chessmail Forum

Krautrock

Diagnose - 28.11.19    

Was sind die besten Krautrockalben?

Jellycube - 28.11.19    

Ich finde Amon Düül ii Viva la Trance phenomenal von 1973

siramon - 28.11.19    

Gleich auf Spotify gesucht und gefunden. Lautstärke rauf und <3

crimsonfripp - 29.11.19    

Can - Monster Movie und Tago Mago
Faust - Faust IV
Cluster - Zuckerzeit
Neu!- Neu! und Neu! 2 und Neu! ´/5

Jellycube - 29.11.19    

Amon Düul - Phallus Dei 1969

Jellycube - 29.11.19    

Amon Düul2
Tanz der Lemminge 1975
Musik die eben keiner Mode machgelaufen ist und deshalb immer wieder interessant bleibt....

Vabanque - 29.11.19    

Rufus Zuphall: Colder than Hell

mr.clock - 29.11.19    

Ganz klar
Missus Beastly ‎– Missus Beastly

Jupp53 - 30.11.19    

@Vabanque

Wenn das Lokalcolorit aus Aachen zur Sprache kommt, dann ist neben Rufus Zuphall noch Baalbeck interessant.

crimsonfripp - 02.12.19    

Wenn Du noch was Filmisches suchen solltest:

Bei der Doku "Roboter essen kein Sauerkraut" hast Du einen schönen Überblick über die deutsche Rockmusik der siebziger Jahre (nicht nur Krautrock).
(habe ich jetzt auf die Schnelle nicht im Netz gefunden)

Und dann natürlich "Kraut und Rüben" (der Name sagt ja schon alles...)
https://www.youtube.com/watch?v=ybFwJ8Fo..
start_radio=1&t=13

Eine Krautrock-Nacht gab es auch mal:
https://www.youtube.com/watch?v=5tGErdfS..

Für mich die interessantesten Bands aus der Zeit sind Can, Harmonia und NEU! (und hier vor allem der Schlagzeuger Klaus Dinger) - insbesondere auch, was den Einfluss auf andere Musiker anbelangt:
https://www.youtube.com/watch?v=kNhuwkmm..
https://www.youtube.com/watch?v=M90Y132f..
(bei dieser Doku mal zu 12:00 gehen: Auftritt David Bowie bei "Wetten das!", wo er von seinen Einflüssen erzählt und dann das Publikum fragt, ob denn jemand "Harmonia" oder "NEU" kennen würde...)

Abschließend kann man sich auch immer gut streiten, was denn genau Krautrock ist.
Für mich ist nicht jede deutsche Musik aus den Siebzigern automatisch Krautrock, wenn sie die üblichen Musikstile bedient.
Also wären für mich Ton Steine Scherben oder Scorpions (um mal Beispiele zu nennen) kein Krautrock.
Neben den von mir schon erwähnten aber Amon Düül, Rufus Zuphall, Faust, Guru Guru und andere sehr wohl - weil sie was Eigenes probiert haben.

So, das soll reichen :-)

Jellycube - 02.12.19    

Achim Reichel hat damals auch versucht Krautrock zu spielen,was aber irgendwie in die Hose ging....

Achim Reichel - Die Grüne Reise 1971

Vabanque - 02.12.19    

Passport zählen wahrscheinlich nicht zum Krautrock, trotzdem waren sie eine der wichtigsten deutschen Bands in den 70ern ...

Jellycube - 02.12.19    

Ach ja, der Schlagzeuger von Passport war der Udo Lindengerg,ganz am Anfang als sie die Titelmelodie von Tatort,einspielten....

Vabanque - 02.12.19    

Ja, auf dem allerersten Album (aber nur auf diesem) sitzt der Udo tatsächlich an den Drums ... und er macht seine Sache gut, hätte also doch besser bei seinen Leisten bleiben sollen, statt sich einzubilden, singen zu müssen ;-)

Jellycube - 02.12.19    

Mit seinem "Gesang", hat er doch so viele Menschen glücklich gemacht....

Vabanque - 02.12.19    

Mag sein. Ich persönlich konnte das nie als Gesang empfinden. Dass er eigentlich ein guter Schlagzeuger war, habe ich erst später realisiert.

Jellycube - 02.12.19    

Ich sehe ihn in als Urvater des Deutsch-Rock !
Ausserdem ist er ein genialer Allround Künstler; man sollte die Alkoholbilder nicht vergessen,die er sich patentieren liess,seine frechen Wortschöpfungen und die phantasievollen Aussenseiter Figuren wie den Satelit City Fighter, Gerhard Gösebrecht, Liliputaner Rudi Ratlos, etc.
Er hat all diese Typen zusammengebracht und ein Orchester zusammen getrommelt und dann gings los....

