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Die Top10 Schachbücher

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Keine wirkliche Schachaufgabe ... oder doch, vielleicht die schwierigste überhaupt! Die 10 besten, hilf- oder einflussreichsten Schachbücher aller Zeiten zusammenzustellen ... um vernünftige Vorschläge bzw. Antworten zu kriegen, poste ich es besser in dieses Forum statt ins Hauptforum ;)

Also, ich denk mal, Platz 1 ist von vornherein vergeben bzw. belegt mit:

1) Nimzowitsch, Mein System

Dann sollten auf alle Fälle mit rein:

2) Tarrasch, Das Schachspiel

3) Fischer, My 60 memorable games

Danach wird es schon schwieriger.

Vielleicht könnt ihr ja mal ein paar Werke nennen, die Eurer Meinung unbedingt da reingehören, und kurz dazu sagen, warum, damit man anschließend drüber diskutieren kann.

Aber bitte aus der Top10- nicht eine Top100-List machen (mit Copy&Paste erstellt) ;)

Und möglichst keine Eröffnungsbücher, es sei denn, es gibt wirklich eine exzellente Begründung dafür.

Als kleinen Scherz füge ich selbst noch an

4) Simon Webb: Schach für Tiger

(zumindest kennt das fast jeder, und bezeichnet es auch als Pflichtlektüre).

madgett - 27.04.09    

Hurra, Nimzowitsch!

Mein Eindruck ist ja, dass man stets dazusagen muss, für welche Spielstärke ein Buch gedacht ist. Was nützt mir ein zehnbändiges Kompendium über das Französische, wenn ich gerade mal die Figuren ziehen kann.

Ich fürchte, ich habe nur etwas Abwegiges beizutragen sonst. Das Buch, bei dem ich den deutlichsten Sprung gespürt habe in meinem Können, heißt "Der erfolgreiche Mattangriff" von Renaud und Kahn. Ein Uraltding, vergriffen, voller fehlerhafter Analysen und altertümlicher Partieanfänge, aber die Grundidee des Buches reißt es raus. Man bekommt typische Mattbilder zu sehen, die schön sortiert werden und man beginnt, auf diese Mattbilder hinzuarbeiten.

Gehört es in die Top 10? Nur, wenn niemand was Besseres vorschlägt und davon gehe ich doch aus!

m.

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Das stimmt natürlich, man sollte vielleicht noch unterteilen in die Top10 Bücher für Anfänger, die Top10 Bücher für fortgeschrittene Anfänger, die Top10 Bücher für angehende Turnierspieler etc.

Aber davon abgesehen, auf dem Gebiet 'Mattangriff und Mattbilder' sind die mir bekannten Klassiker eigentlich:

Vukovic: Der Rochadeangriff
K. Richter: Schachmatt

Beide erleben immer wieder mal eine Neuauflage, aber ob ich sie wirklich in die Top10 der Schachbücher heben würde?

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Was ich natürlich auch hier nicht haben will, sind Bücher für komplette Anfänger, die darüber auch nie hinausgehen, wie z.B. das ständig hochgelobte (5 Sterne bei Amazon!)

J. Eade: Chess for Dummies

Hab nur mal kurz reingeschaut - nach der Lektüre wird der totale Anfänger immer noch totaler Anfänger sein, der schachliche Wissens- und Könnens-Zuwachs durch dieses Buch in knapp über Null anzusetzen. Allerdings fühlt sich der Anfänger hinterher sicher gut, denn er hat bestimmt alles verstanden ;)

Was dagegen sehr wohl erwähnt werden darf, sind Bücher für Anfänger, die sich weiter hinten mit Dingen beschäftigen, die auch noch für erfahrene Spieler von großem Nutzen sind, wie z.B. das schon erwähnte 'Schachspiel' von Tarrasch (Untertitel sagt es treffend: Systematischer Lehrbuch für Anfänger und Geübte!) oder auch:

R. Teschner: Schule des Schachs in 40 Stunden

Die ersten 2 Stunden erläutern die Regeln, 3. Stunde ist Mattbilder, dann schreitet es schnell fort und kommt bis zur höheren Schachstrategie (Spiel auf die zwei Schwächen) und Turmendspielen. Das wäre dann sehr wohl ein Kandidat für die Top10.

pirc_ - 27.04.09    

j.awerbach: lehrbuch der schachendspiel band 1 und 2 ist ein werk, welches hier nicht fehlen sollte....leider wird es nicht mehr vertrieben..daher als ersatz dafür das endspielbuch von müller/lambrecht
als anmerkung: mein system wurde auch nicht mehr vertrieben, ist aber seit märz 2009 neu aufgelegt und kann wieder gekauft werden...
beides sind übrigens m.e. bücher für nahezu alle spielstärken

pirc_ - 27.04.09    

ach ja, mein lieblingsbuch als anfänger:
a.mazukewitsch, schachmatt-555 reinfälle
hier werden kurzpartien (max 12 züge) zu allen eröffnungen gezeigt, ich fand es ideal um wenigstens die ersten züge einer eröffnung zu lernen und auch grobe fehler dort zu sehen....von tarrasch sind da auch einige spiele drin ;-)

