.12.19  

Noch mal zu Udo Lindenberg
@ Vabanque
Lindenberg soll 700 Lieder geschrieben haben, da muss Karat aber noch bischen zulegen... ich mag Karat, aber als DIE Deutschrocker hat sie nicht einmal das ZK der SED gesehen ;-)
Für mich sind ganz klar Lindenberg und Maffay die Deutschrocker, wer gesehen wie Lindenberg mit 70(!!) noch, riesige Stadien zum kochen gebracht hat, war begeistert.

Vabanque - 08.12.19    

Wenn es die Quantität des Outputs 'macht', dann sind Dieter Bohlen und Ralph Siegel wohl noch besser als Udo, wie? ;-)
Dagegen haben z.B. die Eagles, genau wie auch die Doors, jeweils nur 6 Alben herausgebracht (die Live-Alben und Komplilationen, die alle keine neuen Songs enthalten, nicht mitgezählt), sind also nach dieser Argumentation also sehr unbedeutende Bands gewesen ... dass da (fast) jeder einzelne Song ein Meisterwerk ist, zählt ja anscheinend nicht?
Und was Maffay betrifft ... ich habe da mal das schöne Zitat von seinem 'langen ankunftslosen Marsch von der Schnulze zum Rock' gelesen ... leider weiß ich die Quelle nicht mehr, fand es aber recht zutreffend :-)
Richtig guten Deutsch-Rock mag es durchaus geben, aber ich habe jedenfalls noch keinen gehört.
Aber es geht ja hier um Krautrock, und das ist etwas anderes als Deutschrock, obwohl Krautrock von deutschen Bands geschaffen wurde.

aguirre - 08.12.19  

@Vabanque:
"Vom Opfer zum Täter", "no Future", "Wozu sind Kriege da", "Sie brauchen keinen Füherer" usw usf
Mir ist diese Kreativität tausendmal lieber als nichtssagender (Kraut)Rock, aber vielleicht schreibst Du mal wieder (wie in einem anderen Thread zum Rap) über Dinge, die Du gar nicht kennst.
Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt, zudem hat Lindenberg immer andere Künstler gefördert, hat sich immer politisch engagiert, sei es die grüne Raupe, sei es Rock gegen rechts, was bitte willst Du denn noch?
Oder kann nicht sein was nicht sein darf?
Im übrigen, wo hat Schafreund Cottbus geschrieben das Doors Eagles nicht zählen? Aber ok wenn Du es so willst:
Du hast Janis Joplin nicht erwähnt, ist sie für Dich bedeutungslos?
Oder Tone Steine Scherben?
Oder......
Dir muss doch nicht alles gefallen, wem gefällt schon alles, aber deswegen irgendjemand Verdienst und Anerkennung absprechen.....
@ Cottbus
Karat "Albatros", für mich noch immer einer der besten deutschsprachigen Rocksongs überhaupt, der muss sich vor nichts und niemand verstecken :-)

Aber das zählt nicht zu Kraut sodnern zu Ost, oh Deutschland Deine Schubladen, wo wären wir ohne Dich :-)
So, damit entschuldige ich mich für die Störung und viel Spass weiter beim Krautrock.

Jupp53 - 08.12.19   +

Richtig guten deutschen Rock gibt es in Köln, und zwar seit Generationen. Geheimtipp, nur 1 CD, LSE.

Die Ärzte und die Kapelle aus der verbotenen Stadt mit jeweiligem Umfeld haben auch Musik hervorgebracht, die sich vor keinem Vergleich zu scheuen braucht.

Wenn jetzt hier, m.E. richtig, zwischen Kraut- und Deutschrock unterschieden wird, mal die Frage, wie Rufus Zuphall in die Krautrock-Schublade kommt?

Hier mal die Liste eines Journalisten: https://www.rollingstone.de/liste-von-am.. wobei sich mir der Magen umdreht, die Flöhe und Ton,Steine,Scherben als Krautrock eingeordnet zu sehen. Für mich hatte Krautrock immer einen Bezug zu Elektronik im Sinne Synthesizer oder Esoterik.

Vabanque - 08.12.19    

>>Mir ist diese Kreativität tausendmal lieber als nichtssagender (Kraut)Rock, aber vielleicht schreibst Du mal wieder (wie in einem anderen Thread zum Rap) über Dinge, die Du gar nicht kennst.<<

Tust du das nicht auch gerade? Wo ist Krautrock nichtssagend? Die daran beteiligten Musiker hatten und haben größtenteils eine hervorragende musikalische Ausbildung und herausragendes instrumentaltechnisches und kompositorisches Können. Nichts davon kann ich bei Udo Lindenberg oder Peter Maffay erblicken. Die Verdienste von Udo mögen existieren, aber bestimmt nicht auf gesanglichem oder kompositorischem Gebiet. Und das eine Passport-Album, wo er adäquat getrommelt hat, reißt es für mich jetzt auch nicht unbedingt raus.

>>Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt<<

Einfluss auf welche Musiker konkret? Von wem konkret anerkannt?

Vabanque - 08.12.19    

>>Hier mal die Liste eines Journalisten: https://www.rollingstone.de/liste-von-am.. wobei sich mir der Magen umdreht, die Flöhe und Ton,Steine,Scherben als Krautrock eingeordnet zu sehen.<<

Aber alles andere passt doch gut rein, und ist auch repräsentativ, oder?
Ich weiß, du magst Hölderlin nicht, und wahrscheinlich Ougenweide ebenso wenig, aber von ihrer Bedeutung her - wenn auch vielleicht nicht vom Stil her - passen die schon auch rein.

'Schubladen' sind wohl tatsächlich typisch deutsch.
Dann nennen wir die Liste halt statt 'Krautrock' besser: 'Einflussreiche deutsche Bands der 60er und 70er'.

aguirre - 08.12.19    

Du hast recht, Udo Lindenberg ist ein unkretiver Clown der seid ca 50 Jahren
den Song Chattanooga Choo Choo covert.
Chattanooga Choo Choo ist übrigens NICHT von Glenn Miller, nach Deiner Auffassung hat der den Song NUR gespielt, geschreiben wurde er von Mack Godon.

Jupp53 - 08.12.19    

@vabanque

Die Schlagzeugausbildung von Udo Lindenberg ist doch unbestritten hervorragend. Oder gehörst Du auch zu den Leuten, die Bela B. mit seinem Song: Goldenes Handwerk https://www.youtube.com/watch?v=seE37HJy.. karrikiert.

Es gibt Aufnahmen von Hölderlin und Ougenweide, die mir gefallen. Wobei das stark von meiner Stimmung abhängt.

Was den Gesang von Udo Lindenberg angeht, den finde ich gleichwertig mit dem von Mick Jagger. Er bringt halt eine andere Persönlichkeit rüber. Ob das einem gefällt? ... Jagger auf Love In Vain ist fantastisch, auf den letzten Platten, naja, was für Hardcore-Fans. Lindenberg Cello ist genial. Und er hat auch Songs ausschließlich für Hardcore-Fans rausgebracht. "Es ist halt nur ein Popsong." (Elvis Costello - übrigens extrem gutes Buch, die Autobiographie).

Cottbuser - 08.12.19    

@ Vabanque

">>Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt<<

Einfluss auf welche Musiker konkret? Von wem konkret anerkannt?"

https://www.suedkurier.de/ueberregional/..;art10399,8706418

Jupp53 - 08.12.19    

Westernhagen hat in diesem Quartal ein Interview in der SZ gegeben. Da war unter anderem von seiner Zeit in der Musiker-WG mit Udo die Rede. Otto Waalkes gehörte auch dazu.