Vabanque - 02.12.19    

Sind nicht Karat DIE Deutschrock-Band schlechthin gewesen? Man kann sie ja mögen oder auch nicht (ich tendiere auch eher zu Letzerem), aber musikalisch, vor allem gesanglich hatten die wohl schon deutlich mehr drauf als unser oller Udo ...

andre.gilet - 02.12.19  

Der Lindenberg hat doch mit seinem Sonderzug nach Pankow die Mauer erst zum einstürzen gebracht,als Karat schon auf ihren Brücken standen und runterspringen wollten,oder?

Vabanque - 02.12.19    

Dummerweise heißt das Lied in Wirklichkeit 'Chatanooga Choo Choo' und ist von Glenn Miller und ein Jazz-Standard. So viel zur 'musikalischen Kreativität' von Lindenberg ...

aguirre - 02.12.19    

mag man Udo mögen oder nicht, ihn aber Unkreativität unterstellen weil er ein Lied gevoert hat? Sorry aber das ist echt arm........
Wieso ist Karat die "Deutschrockband?"

aguirre - 02.12.19    

sorry "gecovert"

crimsonfripp - 02.12.19   +

@ Vabanque:
Mit Passport stimme ich Dir zu.
Meine Einordnung "nicht Krautrock" heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem interessant oder wichtig ist.
Passport habe ich auch ca. zehnmal live gesehen.

Zum Schlagzeuger Lindenberg bei Passport gibt es die schöne Geschichte, dass der Bandleader Klaus Doldinger (der vorher schon gut mit Filmmusik verdient hat) dem Udo mal eben ein neues Schlagzeug gekauft hat, damit der auch gut trommeln kann.

Heute hat der gute Udo so viel Geld, dass er in seiner Heimatstadt Gronau ein "Rockmuseum" hingestellt hat (Besuch durchaus lohnend).
Dort kann man dann auch das Original-Studio von CAN sehen - womit wir wieder beim Krautrock sind ;-)

Jellycube - 02.12.19   +

Wenn Genesis eine deutsche Band wären,dann würde man ihre Musik auch als Krautrock bezeichnen.Zumindest die ersten 4 Alben.

Vabanque - 03.12.19    

>>Wenn Genesis eine deutsche Band wären,dann würde man ihre Musik auch als Krautrock bezeichnen.Zumindest die ersten 4 Alben.<< ... die auch (mit) die besten sind :-)

'Krautrock' hat im Gegensatz zu 'Deutschrock' ja auch angelsächsische Vorbilder. Vieles ist von den frühen Genesis und Pink Floyd beeinflusst, auch von Jethro Tull ... man denke an die jetzt schon von mehreren Usern erwähnten Rufus Zuphall, die anscheinend doch nicht so unbekannt sind wie ich dachte, und die zwar tatsächlich von JT beeinflusst waren, wie man an der rockig gespielten Querflöte auch hört, aber stilistisch doch eher in eine blues-orientierte Richtung gehen.

Der 'Krautrock' wird ja in der Regel auch englisch gesungen (wobei durchaus mal ein deutscher Text dazwischengeraten kann).

Unter 'Deutschrock' verstehe ich dann auch deutsch Gesungenes. Unglücklicherweise eignet sich die deutsche Sprache nur schlecht zum Rock-Gesang. Dialekte scheinen gesungen da doch deutlich besser zu klingen, woraus z.B. BAP Nutzen zu ziehen vermochte :-)

Ougenweide gehören sicher auch nicht zum Krautrock, waren aber dennoch eine wichtige deutsche Band der 70er, die deutsche Antwort auf britische Folk-Formationen wie Fairport Convention oder The Pentangle.

Vabanque - 03.12.19    

>>Zum Schlagzeuger Lindenberg bei Passport gibt es die schöne Geschichte, dass der Bandleader Klaus Doldinger (der vorher schon gut mit Filmmusik verdient hat) dem Udo mal eben ein neues Schlagzeug gekauft hat, damit der auch gut trommeln kann.<<

DAS konnte er ja auch ... aber weiß zufällig jemand, warum Udo bereits auf dem zweiten Passport-Album dauerhaft durch Curt Cress ersetzt wurde (der sich übrigens mindestens genauso gut anhört)?

Cress trommelte später übrigens auch bei Triumvirat, und damit ergibt sich wieder die Verbindung zum Krautrock.