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Aha, jetzt melden sich die Endspielspezialisten zu Wort :)

Awerbach halte ich für komplett unlesbar ... trocken bis zum Umfallen (manche sagen, auch fehlerhaft, aber das kann ich natürlich nicht beurteilen). Andererseits ist es nicht ganz einfach, ein besseres Endspiel-Lehrbuch anzugeben, das ist ebenfalls wahr (vor allem eins, das auch didaktisch gut ist!). Pachman, Endspielpraxis im Schach, ist für mich auch nur auszugsweise mal lesbar, zum Durcharbeiten völlig ungeeignet. In diesem Forum wurde mal das 'große Buch der Schachendspiele' vom Beyer-Verlag empfohlen (war es Rollo, der das empfahl?), mit Beiträgen verschiedener Autoren. Aber auch von dem bin ich nicht so überzeugt (nur das Kapitel über die Bauernendspiele finde ich richtig gut gelungen). Vielleicht hat einer noch eine Idee für ein gutes Endspielbuch.

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Kurzpartien mit maximal 12 Zügen? Die können ja wohl taktisch (oder gar strategisch) nicht besonders gehaltvoll sein ;)
Es ist ja schon schwer, richtig gute Partien mit maximal 20 Zügen Länge zu finden, allerdings gibt es auch über die ein ganzes Buch:

K. Richter: 666 Kurzpartien - eine hohe Schule der Schachtaktik

Alles Partien mit maximal 20 Zügen Länge, wie gesagt, natürlich sind da auch welche mit noch weniger Zügen drin, allerdings zeigt es sich eben, dass die dann meist ein richtiger Heuler sind ;)

pirc_ - 27.04.09    

na die top 10 ist halt für jeden anders...ich find awerbach genial und gar nicht unlesbar ;-)

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Ja, das ist klar, jeder hat seine persönlichen Top10 ... und ich wollte sie ja auch hören ... und wenn ich nicht gegenhalte, gibt es keine Diskussion. Nur kriegen wir mittlerweile noch nicht mal insgesamt 10 Bücher zusammen, bei dieser fleißigen Beteiligung hier. Man sieht halt immer wieder, dass dies hier offenbar KEIN Schachforum ist. Der größte Teil der Leute hier interessiert sich nicht für Schach.

pirc_ - 27.04.09    

das denke ich nicht tarrasch..ich glaub viele lesen hier mit, wenige trauen sich was zu sagen....und einige arbeiten noch, und andere haben keine schachbücher :-)

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Vielleicht haben die, die keine Schachbücher haben, dann nach der Lektüre dieses Threads welche ... und zwar nur die wesentlichen, während bei mir Hunderte von überflüssigen Schachbüchern rumliegen, die wirklich kein Mensch braucht ... aber Läster- bzw. Diffamierungs-Threads wie 'Die schlechtesten Schachbücher aller Zeiten' sind sicher nicht erlaubt ;)

RolloB - 27.04.09    

Früher als Schüler und Student hat man gespart, um sich Bücher zu leisten. 20-25 Bücher im Jahr waren der Schnitt. Heute muss ich lange nachdenken, wann ich das letzte Schachbuch gekauft habe. Wenn, dann sucht man nach eBooks. Diese sind aber heute lieblos zusammengeschustert, fehlerhaft und überteuert.
Aber meine Liste an Lieblingsbüchern
Kühnle/ Schaufelberger Interzonenturnier Palma de Mallorca 1970 (Fischer vor Larsen,Geller Hübner)
Nunn Tactical Chessendings (gibts auch in Deutsch)
Smylov/ Levenfish Theorie und Praxis der Turmendspiele

PS: Averbakh ist klasse und Nimzowitsch kann man mögen... muss aber nicht

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Ich glaube, kein Buch MUSS man mögen ... aber Nimzowitsch gilt halt als die 'Bibel' des Positionsschachs ... ich bin nun auch kein Fan seiner Partien oder seines schachlichen Stils, aber er hat viele schachliche Begriffe geprägt, die heute noch Gültigkeit haben ... und ich mag seine (selbst)ironische Schreibart, die heute immer noch lesbar und frisch ist ... im Gegensatz zu Lasker's 'Common sense in chess', das häufig auch unter die 'must have read'-Bücher gezählt wird, in dem ich aber fast gar nichts verstanden habe, teils wohl auch wegen des veralteten sprachlichen Stils.

Also, über das von Dir empfohlene Buch von Nunn werde ich mich mal schlau machen ... danke dafür :)

Flenderol - 27.04.09    

Das einzige Schachbuch, das ich besitze ist Disney's Schachbuch von Anatoli Karpow und wirklich nur etwas für Anfänger. Es ist das Buch, das mir den Weg zum Schach gezeigt hat. Ich würde es wenn überhaupt auf die Liste der Top10 für Anfänger setzen, tue dies aber nicht, da ich - wie erwähnt - kein anderes bisher gelesen habe.

tarrasch_0815 - 27.04.09    

Flenderol, ist das denn Dein Ernst? Woher hast Du denn dann Dein ganzes Schachwissen? Aus dem Internet vermutlich?