Wieso wird eigentlich immer vergessen, das er als Jazz-Schlagzeuger hervorragend war?

aguirre - 08.12.19    

Die Kreativität oder von mir aus der Erfolg im Rock (Pop) läst sich doch nicht am "Gesang" festmachen, diesen Schwachsinn hat ein Dieter Bohlen mal rausgehauen "Du triffst die Töne nicht" und heute wird das nachgeplappert.
Das Beispiel Mick Jagger trifft es wirklich gut, im eigentlichen Sinne singen kann er wirklich nicht, aber er kann Gefühle transportieren, Persönlichkeit, übrigens bis heute.
Aber wo bitte konnte ein Joe Cocker singen, oder ein Tim Waits oder gar ein Lemmy Kilmister? Die Liste läst sich weiter und weiter fortsetzen.
Das schließt ja nicht aus das es in der Rock (Pop) Musik wirklich gute SängerInnen gibt oder gab zb Freddie Mercury, der Mann hätte Opern singen können oder von mir aus auch Meat Loaf.

aguirre - 08.12.19    

Korrektur : Tom Waits

Jupp53 - 08.12.19    

Zweiter Treffer in meiner Suchmaschine:
https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Kunt..

Wer gerne Jazz hört und Udo Lindenberg wegen seiner späteren Musik ablehnt, der wird bei der Liste hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Linden.. nur sagen: Waaaas, da war der überall dabei? Meilensteine des deutschen Jazz und der Lindenberg?

Ich bin wirklich kein Fan. Bloß ist einfach ahnungslos, wer die musikalischen Qualitäten von ihm nicht wahrnehmen will. Deshalb muss er einem ja noch lange nicht gefallen./Ironie/ Obwohl - wenn er anfangen würde klassische Opern zu singen, dann hätte er meine volle Sympathie. Denen könnte das nur gut tun. /Ironie/

aguirre - 08.12.19    

Opern nicht aber Chansons, die kann man auch "vortragen :-)

Famulus - 08.12.19    

Wenn Udo, was ist mit Udo Jürgens?

Vabanque - 08.12.19    

Stimmen sind immer Geschmackssache. Ein Sänger, von dem der eine schwärmt, löst in dem anderen Würgereiz aus. Letzteres passiert bei mir leider, sobald der gute Udo Lindenberg den Mund auf macht. Was kann ich denn dafür? Ich kann's doch nicht ändern :-/

Darüber lohnt auch keine Diskussion, weil es sich allein um persönliches Empfinden des Einzelnen handelt.

Dylan-Songs höre ich mir wegen seiner Stimme ja auch nicht an (nur in Cover-Versionen). Wobei es hier bei mir nicht bis zum Würgereiz geht, aber genervt bin ich von seiner Stimme halt auch recht schnell.

Natürlich gibt es auch einige Bands, die ich mir anhöre, obwohl ich die Stimme nicht wirklich gut finde, z.B. die Dire Straits, oder eben auch die Stones. Aber da ist es eben die Qualität der Songs selbst bzw. des Gitarrespiels. Außerdem passt die Stimme da ja - obwohl vielleicht nicht gut - auch zu den Songs.

Andere dagegen höre ich mir unter anderem auch wegen der herausragenden Stimme an, nicht nur Queen (Freddie Mercury), sondern auch Procol Harum (Gary Brooker) und die Cranberries (die leider viel zu früh verstorbene Dolores O'Riordan). Andere wiederum finden gerade diese Stimmen wiederum unerträglich, und können ebenfalls nichts dafür.

aguirre - 08.12.19    

Wenn ich Dir jetzt antworte das er einer der Größten seiner Zunft war, dann werde ich hier gelyncht ....

aguirre - 08.12.19    

Bezog sich auf Schachfreund Famulus

aguirre - 08.12.19    

Stimmt, wenn ich Kate Bush höre bekomme ich Zahnschmerzen, trotzdem würde ich sie nie abwerten :-)

Vabanque - 08.12.19    

Auf den späteren Alben singt Kate Bush nicht mehr so hoch wie auf den früheren. Auf den früheren finde ich aber die Songs schöner.

Jupp53 - 08.12.19    

Seien wir jetzt mal ganz ehrlich. Das gute an Popmusik wird doch mit diesem Bild hervorragend eingefangen:

https://www.minpic.de/i/9amd/1darsp

Famulus - 08.12.19    

Mit Jürgens sehe ich auch so. Queen macht mich nicht an. De gustibo non disputendum est.

Famulus - 08.12.19    

Disputandum

Vabanque - 08.12.19    

>>Jupp53 - vor 53 Min.

@vabanque

Die Schlagzeugausbildung von Udo Lindenberg ist doch unbestritten hervorragend.<<

Über Udo Lindenberg als Schlagzeuger habe ich sicher weder in diesem Thread noch sonstwo irgendwas Schlechtes gesagt. Nur: sobald er den Mund aufmacht, muss ich abschalten. (Ist bei Westernhagen aber auch nicht anders.)

Dagegen finde ich, Joe Cocker war ein guter Sänger. Der allerdings nicht immer gut gesungen hat. (Was kein Widerspruch ist.)

Jupp53 - 08.12.19    

Das ist halt der entscheidende Unterschied - technisch gut und guter Performer. Die dritte Karriere von Joe Cocker hat vielen Menschen Freude gemacht.

Mir ging es so mit J. Cash. Hervoragend "Live at St. Quentin" dann abgetaucht als guter, aber keineswegs überragender Country-Sänger und dann seine letzten CDs. Erzähle mir keiner, dass sei ein technisch guter Sänger gewesen. Aber wie er die Lieder auf den letzten CDs zu seinen Songs machte, das muss die jungen Bands, die er coverte, einfach glücklich gemacht haben, jenseits allen Marketing-Geschwätzes!

Oder Janis Joplin - Ihre Version von Summertime mit Big Brother ... ist vielleicht nicht die Beste, aber auf jeden Fall unübertrefflich. Ich bin jedesmal traurig über ihr frühes Ableben, wenn ich mir das anhöre. Was für ein Denkmal hat sie sich gesetzt!

(Verzeiht mir, aber ich verbinde damit starke Gefühle. Und das macht gute Musik aus.)

Jellycube - 08.12.19    

Wenn ich die Wahl hätte zwischen Stones oder Beatles, würde ich mich immer für die Kinks entscheiden...

macmoldis - 09.12.19    

Who

;-)))

Vabanque - 09.12.19    

Jeder hat eben seine persönlichen Vorlieben, die sich nicht unbedingt an der 'offiziellen Bedeutung' einer Band oder eines Künstlers orientieren.

Vor 30 Jahren waren meine Lieblingsbands Procol Harum (die weit mehr sind als nur 'A Whiter Shade of Pale'), Jethro Tull (die weit mehr sind als 'Locomotive Breath'), King Crimson (die weit mehr sind als '21st Century Schizoid Man'), Emerson, Lake & Palmer (die weit mehr sind als 'Lucky Man') und Queen.

Alle diese höre ich immer noch gerne, aber dazu Hunderte, die ich keineswegs geringer schätze.

Würde ich mich mit manchem beschäftigen, das ich (noch) nicht kenne, würde sich sicher in manchen Fällen meine Einschätzung ändern. Aber man kann sich eben nicht mit allem beschäftigen.
Wie zahlreiche Musikkritiker bewiesen haben, kann man aber sehr wohl über Künstler, Bands und LPs schreiben, die man gar nie gehört hat ;-)

crimsonfripp - 09.12.19    

@ Jellycube:

Bei dem Satz musste ich grinsen, denn den sage ich auch immer:
"Wenn ich die Wahl hätte zwischen Stones oder Beatles, würde ich mich immer für die Kinks entscheiden..."

andre.gilet - 09.12.19    

@ Jellycube
Das die Kinks es nie zu einem Ruhm wie Beatles oder Stones gebracht haben,
lag wahrscheinlich nicht an ihrem Potential sondern eher daran, weil sie zu unberechnbar für die Plattenindustrie waren!

andre.gilet - 09.12.19    

Ich habe selbst ein paar Platten zuhause und weiss das "Arthur" ein reines Konzeptalbum war; und das vor The Who`s Thommy!