Tschechov - 03.12.19    

Aus Neugierde habe ich Rufus Zuphall jetzt glatt mal bei youtube eingegeben. Gar nicht schlecht. :-)

Vabanque - 03.12.19    

Gelle? Nur leider sind die CDs (und erst recht die Vinyls) nur recht teuer zu kriegen :-(

macmoldis - 03.12.19   +

Sind nicht Karat DIE Deutschrock-Band schlechthin gewesen?
och nöö jetzt :(
mal davon abgesehen, könnte man so die ganze DDR-Rockmusik als DEN Deutschrock abtun, nee nee, das war schon wieder so ein eigenes Ding



aber weiß zufällig jemand, warum Udo bereits auf dem zweiten Passport-Album dauerhaft ersetzt wurde
Doldinger drückte es glaub ich mal in der Art aus, dass da einige nach dem ersten Album "Höhenflüge" bekamen und nun hoch hinaus wollten bzw. dachten sie sind schon da oben ... daraufhin wechselte er die Besetzung, also nicht nur Lindenberg ging

Es gab mit Udo am Schlagzeug aber nicht nur Passport, sondern auch Niagara, eine reine Percussion-Band. "Sangandongo" (19 Min) läuft bei mir auf dem "Auto-USB-Stick" immer als letztes Stück ... (oder war's das drittletzte?)

Tschechov - 03.12.19    

"Sangandongo" ist echt cool! youtube und macmoldis sei Dank! Was man hier alles kennenlernen darf...Diese Plattform lohnt nicht nur zum Schachspielen.

Vabanque - 03.12.19    

>>mal davon abgesehen, könnte man so die ganze DDR-Rockmusik als DEN Deutschrock abtun, nee nee, das war schon wieder so ein eigenes Ding<<

Ich kenne dafür den Begriff 'Ostrock'. Da gab es wohl viel, aber eigentlich wurden nur Karat dauerhaft auch im Westen bekannt. Zumindest war es (so weit ich weiß) die erste Ost-Band, die im Westen spielen durfte und auch dort gewaltige Erfolge feierte.

Manches ist halt doch musikhistorisch (oder in diesem Fall eher kulturhistorisch) von Bedeutung, ohne dass dies unbedingt auf innermusikalische Qualitäten zurückzuführen wäre. Ich selber muss Karat nicht haben, aber ihre Bedeutung kann man dennoch nicht abstreiten.

Wahrscheinlich muss man auch Lindenberg eine Bedeutung zugestehen, die aber sicherlich nicht in seiner Gesangskunst begründet ist.

macmoldis - 03.12.19    

Ja 'Ostrock' passt schon. Karat ist auch nicht so mein Ding (was von den Mitgliedern vorher mit Panta Rhei lief eher), im Westen angekommen ist Karat aber wohl auch erst durch's Cover von Maffay. Die Pudhys durften schon ein paar Jahre vorher in Westen auftreten und hatten dort auch schon Platten draußen.
Neben diesen zwei Bands wird mir auch immer City im Westen als Ostrock-Band genannt. Na klar "Am Fenster" aber Insgesamt war alles sehr viel breiter gefächert, mehr als in den gebrauchten Ländern ankam.

Weil im anderen Thread Beatles vs. Stones das Thema war, In der DDR waren es da Pudhys vs. Renft. Hier fiel meine Wahl auf Renft., tja und dann hatte
Renft nicht mehr so konforme Texte wie gewollt und waren "nicht mehr existent".

Selbst hörte ich auch auch eher die zweite und dritte Reihe des Ost-Rocks und nicht so sehr die hochgelobten

Vabanque - 03.12.19    

Danke, die Puhdys hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm, wohl weil ich mir die nie angehört habe. War ja auch alles vor meiner Zeit.

>> im Westen angekommen ist Karat aber wohl auch erst durch's Cover von Maffay<<

Ja stimmt. In der Regel halte ich wenig von Cover-Versionen (meist reichen sie an das Original nicht heran, so auch hier), doch wenn sie dazu dienen, ein Lied oder eine Band bekannter zu machen, ist das quasi ein 'guter Zweck'.
Natürlich gibt es auch Covers, die das Original toppen, so z.B. Claptons Version von Dylans 'Knocking on Heaven's Door' oder die Springsteen Cover 'Blinded by the Light ' und 'Spirits in the Night' von Manfred Mann. Aber das sind eher Ausnahmefälle. Meistens wird eher aus kommerziellen Gründen gecovert.

In der Jazz- und auch Folk-Szene ist das 'Covern' natürlich gang und gäbe, aber da spricht man ja auch von Standards, die von den verschiedenen Bands dann auf die jeweils ganz eigene Art interpretiert werden. Das ist dann auch kreative Musik, auch wenn sie auf einer bekannten Melodie fußt.