Vabanque - 09.12.19    

Ich erinnere mich, 'seinerzeit' auch in die Kinks mal reingehört zu haben ... aber irgendwie habe ich bei dieser Gruppe nie 'angebissen' ... schwer zu sagen, woran das lag ... viellleicht passten sie in meinen damaligen Geschmack nicht so ganz rein, obwohl ich sie tatsächlich als interessant in Erinnerung habe. Warum ich sie nie weiter verfolgt habe, weiß ich selber nicht ...

Jellycube - 09.12.19    

@andre.gilet
Ja, The Kinks "Arthur" - The Rise and Fall of the British Empire -
ist mit Abstand das beste Album der Kinks. Jeder einzelne Titel ein Kracher!

macmoldis - 09.12.19    

Oh ja die Kinks, erinnere nach einem Auftritt von Polyphon (die kennt sicherlich keiner) in einem Dorf an der Saale bei wildfremden Leuten übernachtet (Afterparty) ... geweckt durch laute Musik die durchs Haus dröhnte ... Kinks im Rockpalast

Viele Jahre später konnte ich sie dann nach der Wende auch in Erfurt in einem kleinen Klub live erleben

Englisch - 15.02.20    

Föllakzoid ist die beste Krautrockband.

Jupp53 - 16.02.20    

Dieses Jahr kommt jedes Quartal ein Band heraus:
https://www.bear-family.de/various-kraut..

Bear-Family-Records ist eine kleinere Firma, die immer wieder gute Nischenprodukte erstellt. Wie das verlinkte ist, kann ich nicht beurteilen.

crimsonfripp - 16.02.20    

Schon ein guter Sampler - allerdings wird hier Krautrock so definiert, dass es reicht aus Deutschland zu kommen.
Krautrock im engeren Sinne war ja eine bestimmte Art von Musik.
Der Sampler gibt aber defintiv einen guten Überblick und enthält auch unbekanntere, aber durchaus hörbare Sachen.

mr.clock - 16.02.20    

Das sind gute Krautrockbands: Can,Birth Control ‎,Missus Beastly ‎,Sameti,Eiliff, und das beste album Xhol Caravan ‎– Electrip.

crimsonfripp - 17.02.20    

Schöner Hinweis, mr. clock.
Sameti und Eliff hatte ich vorher noch nie gehört.

Und sogar meine beiden Standardwerke "Rock in Deutschland" (Taurus Press 1984) und "Rock aus Deutschland West" (rororo 1984) haben davon noch nie gehört.

Aber bei youtube gefunden - ich höre es mir dann morgen mal in Ruhe an.

Und @ Englisch:
Föllakzoid macht musikalisch genau das, was ich als Krautrock bezeichnen würde - und eine aktuelle Band ist es auch noch.
Aber, sie kommen aus Chile - da darf man sich jetzt wieder leidenschaftlich streiten, ob das dann Krautrock ist :-)

Ich würde sagen: Eher Krautrock als z. B. Birth Control; aber es ist eben immer wieder die Frage, ob man Krautrock als einen speziellen Musikstil oder als Rock aus Deutschland versteht.

oliniehaus - 17.02.20    

...mich wundert, dass hier niemand Hoelderlin nennt...war auch, vor allem Live, sehr gut hörbar :-)...im Gegensatz zu Eloy

Vabanque - 17.02.20    

Hölderlin wurden in diesem Thread bereits am 8.12. diskutiert.

oliniehaus - 17.02.20    

...sorry...

Vabanque - 17.02.20    

Gut hörbar, das ja, aber umwerfend finde ich sie jetzt nicht gerade. Ich habe die Hölderlin live (Traumstadt) und habe sie neulich auch wieder mal angehört, aber da bleibt mir nichts, aber auch gar nichts im Ohr.

Vabanque - 17.02.20    

Nun ja, man kann auch nicht den ganzen langen Thread durchlesen ;-)

Vabanque - 17.02.20    

Und allzu viel wurde über Hölderlin ja oben auch nicht geschrieben ... viellleicht holst du das nach?
Ich finde sie halt etwas nichtssagend ... aber das ist immer Geschmackssache, irgendwo oben in dem Thread hat jemand den gesamten Krautrock als nichtssagend bezeichnet, was natürlich ungefähr so ist, als würde man den gesamten Jazz oder die gesamte Klassik als nichtssagend bezeichnen. Das ist dann halt das persönliche Empfinden des Schreibers, und weil das in Sachen Musik stets so ist, lohnt darüber auch keine Diskusssion. In einem anderen Forum hatte ich mal sinngemäß geschrieben, dass ich nichtssagende Musik immer noch besser fände als eine, die ich als furchtbar empfinde, worauf mir natürlich prompt jemand widersprach und schrieb: 'Gute Musik MUSS furchtbar sein!' Er meinte damit wohl, dass sie emotional aufwühlend, erschütternd sein müsse. Nun ja, auch das ist Auffassungssache ...

andre.gilet - 17.02.20    

Gentle Giant müsste auch Krautrock sein,aber leider sind die Schottland......

duennbraddel - 17.02.20    

Gamma Ray https://m.youtube.com/watch?v=y7tDhS3Hlao und https://m.youtube.com/watch?v=78hbsUY-Wqg von Grobschnitts waren sicher Meisterwerke, aber diese Art von Musik ist artifiziell und irgendwie, seien wir ehrlich, absolut out.
Der Puls schlägt hier https://m.youtube.com/watch?v=t8TXfuXGwqI
Oder hier https://m.youtube.com/watch?v=INCUWVO2Zi0
Empfehlung außerdem die Fidi und Bumsi Playlist auf Spodifei

Jupp53 - 17.02.20    

@duennbraddel

Einen ganz guten Überblick über die Breite aktueller Musikgeben die SWSX downloads. Ich lösche dann direkt den ganzen RAP und HipHop, was die Hälfte ist.

"Der Puls schlägt hier" ist Geschmackssache. Nicht jeder steht auf Angeber.

Vabanque - 18.02.20    

Was 'in' oder 'out' oder wo 'der Puls schlägt', ist für meine persönliche Musikauswahl (genau wie für die Auswahl meines Lesestoffs) noch nie maßgeblich gewesen. Wieso sollte man sich auch davon beeinflussen lassen? Jeder soll doch hören oder lesen, was einem gefällt. Mein Puls schlägt für den Rock der 60er und 70er (ob nun 'krautig' oder nicht) und für den Jazz der 20er bis 50er. Diese Musik kann ebenso wenig jemals 'out' sein wie die von Bach, Beethoven oder Brahms. Gerade erst im zeitlichen Abstand zeigt sich doch oft erst, was wirklich gut war, so auch beim Krautrock (warum sonst würden viele dieser Alben heute wieder aufgelegt?). Bei der aktuellen Musik muss diese Scheidung erst stattfinden, und dafür müssen wir noch mindestens 20-30 Jahre warten, bis sich die Spreu vom Weizen getrennt hat.

Vabanque - 18.02.20    

Es ist doch das gleiche wie mit den Spiegel-Bestsellerlisten. Wie viele der Bücher, die sich heute darauf finden, werden in 30 Jahren noch beachtet werden? Man kann ja die Gegenprobe machen und einen Blick auf eine 30 Jahre alte Spiegel-Bestsellerliste werfen ... ja, da findet sich gelegentlich schon ein Werk von Lenz oder Walser oder gar Eco (wobei man sich fragt, wie es auf so eine Liste gelangen konnte, denn massenkompatibel waren diese Autoren auch vor 30 Jahren nicht; da 'zog' wohl hauptsächlich der große Name), aber der Rest ist wohl mit Recht größtenteils vergessen. Ganz ähnlich ist die Situation natürlich auch bei Musik-Charts.

crimsonfripp - 18.02.20   +

Insbesondere frag ich mich gerade, was SSio usw. mit Krautrock zu tun hat - egal, wie man das jetzt definiert!?
Und zu Vabanques Bemerkungen zu "in" und "out" nicke ich auch kräftig mit dem Kopf; das hieße ja, dass mir andere erzählen, was ich gut zu finden habe...