Vabanque - 03.12.19    

Als ich klein war, lief im Radio eine Odol-Werbung mit einem 'Cover' des Beatles-Songs 'When I'm 64'. Das würde ich dann aber eher unter 'musikalische Missbrauchsfälle' einordnen :-))

macmoldis - 03.12.19    

... weil gerade Manfred Mann und Dylan genannt wurden, auch die Earthband toppt das Original siehe Father Of Day Father of Night oder Mighty Quinn ....

Jaja die Standarts und traditionells ... bei der Tochter in der Schule gab's kürzlich "My Bonnie is over the Ocean" und keiner wollt die Tony Sheridan-Version singen

Jellycube - 03.12.19    

Es gab ja auch noch die Nina Hagen mit ihrem "Farbfilm vergessen-Polka",
gruselig aber unterhaltsam schräg ,soowas hätte Frank Schöbel nie gesungen....

macmoldis - 03.12.19    

Nina war schräg aber doch nicht gruselig. Gruselig wird's vielleicht erst wenn man weiter zurück blickt und sich vorstellt Nina Hagen mit Achim Mentzel zusammen in einer Band und noch weiter zurück blickt, Achim Mentzel als Gitarrist in einer BeatBand, wo er sich den Titel "Mick Jagger des Ostens" erspielt und die Mädchen ihm ihre Schlüpfer zuwerfen.

Nee, Frank Schöbel hätte sowas nicht gesungen, der ging lieber vom Nordpol zum Südpol zu Fuß.

aguirre - 03.12.19    

Du meinst Fritzens Dampferband zB „Wir tanzen Tango“ :-)

Vabanque - 03.12.19    

>>macmoldis - vor 5 Std.

... weil gerade Manfred Mann und Dylan genannt wurden, auch die Earthband toppt das Original siehe Father Of Day Father of Night oder Mighty Quinn ....<<

Oder auch 'You Angel You', im Original ebenfalls von Dylan.

Ja, der gute Manfred Mann hatte ein außerordentliches Gespür für das Potenzial unscheinbarer Songs (denn das sind sie im Original). Er machte daraus ein klangliches Feuerwerk.

>>Jaja die Standarts und traditionells ... bei der Tochter in der Schule gab's kürzlich "My Bonnie is over the Ocean" und keiner wollt die Tony Sheridan-Version singen<<

Stimmt, im Folk heißen sie ja 'Traditionals', und nicht Standards wie im Jazz, das Wort war mir momentan nicht eingefallen.
Wobei der Bonnie-Ocean-Song dermaßen ausgeschöpft ist, dass ich ihn vermutlich in keiner noch so rockigen oder sonstwie raffinierten Version mehr hören will ;-)

macmoldis - 03.12.19    

Ja Aguirre, genau die. Und Mentzel Band war die Diana Show Band? bzw. Quartett

aguirre - 03.12.19    

Quartettt wenn ich richtig erinnere, " die singende Spreewaldgurke" , wie er sich selber nannte, war schon auf seien Art was einmaliges :-)

aguirre - 03.12.19    

nur eins noch ,"Ostrock" , doch es gibt jemanden aus der "ersten Reihe":
Tamara Danz, unvergessen!

Jellycube - 03.12.19    

Es gab auch noch die Band "Silly" mit einer coolen Sängerin,die direkt nach dem Mauerfall überall gehört wurde...

aguirre - 03.12.19    

tja wer das wohl war........ :-)

Diagnose - 07.12.19    

Es gibt auch im Jahre 2019 noch Bands die Krautrock spielen.

Jellycube - 07.12.19    

Ja,z.B Amon Düul ii....

Vabanque - 07.12.19    

Die Band 'Jane' aus Hannover gibt es auch immer noch (oder wieder).
https://de.wikipedia.org/wiki/Jane_(Rock..)
Ich weiß allerdings nicht, welche Musik sie heute machen, kenne nur die Sachen aus den 70ern. 'Fire Water Earth and Air' war schon gut, 'Between Heaven and Hell' vielleicht sogar noch etwas besser, mit PinkFloyd-angehauchten langen. langsamen. getragenen Songs.

Famulus - 07.12.19    

Als ich noch in Köln weilte, gab es Udo Huhn. Toller Musiker. Kennt den jemand?

Diagnose - 07.12.19    

Der Krautrock lebt auch in modernen Bands weiter. Zum Beispiel Camera, Kreidler, Sankt Otten, Beak, Föllakzoid usw.

Vabanque - 07.12.19    

Aber spielen diese Bands Musik im Stil der 70er, oder ist das doch wieder stilistisch ganz anders?