Mal wieder zum Krautrock.
Es gibt sogar von einer der maßgeblichen Gruppen dieser Musikrichtung, nämlich "Faust", ein Stück das "Krautrock" heißt.
In der Anmoderation kommt auch ganz gut raus, dass die deutschen Gruppen bei diesem Begriff eher Vorbehalte hatten/haben:
https://www.youtube.com/watch?v=67cofvGh..

Vabanque - 18.02.20    

Zu untersuchen, was die Mehrheit gut findet und wieso, kann natürlich schon auch interessant sein, aber mehr von einem sozialwissenschaftlichen Standpunkt aus, als von einem künstlerischen.

crimsonfripp - 18.02.20   +

Ich bin immer sehr dran interessiert zu wissen, was die Mehrheit gut findet.
Das gilt jetzt beileibe nicht nur für Musik.
Schließlich mag ich nicht im luftleeren oder gar selbstbezüglichen Raum leben.

Für mich selber ist aber sicher nicht "in" und "out" relevant, sondern andere Kriterien (die übrigens beinhalten, dass man auch mal was gut finden darf, was mehrheitstauglich ist. Als ich noch jünger war, fand ich das noch eher uncool. Wenn man älter wird, merkt man, dass dies auch eine Einschränkung ist,)

Mikrowelle - 18.02.20   +

Ich stelle fest dass Rap und HipHop nicht gut altert. Wenn ich mir heute meine alten Fanta4 Alben anhöre, muss ich feststellen, dass das nicht mehr schön ist, obwohl ich das damals rauf und runter gehört habe. Ich vermute dasselbe wird mit den Hiphop Titeln passieren, die ich heute gut finde, weil meine Jungs mich ständig damit beschallen, Gehirnwäsche quasi.
Ich bedanke mich für die Fidi und Bumsi Playlist von duennbraddel. Da bekommt man auch mal neue Bands mit oder alte, die man ganz vergessen hatte.

Jellycube - 20.02.20   +

Rap und Hiphop können nicht altern,weil sie keine lebendige Musik beinhaltet.
Ich spreche von der uns alle bekannten Dynamik der Musik, laut leise mittellaut,
Vibrato,Tremolo,Tempo ansteigend,abschwellend,breit getragen und gehalten etc.
Sowas gibt es in der oben genannten Kategorie nicht,alles prasselt statisch auf einen ein,ohne einen Hörgenuss zu empfinden; und da gute Musik mit der Zeit an Wertigkeit gewinnt ist es mit Rap und Hiop genau das Gegenteil.....

Vabanque - 20.02.20    

>>alles prasselt statisch auf einen ein,ohne einen Hörgenuss zu empfinden<<

So empfindest du es, und ich empfinde es genauso, aber andere empfinden offenbar anders, und wenn ich mich deiner Meinung vollinhaltlich anschließe, wird mir sicher wieder vorgeworfen, ich schriebe und urteilte über etwas, das ich gar nicht kenne, und dieser Vorwurf geschieht sogar mit einem gewissen Recht, denn mit den Musikrichtungen Rap und HipHop habe ich mich nie beschäftigt, genausowenig wie mit Techno. Würde ich mich mit diesen Musikrichtungen ernsthaft befassen, fiele mein Urteil möglicherweise etwas differenzierter aus. Nur wer beschäftigt sich gerne mit etwas, das ihn von vorneherein nur abstößt?

Allerdings wurde mit der 'Alterung' von Musik ein gutes Kritierium aufgegriffen. Lege ich eine meiner alten Beatles-, Yes-, King Crimson-, Genesis-, GentleGiant-, PinkFloyd-, ProcolHarum- oder JethroTull-Platten heute wieder auf, dann bin ich spontan wieder begeistert, nicht nur wegen des Nostalgie-Effekts. Ich höre die Musik heute teilweise durchaus anders als damals, trotzdem gefällt sie mir nicht weniger als vor 30 Jahren. Das ist schon richtig erstaunlich. Ich möchte damit nicht unbedingt behaupten, dass diese Musik zeitlos wäre, aber sie hat neben der zeitgebundenen Komponente (die bei jeder Musik vorhanden ist, auch Mozart war zeittypisch) eben auch eine zeitlose Komponente, die wahrscheinlich auf ihrer überragenden Qualität fußt.

oliniehaus - 20.02.20    

...ich stelle jetzt mal einfach in den Raum, dass es wenig hilfreich ist Schubladen wie "Krautrock", "Progrock", ...etc. zu eröffnen...viel interessanter ist doch das was crimsonfripp über die Kriterien zur Beurteilung von Musik aussagt...für mich ist eine Verarmung von Musik erkennbar, wenn Musik ohne Stimme nicht trägt und für sich genommen "langweilig" weil eintönig ist. Und das ist bei den meisten erfolgreichen Titeln der Jetztzeit leider so. Das erklärt auch, dass Hiphop nicht mehr interessant klingt (Mikrowelle), wenn eine altersmäßige oder sonstwie emotionale Bindung zu einer Musik entfällt...Hiphop ist rein musikalisch ohne Stimme einfache, zu einfache und dadurch langweilige Musik. Musik muss aber auch nicht ausgesprochen komplex daherkommen...so ist z.B. Musik von Nirwana sicherlich eher einfach gestrickt und trägt ebenfalls ohne die Stimme Cobains nicht, ist aber originell und mit dem Alleinstellungsmerkmal Miterfinder dieser Musikrichtung (Grunge) zu sein ausgestattet, welches diese Musik einzigartig werden lässt und dadurch auch von den vielen Kopien immer unterscheidbar bleibt. Und DAS ist für mich ein immens wichtiges Kriterium zur Beurteilung von Musik unabhängig vom eigenen Geschmack. Übrigens kann man auch in der Barockmusik Bach ganz hervorragend aus aller zeitgenössischen Barockmusik heraushören, weil Bach (und Bach war auch Mathematiker) die relativ starre formale, mathematische Struktur der Barockmusik (Fugen) eben dazu nutzt Wiedersprüche zu erzeugen und das System ad absurdum führen will, ohne seine innere Struktur zu verletzen (so wie dies auch Escher in der bildenden Kunst versucht). Das heißt, dass ein weiteres Merkmal neben der Originalität auch die intelligente Beschäftigung der Musik mit der eigenen inneren Struktur ist und dadurch Musik zeitlos werden lässt...oder wer kann ansonsten erklären, dass Musik von Carl Orff musikgeschichtlich interessant ist...diese Musik ist zwar nicht hörbar, aber durch den Versuch die innere Struktur von Ton und Musik durchbrechen und weiterentwickeln zu wollen objektiv bedeutsam.

Wichtig ist auch der innere Prozess der Weiterentwicklung von Musik. So ist z.B die Musik von Oasis für mich keine gute Musik, weil Oasis ihre eigene Musik nicht weiterentwickelt oder in Frage gestellt hat. Es gibt zwar ein paar gut hörbare Lieder, aber im Grunde genommen ist alle Musik von Oasis stilistisch identisch. Die Musik von Genesis unter P. Gabriel oder von King Crimson ist für mich (neben der nicht ganz unwichtigen Tatsache, dass dies Musik ist mit der ich gross geworden bin) dahingehend auch deswegen gute Musik, weil eine stilistische Entwicklung in der Zeitschiene der Existenz der Gruppen deutlich sichtbar ist. Ich weiß zufällig, dass crimsonfripp (Nomen est Omen) die spätere Musik von King Crimson schätzt...ich jedoch eher das Frühwerk. Dennoch wird er sicherlich anerkennen, so wie ich dies auch tue, das insgesamt die Musik von King Crimson originell und in ihrer Entwicklung interessant ist. Auch der Mut Brüche zu vollziehen und eben keine Angst davor zu haben vom Mainstream abzuweichen ist ein weiteres Merkmal was diese Auseinandersetzung zeigt.

Triumvirat ist übrigens für all das ein sehr gutes negatives Beispiel. Diese Band könnte man unter "Krautrock", oder unter "Progrock" einstufen und machte in meinen Augen objektiv keine gute Musik, weil sie den Musikstil von Emmerson Lake and Palmer oder Yes zwar aufgreift, aber nicht über den Grad einer schlechten, nicht sonderlich originellen Kopie herauskommt.

Linkin Park hingegen ist gute Musik für mich (auch weil sie mir einfach gefällt), weil sie stilistische Brüche im eigenen Stil zulassen, sich musikalisch verändern (das entspricht mal dem eigenen Geschmack oder auch nicht) und auch originell verschiedene Musikrichtungen (Rap und Metal) miteinander so kombinieren, wie es niemand anderes bis dato gemacht hat....

Vabanque - 20.02.20    

>>andre.gilet - 17.02.20

Gentle Giant müsste auch Krautrock sein,aber leider sind die Schottland......<<

Weil sie schräge Musik gemacht haben und in den 70er Jahren waren? ;-)
(Dann müssten vor allem VanderGraafGenerator auch Krautrock sein.)
Es ist doch eher umgekehrt, Krautrock-Bands haben sich britische Bands zum Vorbild genommen, vielleicht waren gelegentlich auch GentleGiant unter diesen Vorbildern, hauptsächlich aber PinkFloyd.
Allerdings glaube ich kaum, dass eine deutsche Band so weit gegangen ist, Elemente altenglischer Madrigale in ihre Musik einzuarbeiten, so wie es GentleGiant zumindest auf 'Octopus' getan haben.
Wie dem auch sei, über die Kreativität der damaligen Zeit kann man auch heute noch staunen. Auch heute gibt es diese Kreativität noch, aber hauptsächlich im Prog/Indie/Alternative-Bereich. Zumindest vor 15-20 Jahren fand ich in diesen Bereichen noch vieles, das mir gefiel. Heute suche ich nicht mehr nach neuer Musik, sondern lege meine alten CDs wieder ein :-)

Vabanque - 20.02.20    

>>oliniehaus - vor 1 Min.

...ich stelle jetzt mal einfach in den Raum, dass es wenig hilfreich ist Schubladen wie "Krautrock", "Progrock", ...etc. zu eröffnen<<

Da stimme ich gerne zu.

>>Das erklärt auch, dass Hiphop nicht mehr interessant klingt (Mikrowelle), wenn eine altersmäßige oder sonstwie emotionale Bindung zu einer Musik entfällt...Hiphop ist rein musikalisch ohne Stimme einfache, zu einfache und dadurch langweilige Musik.<<

So empfinde ich es auch.

>>Musik muss aber auch nicht ausgesprochen komplex daherkommen<<

Auch da kann ich zustimmen, Komplexität ist kein gutes und vor allem kein alleiniges Kriterium für Qualität. Gerade die frühen Songs der Beatles sind sehr einfach gestrickt, und trotzdem nicht schlechter als ihre späten, teils hochkomplexen Kompositionen, nur anders.

>>Übrigens kann man auch in der Barockmusik Bach ganz hervorragend aus aller zeitgenössischen Barockmusik heraushören<<

Da muss ich zum ersten Mal widersprechen. Warum gäbe es dann so viele ursprünglich Bach zugeschriebene Kompositionen, deren Authetizität heute als zweifelhaft gilt?

>>und Bach war auch Mathematiker<<

Das wäre mir ja ganz neu.

>>oder wer kann ansonsten erklären, dass Musik von Carl Orff musikgeschichtlich interessant ist...diese Musik ist zwar nicht hörbar<<

Ich finde sie sehr gut hörbar, wenn dies auch nicht auf alle Kompositionen von Orff zutrifft. Von Strawinksy gibt es ja auch sehr gut hörbare und überhaupt nicht hörbare Kompositionen, er war mit seinen ständigen Stilwandlungen eben so etwas wie ein musikalischer Picasso oder Kandinsky. Als 'nicht hörbar' würde ich eher Karlheinz Stockhausen einordnen, der sich seine Bedeutung selbst nur angemaßt hat, dessen 'Musik' aber frei von jeglichem Inhalt ist, eine Art Beuys der Musik.

>>Wichtig ist auch der innere Prozess der Weiterentwicklung von Musik. So ist z.B die Musik von Oasis für mich keine gute Musik, weil Oasis ihre eigene Musik nicht weiterentwickelt oder in Frage gestellt hat. Es gibt zwar ein paar gut hörbare Lieder, aber im Grunde genommen ist alle Musik von Oasis stilistisch identisch.<<

Oasis ist jetzt zwar garantiert nicht meine Lieblingsband, aber man könnte sie durchaus als ein Beispiel anführen, dass einfach gestrickte Musik recht gut sein kann. Stilistische Weiterentwicklung ist für mich aber auch nicht unbedingt ein Kriterium. Der Wiedererkennungswert eines Stils schon eher, und der ist bei Oasis ja durchaus gegeben.

>>Ich weiß zufällig, dass crimsonfripp (Nomen est Omen) die spätere Musik von King Crimson schätzt...ich jedoch eher das Frühwerk.<<

Ich mag auch lieber das Frühwerk von King Crimson, und mir wäre es (ebenso wie bei Genesis) fast am liebsten gewesen, es hätte keine 'stilistische Weiterentwicklung' statt gefunden. Allerdings muss man durchaus zugeben, dass sich bei beiden Bands Ende der 70er der Stil tatsächlich totgelaufen hatte.

>>Triumvirat ist übrigens für all das ein sehr gutes negatives Beispiel. Diese Band könnte man unter "Krautrock", oder unter "Progrock" einstufen und machte in meinen Augen objektiv keine gute Musik, weil sie den Musikstil von Emmerson Lake and Palmer oder Yes zwar aufgreift, aber nicht über den Grad einer schlechten, nicht sonderlich originellen Kopie herauskommt.<<

Da muss ich abermals widersprechen. Zwar sind ELP, The Nice und meinetwegen auch Yes (ich höre bei den späteren Alben allerdings eher den Einfluss von Supertramp heraus) als Vorbilder von Triumvirat klar erkennbar, aber zumindest die Alben 'Illusions on a Double Dimple', 'Spartacus' und 'Old Loves Die Hard' zeigen schon einen eigenen Stil. Diese drei Alben höre ich auch heute noch gerne, selbst wenn sie an die Vorbilder tatsächlich nicht ganz herankommen. Triumvirat ist so gesehen dann allerdings doch ein negatives Beispiel, weil ihre spätere 'stilistische Weiterentwicklung' nur auf Kosten der Qualität ging, aber das ist ja bei vielen Bands der Fall, die in den 70er groß waren und nicht gut in den 80ern angekommen sind. Das kann man bei Chicago, Supertramp, Saga, Genesis und sogar bei Jethro Tull beobachten. Anderen, wie den Eagles oder Steely Dan, blieb dieses Desaster nur wegen Auflösung der Band erspart. Weiterentwicklung ist ja schön und gut, aber ich kenne kaum Beispiele, wo diese ohne Qualitätsverlust möglich war.

crimsonfripp - 20.02.20    

Mann, das ist ja mal richtig interessant, was in den letzten Beiträgen zu lesen ist.
Ich will mal nur auf zwei Passagen reagieren (bei einer, weil ich ja selber angesprochen wurde).

@ oliniehaus

"Ich weiß zufällig, dass crimsonfripp (Nomen est Omen) die spätere Musik von King Crimson schätzt...ich jedoch eher das Frühwerk. Dennoch wird er sicherlich anerkennen, so wie ich dies auch tue, das insgesamt die Musik von King Crimson originell und in ihrer Entwicklung interessant ist."