Jellycube - 07.12.19    

Es ist stilistisch kein Krautrock,da der Krautrock eine musikalische Zeitepoche der frühen siebzigerJahre war.
Genau so wie die NDW Neue Deutsche Welle ein Phänomen der frühen 80ger war....

Vabanque - 07.12.19    

Trotzdem könnte (und kann) man heute in diesem Stil noch (oder wieder) Musik machen. Es gibt ja auch Retro-Rock, also Bands, die heute Musik im Stil der 70er machen (an ein paar Besonderheiten hört man dann doch immer raus, dass es nicht ganz aus den 70ern ist, aber das darf ja durchaus sein).

andre.gilet - 07.12.19  

Ich bin zwar kein Experte,aber Krautrock ist siebziger Jahre, mit all der Atmosphere von Brandt,Baader-Meinhof und Schlaghosen....

Vabanque - 07.12.19    

Ich denke, nur wenige der Krautrock-Bands waren politisch. Die meisten waren hauptsächlich sound-orientiert. Man experimentierte mit neuen Klängen.

Jellycube - 08.12.19   +

Klar war Krautrock ein neues Gebiet der musikalischen Grenzerweiterung,
und deswegen kann diese Musik immer wieder für Audio phile Menschen eine tolle Klangreise sein!

Cottbuser - 08.12.19  

Noch mal zu Udo Lindenberg
@ Vabanque
Lindenberg soll 700 Lieder geschrieben haben, da muss Karat aber noch bischen zulegen... ich mag Karat, aber als DIE Deutschrocker hat sie nicht einmal das ZK der SED gesehen ;-)
Für mich sind ganz klar Lindenberg und Maffay die Deutschrocker, wer gesehen wie Lindenberg mit 70(!!) noch, riesige Stadien zum kochen gebracht hat, war begeistert.

Vabanque - 08.12.19    

Wenn es die Quantität des Outputs 'macht', dann sind Dieter Bohlen und Ralph Siegel wohl noch besser als Udo, wie? ;-)
Dagegen haben z.B. die Eagles, genau wie auch die Doors, jeweils nur 6 Alben herausgebracht (die Live-Alben und Komplilationen, die alle keine neuen Songs enthalten, nicht mitgezählt), sind also nach dieser Argumentation also sehr unbedeutende Bands gewesen ... dass da (fast) jeder einzelne Song ein Meisterwerk ist, zählt ja anscheinend nicht?
Und was Maffay betrifft ... ich habe da mal das schöne Zitat von seinem 'langen ankunftslosen Marsch von der Schnulze zum Rock' gelesen ... leider weiß ich die Quelle nicht mehr, fand es aber recht zutreffend :-)
Richtig guten Deutsch-Rock mag es durchaus geben, aber ich habe jedenfalls noch keinen gehört.
Aber es geht ja hier um Krautrock, und das ist etwas anderes als Deutschrock, obwohl Krautrock von deutschen Bands geschaffen wurde.

aguirre - 08.12.19  

@Vabanque:
"Vom Opfer zum Täter", "no Future", "Wozu sind Kriege da", "Sie brauchen keinen Füherer" usw usf
Mir ist diese Kreativität tausendmal lieber als nichtssagender (Kraut)Rock, aber vielleicht schreibst Du mal wieder (wie in einem anderen Thread zum Rap) über Dinge, die Du gar nicht kennst.
Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt, zudem hat Lindenberg immer andere Künstler gefördert, hat sich immer politisch engagiert, sei es die grüne Raupe, sei es Rock gegen rechts, was bitte willst Du denn noch?
Oder kann nicht sein was nicht sein darf?
Im übrigen, wo hat Schafreund Cottbus geschrieben das Doors Eagles nicht zählen? Aber ok wenn Du es so willst:
Du hast Janis Joplin nicht erwähnt, ist sie für Dich bedeutungslos?
Oder Tone Steine Scherben?
Oder......
Dir muss doch nicht alles gefallen, wem gefällt schon alles, aber deswegen irgendjemand Verdienst und Anerkennung absprechen.....
@ Cottbus
Karat "Albatros", für mich noch immer einer der besten deutschsprachigen Rocksongs überhaupt, der muss sich vor nichts und niemand verstecken :-)

Aber das zählt nicht zu Kraut sodnern zu Ost, oh Deutschland Deine Schubladen, wo wären wir ohne Dich :-)
So, damit entschuldige ich mich für die Störung und viel Spass weiter beim Krautrock.

Jupp53 - 08.12.19   +

Richtig guten deutschen Rock gibt es in Köln, und zwar seit Generationen. Geheimtipp, nur 1 CD, LSE.