Nee, natürlich insgesamt die Musik von King Crimson, aber eben auch das Spätwerk - obwohl völlig anders.
Deswegen auch mein Pseudonym, weil ich da (fast) alles an Musik verteidigen könnte.

Meine Top-Five von KC:
- Discipline (1981)
- Red (1974)
- Heavy ConstruKction (2000)
- dann natürlich das 1. Album In the Court of the Crimson King (1969)
- Thrak (1995)

@ Vabanque

"Es ist doch eher umgekehrt, Krautrock-Bands haben sich britische Bands zum Vorbild genommen,"

Da muss ich jetzt laut "Nein!" brüllen.
Warum?
Ich habe ja schon mehrfach gesagt, es gibt zwei Definitionen von "Krautrock".

Definition 1 sagt "Musik aus Deutschland aus den siebziger Jahren". Da ist dann einfach alles dabei, sogar Scorpions. Und eben viele Bands, die angloamerikanisch klingen - was ja nicht heißt, dass es keine gute Musik ist. Viele Bands sind hier ja schon aufgezählt worden.

Meine Definition ist, dass "Krautrock" auch als eigenständiger Musikstil definiert werden kann - und der war dann eindeutig Vorbild für Briten und Amerikaner.

Und da muss man u a. folgende Namen nennen:
- Am bekanntesten wohl Kraftwerk
- Can und das Solowerk von Holger Czukay
- Faust
- Cluster (z. B. sehr wichtig für Brian Eno, der dann in den späten Siebzigern
- Harmonia
- Neu!

Zu Neu! dann mal eine Doku über den Neu!-Schlagzeuger Klaus Dinger (das andere Gruppenmitglied war übrigens Michael Rother), das sehr schön zeigt, wen die so alles beeinflusst haben (ein Auszug):
0:30 Iggy Pop
1:07 Primal Scream
11:57 und am schönsten David Bowies Auftritt in ""Wetten dass?", der nach seinen Einflüssen befragt wird und dann mit dem deutschen Publikum ein Ratespiel veranstaltet, wer denn "Harmonia" und "Neu!" kennt:
https://www.youtube.com/watch?v=M90Y132f..
(sehr schön direkt danach auf Iggy Pops Definition der Deutschen - großartige Doku, würde ich Musikinteressierten wirklich empfehlen)

Noch ein paar schöne Zitate über die Einflüsse von CAN:
- "War es 1977 der Sex Pistols Frontmann John Lydon, der CAN für seine Musik als bedeutend hervorhob, gesellten sich bis heute eine ganze Schar von ernstzunehmenden Musikern dazu, darunter David Bowie, Brian Eno, Ultravox, The Orb, Stereolab und Sonic Youth. Letztere bezeichneten CAN als Weckruf, ja sogar als Initiation ihrer Zukunft."
- „Die Musik von Can ist das Alpha und Omega der Psychedelic Dance Music.“
(Simon Reynolds, The Sex Revolts)

Ich breche mal ab :-)

oliniehaus - 20.02.20    

@vabanque: ...es ist vielen nicht bekannt, dass Bach einen Hang zur Mathematik hatte, genausowenig wie die Tatsache dass Goethe rege mathematische Beweise veröffentlicht, und Newton sich mehr mit Okkultem beschäftigt hat als mit Naturwissenschaft...aber diese Betrachtung hervorragender Persönlichkeiten zeigt mal wieder wie sehr unsere Bildung an Einseitigkeit in ihrer Ausrichtung erkrankt ist...denn nur die Blicke über den Tellerrand hinaus ermöglichen hervorragende kulturelle Leistungen...und das ist auch immer wieder in der Musik der Moderne so faszinierend zu beobachten...gute Musik hat auch immer was mit guter Allgemeinbildung und Neugier zu tun...ein sehr gutes Beispiel ist hier der von mir sehr verehrte Peter Gabriel der in seinen Konzerten mit den frühen Genesis ja als Gesamtkunstwerk hinsichtlich der Kombination aus Musik, Schauspiel und grandioser Kostümierung aufgewartet hat und aus dieser Kunst heraus auch eine politische Haltung ausstrahlt die sich wiederum auf seine Kunst (die Hinwendung zum afrikanischen Kontinent mit seinen kulturellen Einflüssen) auswirkt...auch wenn ich persönlich die Musik die daraus resultiert nicht mehr so gerne höre...aber das ist ja, wie wir bereits Konsens haben, kein unbedingtes Kriterium für die Beurteilung von Musik...:-)

@crimsonfripp
meine Top 5 von KC sind:
Lizard
Larks Tongues in Aspic
Red
In the wake of Poseidon
in the Court of the crimson King

Vabanque - 20.02.20    

Bis auf Lizard, die ich eigentlich immer vergleichsweise schwach fand, vor allem die 2. Plattenseite (daran hat auch ein Wieder-Anhören nach über 20 Jahren kaum was geändert), sind das auch meine Favoriten unter den King Crimson-Alben. Wobei SF crimsonfripp schon Recht hat, das Debutalbum und 'Red' dürften absolut unübertroffen sein, nicht nur im Gesamtwerk von King Crimson, sondern auch in der gesamten Rockmusik. Der 12Minuten-Song 'Starless' hat - behaupte ich - in der gesamten Musik nicht seinesgleichen, er ist für mich schlicht und einfach das Maß aller Dinge, das Maß, an dem sich alle anderen Songs aller anderen Bands messen müssen, und 'Epitaph' ist ihm nahezu ebenbürtig. Das Album 'Discipline' fand ich wegen der radikalen Stiländerung bereits etwas befremdlich, und spätere Werke von KingCrimson habe ich nicht mehr so richtig verfolgt.

Vabanque - 20.02.20    

Warum SF crimsonfripp so laut brüllen muss, weiß ich jetzt nicht, ein leises 'Nein' hätte auch gereicht ;-)
Es ist halt so, dass ich mir seinerzeit natürlich auch unter den deutschen Bands solche herausgepickt habe, die stilistisch meinen damals bevorzugten britischen Bands im Stil recht ähnlich waren. Deswegen mag bei mir der Eindruck entstanden sein, die Krautrock-Bands hätten überwiegend britische Vorbilder gehabt.
Kraftwerk waren natürlich eine ganz andere Baustelle, das gebe ich zu, aber die haben mir nie gefallen können. Einfach nicht mein Ding.
Nein, so weit würde ich jetzt auch nicht gehen, alle deutsche Musik aus den 70ern als Krautrock zu bezeichnen (wobei ich den Begriff sowieso nicht mag bzw. einfach sehr unglücklich finde). Die Scorpions zähle ich bestimmt nicht zum Krautrock, obwohl ich ihre frühen Alben aus den 70ern tatsächlich auch mag, und die ganz frühen sind stilistisch sogar wirklich ganz anders als man vermuten würde. Hätten sie sich nicht später in eine ganz andere Richtung entwickelt, die Scorpions hätten eine richtig gute Band werden (oder bleiben) können.

crimsonfripp - 21.02.20    

Leise flüsternd sage ich, dass ich Kraftwerk auch nicht mag :-)
Aber einflussreich sind sie halt schon - das muss man zugeben.
Was ich von der Aufzählung wirklich mag, konnte man wahrscheinlich schon merken...

Sehr gefallen hat mir übrigens auch diese Passage:
"Lege ich eine meiner alten Beatles-, Yes-, King Crimson-, Genesis-, GentleGiant-, PinkFloyd-, ProcolHarum- oder JethroTull-Platten heute wieder auf, dann bin ich spontan wieder begeistert, nicht nur wegen des Nostalgie-Effekts. Ich höre die Musik heute teilweise durchaus anders als damals, trotzdem gefällt sie mir nicht weniger als vor 30 Jahren. Das ist schon richtig erstaunlich."