Die Ärzte und die Kapelle aus der verbotenen Stadt mit jeweiligem Umfeld haben auch Musik hervorgebracht, die sich vor keinem Vergleich zu scheuen braucht.

Wenn jetzt hier, m.E. richtig, zwischen Kraut- und Deutschrock unterschieden wird, mal die Frage, wie Rufus Zuphall in die Krautrock-Schublade kommt?

Hier mal die Liste eines Journalisten: https://www.rollingstone.de/liste-von-am.. wobei sich mir der Magen umdreht, die Flöhe und Ton,Steine,Scherben als Krautrock eingeordnet zu sehen. Für mich hatte Krautrock immer einen Bezug zu Elektronik im Sinne Synthesizer oder Esoterik.

Vabanque - 08.12.19    

>>Mir ist diese Kreativität tausendmal lieber als nichtssagender (Kraut)Rock, aber vielleicht schreibst Du mal wieder (wie in einem anderen Thread zum Rap) über Dinge, die Du gar nicht kennst.<<

Tust du das nicht auch gerade? Wo ist Krautrock nichtssagend? Die daran beteiligten Musiker hatten und haben größtenteils eine hervorragende musikalische Ausbildung und herausragendes instrumentaltechnisches und kompositorisches Können. Nichts davon kann ich bei Udo Lindenberg oder Peter Maffay erblicken. Die Verdienste von Udo mögen existieren, aber bestimmt nicht auf gesanglichem oder kompositorischem Gebiet. Und das eine Passport-Album, wo er adäquat getrommelt hat, reißt es für mich jetzt auch nicht unbedingt raus.

>>Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt<<

Einfluss auf welche Musiker konkret? Von wem konkret anerkannt?

Vabanque - 08.12.19    

>>Hier mal die Liste eines Journalisten: https://www.rollingstone.de/liste-von-am.. wobei sich mir der Magen umdreht, die Flöhe und Ton,Steine,Scherben als Krautrock eingeordnet zu sehen.<<

Aber alles andere passt doch gut rein, und ist auch repräsentativ, oder?
Ich weiß, du magst Hölderlin nicht, und wahrscheinlich Ougenweide ebenso wenig, aber von ihrer Bedeutung her - wenn auch vielleicht nicht vom Stil her - passen die schon auch rein.

'Schubladen' sind wohl tatsächlich typisch deutsch.
Dann nennen wir die Liste halt statt 'Krautrock' besser: 'Einflussreiche deutsche Bands der 60er und 70er'.

aguirre - 08.12.19    

Du hast recht, Udo Lindenberg ist ein unkretiver Clown der seid ca 50 Jahren
den Song Chattanooga Choo Choo covert.
Chattanooga Choo Choo ist übrigens NICHT von Glenn Miller, nach Deiner Auffassung hat der den Song NUR gespielt, geschreiben wurde er von Mack Godon.

Jupp53 - 08.12.19    

@vabanque

Die Schlagzeugausbildung von Udo Lindenberg ist doch unbestritten hervorragend. Oder gehörst Du auch zu den Leuten, die Bela B. mit seinem Song: Goldenes Handwerk https://www.youtube.com/watch?v=seE37HJy.. karrikiert.

Es gibt Aufnahmen von Hölderlin und Ougenweide, die mir gefallen. Wobei das stark von meiner Stimmung abhängt.

Was den Gesang von Udo Lindenberg angeht, den finde ich gleichwertig mit dem von Mick Jagger. Er bringt halt eine andere Persönlichkeit rüber. Ob das einem gefällt? ... Jagger auf Love In Vain ist fantastisch, auf den letzten Platten, naja, was für Hardcore-Fans. Lindenberg Cello ist genial. Und er hat auch Songs ausschließlich für Hardcore-Fans rausgebracht. "Es ist halt nur ein Popsong." (Elvis Costello - übrigens extrem gutes Buch, die Autobiographie).

Cottbuser - 08.12.19    

@ Vabanque

">>Der Einfluss von Udo Lindenberg auf die deutsche (Rock) Musik ist unbestritten und anerkannt<<

Einfluss auf welche Musiker konkret? Von wem konkret anerkannt?"

https://www.suedkurier.de/ueberregional/..;art10399,8706418

Jupp53 - 08.12.19    

Westernhagen hat in diesem Quartal ein Interview in der SZ gegeben. Da war unter anderem von seiner Zeit in der Musiker-WG mit Udo die Rede. Otto Waalkes gehörte auch dazu.