Das dauert manchmal ewig, bis dass passiert.
Aber diesen Effekt konnte ich gerade wieder bei Jethro Tull und den beiden ersten Pink Floyd-Alben beobachten.

Vabanque - 21.02.20    

'The Piper at the Gates of Dawn' habe ich eeewig nicht mehr gehört ... ich kann aber auch nicht prognostizieren, was geschieht, wenn ich die wirklich mal wieder auflege, irgendwie graut mir davor ;-)
Pink Floyd geht bei mir eigentlich erst so richtig bei der 'Meddle' los ... und das darauf befindliche 20(?)-Minuten-Stück 'Echoes' ist für mich auch so ein 'Maß aller Dinge', vergleichbar dem späteren 'Shine on, you crazy diamond'.
Wer ist nun der eigentliche 'Erfinder' dieser 'ausschweifenden' Songs, Pink Floyd oder King Crimson? Oder ganz jemand anders? Vielleicht kann man das auch nicht mehr feststellen, es liegen halt bestimmte Stile zu bestimmten Zeiten quasi in der Luft und müssen von den Künstlern, die zu genau dieser Zeit leben, offenbar 'nur' aufgegriffen werden ... und sie werden von herausragenden Gestalten auch aufgegriffen, gemäß dem Shakespeare(?)schen Motto: 'Alle Dinge sind bereit, wenn der Geist bereit ist'.

Vabanque - 21.02.20    

>>crimsonfripp - vor 18 Min.

Leise flüsternd sage ich, dass ich Kraftwerk auch nicht mag :-)
Aber einflussreich sind sie halt schon - das muss man zugeben.<<

Ja - leider. Wären uns Kraftwerk erspart geblieben, der ganze Techno wäre uns vielleicht erspart geblieben ;-)

Jupp53 - 21.02.20    

Vabanque: Wer ist nun der eigentliche 'Erfinder' dieser 'ausschweifenden' Songs, Pink Floyd oder King Crimson?

Es war eine Entwicklung gegen Kommerzialisierung der Musik. Es ist wie heute: 3 Minuten Songs geben Platz für Werbung oder redaktionelle Beiträge. Dagegen stemmten sich Musiker aus allen Stilrichtungen. Jazzstücke waren eine Anregung. Soft Machine wurden und werden fast nie im Radio gespielt, weil es kaum "passende" Titel gibt, obwohl sie für den Jazzrock genauso prägend waren, wie Weather Report.
______________________________

Seit Musik mit Videos vermarktet wird, muss man zum Verständnis bestimmter Lieder auch diesen Teil mit einbeziehen, um Lieder zu verstehen. Ein passendes Beispiel ist: Peter Fox - Das Haus am See. Ein nettes Liedchen, das im Radio hier mal rauf und runter lief. Dann sah ich das Video nach einer Besprechung und begriff, wie gebrochen das Lied vom Text und den musikalischen Stilmitteln ist. Träume eines Verlierers.

https://www.youtube.com/watch?v=gMqIuAJ9..

Wahrscheinlich wird es in der Menge untergehen. Die Wikipedia ordnet ihn so ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fox

Es gibt in jeder Musikrichtung Musiker, die richtig Ahnung haben und etwas können. Dann schaffen es auch Leute, die sich dem Ton des Tages nur anpassen und die hören sich 40 Jahre später meist nur noch blutleer an.

Da ich mit meiner Hausarbeit bei war, habe ich der jungen Frau vom Pflegedienst (Rumänin, ~30 Jahre) erzählt, wer Brian Wilson ist, taubgeschlagenes Ohr, ... , und dabei stießen wir auf eine aktuelle Arbeit mit Ke$ha. Ihr könnt mir erzählen was ihr wollt. Aber ein anerkanntes Genie mit der Geschichte würde nie mit jemand zusammen Musik machen, den es für unfähig hält. Die junge Frau fand die Musik von Brian Wilson interessant, obwohl das nicht ihr Stil ist. Die guten jungen Musiker kennen sein Werk.

Jupp53 - 21.02.20    

sorry - Anstelle von Edith muss hier immer ein neuer Kommentar einspringen:
*
Da ich mit meiner Hausarbeit bei und nichts zu tun war, habe ich der jungen Frau vom Pflegedienst

crimsonfripp - 21.02.20    

"Vabanque: Wer ist nun der eigentliche 'Erfinder' dieser 'ausschweifenden' Songs, Pink Floyd oder King Crimson?"

Interessante Frage. Als Zwischenergebnis kann man festhalten, dass Pink Floyd eindeutig früher losgelegt hat als KC.
Schon auf dem ersten Album "The Piper at the Gates of Dawn" (1967) war das fast zehnminütige "Interstellar Overdrive" und auf "A Saucerful of Secrets" (1968) ist das Titelstück fast 12 Minuten lang.
Aber ob die da quasi die Ersten waren?
Mal sehen, ob mir dazu was einfällt...

Gehen wir mal über den Teich: Velvet Undergrounds zweites Album "White Light/White Heat" ist ebenfalls von 1968 und enthält "Sister Ray" mit über 17 Minuten Länge.

Ich suche mal weiter....

oliniehaus - 21.02.20    

@vabanque...ich gebe dir mit Starless absolut Recht...allerdings finde ich die Live-Version auf USA (die würde ich als Live Auskopplung in meine Bestenliste auch relativ hoch ansiedeln) noch ein Stück intensiver....so wie ich überhaupt finde, dass King Crimson Live noch mal eine ganz andere Musik ist...viel rauher und härter...aber auch emotionaler...das Gitarrenriff von Fripp ist da unübertroffen und für mich fast das Maß aller Dinge...übertroffen nur von Firth of Fifth auf Selling England by the Pound von Genesis und nur unwesentlich besser als das in The Knife auf Tresspass von Genesis....

...was lange Songs anbetrifft, so könnte man auch von Iron Butterfly "In a Gaga da Vida" von 1968 anführen...:-)

aguirre - 21.02.20    

dann werfe ich mal Rolling Stones "Goin Home" vom Album Aftermath 1966 in den Ring :-) glaube was um die 11 Mnuten
Denke aber suchen müsste man wirklich in Richutung Gospel :-)

Jupp53 - 21.02.20    

1967 der Catfish Blues von Canned Heat war früher.

Jupp53 - 21.02.20    

Hier sind rund 5.000 Posts mir Beispielen.

http://www.hifi-forum.de/viewthread-320-..

Krautrock ist auch dabei.

Englisch - 21.02.20    

Meine Lieblingsbands: Can, Amon Düul II, Camera, Föllakzoid, Xhol, Harmonia, La Düsseldorf, Neu!. Mein Lieblingsalbum: Tago Mago.

Vabanque - 21.02.20    

>>übertroffen nur von Firth of Fifth auf Selling England by the Pound von Genesis<<

Das war damals der Song gewesen, der mich spontan von den alten Genesis mit Peter Gabriel überzeugt hatte :-)

crimsonfripp - 21.02.20    

"Meine Lieblingsbands: Can, Amon Düul II, Camera, Föllakzoid, Xhol, Harmonia, La Düsseldorf, Neu!. Mein Lieblingsalbum: Tago Mago."

Da ist ja einer ziemlich nah dran an meinen Vorlieben :-)

Ansonsten habe ich den ganzen Vormittag, ausgelöst durch diesen Thread, Musik gehört.
Beginnend mit Neu! und Can über Harmonia zu Brian Eno, weiter zu den Talking Heads und Joy Division bin ich aktuell bei Public Image Ltd. gelandet.

aguirre - 21.02.20    

@jupp53 1967 war früher als 1966 ? :-)
Was nicht gegen Canned Heat spricht. Es gibt auf dem Album "Burning Hell" eine tolle Version "Boogie Chillen" mit John Lee Hooker und Canned Heat etwa 11 Minuten :-)

Eine Frage an die "Krautrockgemeinde":
Nachdem selbst Kraftwerk hier als Krautrock bezeichnet wurde, was ist dann mit "Tangerine Dream"? Laufen die auch unter Kraurock?
(Ich hoffe das denen nicht auch noch Techno untergeschoben wird :-)

Englisch - 21.02.20    

Zumindest die ersten Scheiben.