Wieso wird eigentlich immer vergessen, das er als Jazz-Schlagzeuger hervorragend war?

aguirre - 08.12.19    

Die Kreativität oder von mir aus der Erfolg im Rock (Pop) läst sich doch nicht am "Gesang" festmachen, diesen Schwachsinn hat ein Dieter Bohlen mal rausgehauen "Du triffst die Töne nicht" und heute wird das nachgeplappert.
Das Beispiel Mick Jagger trifft es wirklich gut, im eigentlichen Sinne singen kann er wirklich nicht, aber er kann Gefühle transportieren, Persönlichkeit, übrigens bis heute.
Aber wo bitte konnte ein Joe Cocker singen, oder ein Tim Waits oder gar ein Lemmy Kilmister? Die Liste läst sich weiter und weiter fortsetzen.
Das schließt ja nicht aus das es in der Rock (Pop) Musik wirklich gute SängerInnen gibt oder gab zb Freddie Mercury, der Mann hätte Opern singen können oder von mir aus auch Meat Loaf.

aguirre - 08.12.19    

Korrektur : Tom Waits

Jupp53 - 08.12.19    

Zweiter Treffer in meiner Suchmaschine:
https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Kunt..

Wer gerne Jazz hört und Udo Lindenberg wegen seiner späteren Musik ablehnt, der wird bei der Liste hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Linden.. nur sagen: Waaaas, da war der überall dabei? Meilensteine des deutschen Jazz und der Lindenberg?

Ich bin wirklich kein Fan. Bloß ist einfach ahnungslos, wer die musikalischen Qualitäten von ihm nicht wahrnehmen will. Deshalb muss er einem ja noch lange nicht gefallen./Ironie/ Obwohl - wenn er anfangen würde klassische Opern zu singen, dann hätte er meine volle Sympathie. Denen könnte das nur gut tun. /Ironie/

aguirre - 08.12.19    

Opern nicht aber Chansons, die kann man auch "vortragen :-)

Famulus - 08.12.19    

Wenn Udo, was ist mit Udo Jürgens?

Vabanque - 08.12.19    

Stimmen sind immer Geschmackssache. Ein Sänger, von dem der eine schwärmt, löst in dem anderen Würgereiz aus. Letzteres passiert bei mir leider, sobald der gute Udo Lindenberg den Mund auf macht. Was kann ich denn dafür? Ich kann's doch nicht ändern :-/

Darüber lohnt auch keine Diskussion, weil es sich allein um persönliches Empfinden des Einzelnen handelt.

Dylan-Songs höre ich mir wegen seiner Stimme ja auch nicht an (nur in Cover-Versionen). Wobei es hier bei mir nicht bis zum Würgereiz geht, aber genervt bin ich von seiner Stimme halt auch recht schnell.

Natürlich gibt es auch einige Bands, die ich mir anhöre, obwohl ich die Stimme nicht wirklich gut finde, z.B. die Dire Straits, oder eben auch die Stones. Aber da ist es eben die Qualität der Songs selbst bzw. des Gitarrespiels. Außerdem passt die Stimme da ja - obwohl vielleicht nicht gut - auch zu den Songs.

Andere dagegen höre ich mir unter anderem auch wegen der herausragenden Stimme an, nicht nur Queen (Freddie Mercury), sondern auch Procol Harum (Gary Brooker) und die Cranberries (die leider viel zu früh verstorbene Dolores O'Riordan). Andere wiederum finden gerade diese Stimmen wiederum unerträglich, und können ebenfalls nichts dafür.

aguirre - 08.12.19    

Wenn ich Dir jetzt antworte das er einer der Größten seiner Zunft war, dann werde ich hier gelyncht ....

aguirre - 08.12.19    

Bezog sich auf Schachfreund Famulus

aguirre - 08.12.19    

Stimmt, wenn ich Kate Bush höre bekomme ich Zahnschmerzen, trotzdem würde ich sie nie abwerten :-)

Vabanque - 08.12.19    

Auf den späteren Alben singt Kate Bush nicht mehr so hoch wie auf den früheren. Auf den früheren finde ich aber die Songs schöner.

Jupp53 - 08.12.19    

Seien wir jetzt mal ganz ehrlich. Das gute an Popmusik wird doch mit diesem Bild hervorragend eingefangen:

https://www.minpic.de/i/9amd/1darsp

Famulus - 08.12.19    

Mit Jürgens sehe ich auch so. Queen macht mich nicht an. De gustibo non disputendum est.

Famulus - 08.12.19    

Disputandum

Vabanque - 08.12.19    

>>Jupp53 - vor 53 Min.

@vabanque

Die Schlagzeugausbildung von Udo Lindenberg ist doch unbestritten hervorragend.<<

Über Udo Lindenberg als Schlagzeuger habe ich sicher weder in diesem Thread noch sonstwo irgendwas Schlechtes gesagt. Nur: sobald er den Mund aufmacht, muss ich abschalten. (Ist bei Westernhagen aber auch nicht anders.)