Jellycube - 21.02.20    

Close to the Edge ist meiner Ansicht nach das monumentalste Werk was eine Rockgruppe mit vier Instrumenten aufbringen kann.
Es gibt nur sehr wenige,die etwas derartiges auf diesesem Niveau vollbracht haben.

Englisch - 21.02.20    

Einige Krautrockalben könnte man, trotz Kult, auch als Schrott bezeichnen. Aber so ist das wohl bei jeder Musikrichtung. Krautrock ist aber keine Musikrichtung. Krautrock ist halt manchmal kultiger Schrott. Welche Menschentypen hören eigentlich Krautrock? Normale Menschen?

Englisch - 21.02.20    

Spiegelt sich Krautrock bei den geneigten Menschen auch in der Seele , in der Psyche wieder?

Vabanque - 21.02.20    

>>Jellycube - vor 2 Std.

Close to the Edge ist meiner Ansicht nach das monumentalste Werk was eine Rockgruppe mit vier Instrumenten aufbringen kann.
Es gibt nur sehr wenige,die etwas derartiges auf diesesem Niveau vollbracht haben.<<

Prima Anregung, hab die jetzt nach wieviel Jahren oder Jahrzehnten wieder mal gehört ... instrumentaltechnisch hast du vielleicht Recht ... aber die gesanglichen Schwächen von Yes sind mir natürlich auch gleich wieder aufgestoßen (ich mag Jons Stimme einfach nicht) ... das ist wohl der Grund, warum ich sie nie so ganz in eine Reihe mit King Crimson, Genesis und Jethro Tull stellen konnte ... aber kompositorisch und instrumental natürlich wirklich erste Sahne, wobei mir persönlich das Vorgängerwerk 'Fragile' tatsächlich noch etwas besser gefällt.

Vabanque - 21.02.20    

>>Englisch - vor 38 Min.

Einige Krautrockalben könnte man, trotz Kult, auch als Schrott bezeichnen. Aber so ist das wohl bei jeder Musikrichtung. Krautrock ist aber keine Musikrichtung. Krautrock ist halt manchmal kultiger Schrott. Welche Menschentypen hören eigentlich Krautrock? Normale Menschen?
Englisch - vor 20 Min.

Spiegelt sich Krautrock bei den geneigten Menschen auch in der Seele , in der Psyche wieder?<<

So weit würde ich nicht gehen, eine Verbindung zwischen der Psyche des Menschen und der Musik, die er/sie gerne hört, zu ziehen. Manchmal verstehe ich mich ja durchaus mit Menschen, die gerne Rap, HipHop oder Techno hören ... natürlich wird dann in unseren Gesprächen das Thema Musik tunlichst nicht berührt :-))

oliniehaus - 22.02.20    

@vabanque: ich mag gerade die Stimme, die einzigartige Stimme von Jon...und wahrscheinlich magst du deshalb Lizard nicht so gerne, weil dort ja Jon einen Gastauftritt hat ;-)

Für mich ist das Hören von allen Alben von Yes bis einschließlich Relayer immer wieder ein musikalisches Nachhausekommen...Yes ist für mich die Band, die mich am kontinuierlichsten begleitet, die ich nie aufgehört habe zu hören...und auch niemals zu viel habe hören können und die mir niemals auf die Nerven gegangen ist...auch wenn ich musikalisch in der Tat zwei andere Bands besser finde (Genesis, King Crimson)...

Vabanque - 26.02.20    

>>@vabanque: ich mag gerade die Stimme, die einzigartige Stimme von Jon...und wahrscheinlich magst du deshalb Lizard nicht so gerne, weil dort ja Jon einen Gastauftritt hat ;-)<<

Stimmt, jetzt erinnere ich mich wieder, dass der da ja singt ... ich hatte es aber vergessen, und nein, ich fand Lizard irgendwie musikalisch belanglos (es ist zwar bitter, sowas über King Crimson schreiben zu müssen, und tut mir fast weh, aber so empfand ich es) ... ich sehe schon, ich muss die Scheibe dringend mal wieder (möglichst unvoreingenommen) auflegen.

Was ist an der Stimme von Jon so toll? Ich finde sie dünn und wenig ausdrucksvoll. Aber an Stimmen scheiden sich ja die Geister am allermeisten ...

>>Für mich ist das Hören von allen Alben von Yes bis einschließlich Relayer immer wieder ein musikalisches Nachhausekommen<<

Musikalisch sind sie (fast) alle klasse ... ich mag sogar das erste Album, das fast jeder schwach findet ... und ich mag auch Drama sehr, das einzige (?) Album ohne Jon (nein, nicht deswegen), erst danach wird es fragwürdig ... ab 'Big Generator' hab ich dann echt entschieden, mir nichts mehr von Yes anzuhören, obwohl es angeblich später sogar wieder besser wurde.

>>auch wenn ich musikalisch in der Tat zwei andere Bands besser finde (Genesis, King Crimson)<<

King Crimson, Jethro Tull und Gentle Giant, teils auch noch Emerson,Lake&Palmer und Pink Floyd (aber alle jeweils nur in ihrer besten Zeit) sind für mich immer noch die einzigen Bands, die sich für mich in künstlerischer Hinsicht mit Yes messen können oder sie teils auch übertreffen.

Und doch, die alle nerven (mich) letztlich auch, wenn ich sie zu viel höre ;-)

andre.gilet - 26.02.20    

Naja, Yes ohne Jon ist Quarkrock.....

Vabanque - 27.02.20    

Bei manchen Bands mag der Wechsel des Sängers das Aus bedeuten, bei anderen (wie z.B. auch King Crimson oder Toto) hat den Sängerwechsel nicht mal jemand bemerkt ... je nachdem ob sich der Stil der Band über den instrumentalen Sound oder über die Stimme definiert. Mir ist das Instrumentale immer schon wichtig gewesen, und nur bei wenigen Bands finde ich die Stimme so markant, dass sie untrennbar zum Sound gehört. Z.B. hat mich Marillion nach dem Weggang von Fish nicht mehr interessiert, und vor allem auch Queen war nach dem Tod von Freddie Mercury ebenfalls tot (Versuche mit anderen Sängern waren ja auch wenig erfolgreich, mit Recht). Auch Procol Harum könnte ich mir ohne die markante Stimme von Gary Brooker kaum vorstellen.

andre.gilet - 27.02.20    

Bei Yes war es von Anfang an Jon Anderson der mitverantwortlich war für den elysichen Gesang,danach kam Trevor Horn von den Buggles und dann wieder Jon und mittlerweile ist er nicht mehr bei Yes sondern spielt mit AWR (Anderson,Wakemann und Rabin) die alten Sachen der Yes; ein seltsames Puzzle diese progrock Wendungen im laufe der Jahrzehnte....

Vabanque - 27.02.20    

Die Prog-Bands haben doch häufig Musiker untereinander getauscht, ähnlich wie auch die Folk-Bands. Greg Lake von Emerson, Lake und Palmer sang in der Anfangszeit bei King Crimson (übrigens nicht der beste Sänger, wie ich finde), und Bill Bruford trommelt nicht nur bei Yes und King Crimson, sondern auch bei Genesis und Pavlov's Dog ... und ja, auch bei letzterer Band ist die Stimme ein Muss, der Schlagzeuger mag austauschbar sein, aber nicht der Sänger :-))

Jellycube - 27.02.20    

Ja,wie bei derGruppe Rush aus Kanada,der Sänger singt höher als Celine Dion....