Dagegen finde ich, Joe Cocker war ein guter Sänger. Der allerdings nicht immer gut gesungen hat. (Was kein Widerspruch ist.)

Jupp53 - 08.12.19    

Das ist halt der entscheidende Unterschied - technisch gut und guter Performer. Die dritte Karriere von Joe Cocker hat vielen Menschen Freude gemacht.

Mir ging es so mit J. Cash. Hervoragend "Live at St. Quentin" dann abgetaucht als guter, aber keineswegs überragender Country-Sänger und dann seine letzten CDs. Erzähle mir keiner, dass sei ein technisch guter Sänger gewesen. Aber wie er die Lieder auf den letzten CDs zu seinen Songs machte, das muss die jungen Bands, die er coverte, einfach glücklich gemacht haben, jenseits allen Marketing-Geschwätzes!

Oder Janis Joplin - Ihre Version von Summertime mit Big Brother ... ist vielleicht nicht die Beste, aber auf jeden Fall unübertrefflich. Ich bin jedesmal traurig über ihr frühes Ableben, wenn ich mir das anhöre. Was für ein Denkmal hat sie sich gesetzt!

(Verzeiht mir, aber ich verbinde damit starke Gefühle. Und das macht gute Musik aus.)

Jellycube - 08.12.19    

Wenn ich die Wahl hätte zwischen Stones oder Beatles, würde ich mich immer für die Kinks entscheiden...

macmoldis - 09.12.19    

Who

;-)))

Vabanque - 09.12.19    

Jeder hat eben seine persönlichen Vorlieben, die sich nicht unbedingt an der 'offiziellen Bedeutung' einer Band oder eines Künstlers orientieren.

Vor 30 Jahren waren meine Lieblingsbands Procol Harum (die weit mehr sind als nur 'A Whiter Shade of Pale'), Jethro Tull (die weit mehr sind als 'Locomotive Breath'), King Crimson (die weit mehr sind als '21st Century Schizoid Man'), Emerson, Lake & Palmer (die weit mehr sind als 'Lucky Man') und Queen.

Alle diese höre ich immer noch gerne, aber dazu Hunderte, die ich keineswegs geringer schätze.

Würde ich mich mit manchem beschäftigen, das ich (noch) nicht kenne, würde sich sicher in manchen Fällen meine Einschätzung ändern. Aber man kann sich eben nicht mit allem beschäftigen.
Wie zahlreiche Musikkritiker bewiesen haben, kann man aber sehr wohl über Künstler, Bands und LPs schreiben, die man gar nie gehört hat ;-)

crimsonfripp - 09.12.19    

@ Jellycube:

Bei dem Satz musste ich grinsen, denn den sage ich auch immer:
"Wenn ich die Wahl hätte zwischen Stones oder Beatles, würde ich mich immer für die Kinks entscheiden..."

andre.gilet - 09.12.19    

@ Jellycube
Das die Kinks es nie zu einem Ruhm wie Beatles oder Stones gebracht haben,
lag wahrscheinlich nicht an ihrem Potential sondern eher daran, weil sie zu unberechnbar für die Plattenindustrie waren!

andre.gilet - 09.12.19    

Ich habe selbst ein paar Platten zuhause und weiss das "Arthur" ein reines Konzeptalbum war; und das vor The Who`s Thommy!

Vabanque - 09.12.19    

Ich erinnere mich, 'seinerzeit' auch in die Kinks mal reingehört zu haben ... aber irgendwie habe ich bei dieser Gruppe nie 'angebissen' ... schwer zu sagen, woran das lag ... viellleicht passten sie in meinen damaligen Geschmack nicht so ganz rein, obwohl ich sie tatsächlich als interessant in Erinnerung habe. Warum ich sie nie weiter verfolgt habe, weiß ich selber nicht ...

Jellycube - 09.12.19    

@andre.gilet
Ja, The Kinks "Arthur" - The Rise and Fall of the British Empire -
ist mit Abstand das beste Album der Kinks. Jeder einzelne Titel ein Kracher!

macmoldis - 09.12.19    

Oh ja die Kinks, erinnere nach einem Auftritt von Polyphon (die kennt sicherlich keiner) in einem Dorf an der Saale bei wildfremden Leuten übernachtet (Afterparty) ... geweckt durch laute Musik die durchs Haus dröhnte ... Kinks im Rockpalast

Viele Jahre später konnte ich sie dann nach der Wende auch in Erfurt in einem kleinen Klub live erleben