Martin_K - 27.04.09    

Schonmal was von Training im Verein gehört? ;-)
Ich hab auch sehr wenige Schachbücher gelesen und eigentlich waren das auch nur Eröffnungs-Bücher.
Dafür hab ich mindestens 1x pro Woche im Verein trainiert (und tue das immer noch), was sich denk ich (wenn man einen guten Trainer hat) auch mehr lohnt, als nur über Büchern zu brüten.

(nein, ich bin nicht Flenderols Zweitnick oder umgekehrt, ich wollte nur meine Meinung hier kundtun :-D)

Flenderol - 27.04.09    

Schon mal mein Statement gelesen??? Nie im Verein!!! Alles was ich habe ist Praxiswissen oder aus diesem Forum!

scorpio - 27.04.09    

meiner meinung gehören alle schachbücher von dworetski und jussupow auf jeden Fall mit in die Top 10....

die sind zwar eher für den fortgeschrittenen bis erfahrenen Spieler gedacht, aber mir haben sie bisher viel geholfen.

bei mir sind diese auf jeden fall, nach nimzowitsch "mein system", unter den top 10 :D

tarrasch_0815 - 28.04.09    

Dvoretski bzw. Jusupow, das ist doch eher die Ochsentour, oder? 2 Jahre lang täglich 4 Stunden Schach büffeln, um 100 DWZ hinzuzugewinnen?

Ok, ich übertreibe natürlich - wie fast immer! *g*

Eins ist klar: Die Lernmethoden der Menschen sind individuell verschieden. Methoden, die dem einen sehr helfen, sind beim anderen völlig nutzlos und umgekehrt. Eine Lernmethode, die dem einen riesigen Spaß macht, ist für den anderen nur eine Quälerei usw.

Man muss sicher auch nochmal unterscheiden zwischen harten TRAININGSBÜCHERN, wie Du sie anführst, und Büchern, die z.B. einfach die Schönheit des Schachs vorführen sollen, die Vielfalt der Möglichkeiten, die Spannung der Kämpfe, die verblüffenden Pointen der Züge ... oder schachhistorische Werke mit Partien und Biografien der Größen der Vergangenheit.

Würden sich mehr Leute hier beteiligen, würde man wohl sehr gut die verschiedenen Prioritäten erkennen. Aber eigentlich erkennt man sie so schon, trotz geringer Beteiligung, und das ist interessant.

tarrasch_0815 - 28.04.09    

Tja, was soll man dazu sagen? Wenn selbst so ein interessierter Spieler (und das jetzt ausnahmsweise mal keine Ironie, sondern Ernst) nur ein einziges Schachbuch besitzt, dann bestätigt das doch meine Vermutung, dass wohl 90% der Chessmail-Mitglieder gar keins haben bzw. noch nicht mal in eins reingeschaut haben. (Und so spielen sie auch, könnte ich anfügen, lasse es aber lieber bleiben, weil hier vielleicht doch jemand mitliest und ich dann wieder so schöne Mails kriege, die mir meine Arroganz bestätigen *lol*).

scorpio - 28.04.09    

nun ich kann nur sagen, ich hab mal ei seminar besucht, dass von dworetski und jussupow geleitet wurde. Es war wirklich interessant, wie diese zwei den teilnehmern die verschiedenen taktischen und strategischen Spielweisen und Möglichkeiten im Schachspiel nahe legten...

Ich bin seit dem wirklich ein fan der schule :D

wenn du Büchern redest, die die Schönheit des Schachs aufzeigen, kann ich auch die Werke von Kasparow empfehlen (meine großen vorkämpfer)
dort sind wirklich die größten und schönsten Partien sämtlicher Schachweltmeister, von kasparow kommentiert, zu finden.

und da sind wirklich einige sehr interessante partien dabei :D

scorpio - 28.04.09    

mensch bist du arrogant :D

pirc_ - 28.04.09    

nun tarrasch wenn es um bücher geht, mit denen man dwz gewinnt, ist dies sicherlich bei jedem verschieden. ich für meinen teil habe einige schachbücher gelesen, aber nur eins richtig und mehrmals "gearbeitet":
königsindischer angriff von smith/hall...ich spiele diese eröffnung im nahschach zu 95% (mit schwarz sehr ähnlich), und es reichte durchaus um bis zu einer elo von 2100 zu gewinnen....natürlich nur wenn man auch awerbach gelesen hat..grins
aber deswegen gehört dieses buch für mich lange nicht zu den top 10 für alle...es kam meinem schachspiel entgegen...und ich war zu alt um noch alles zu erlernen, was auf e4 oder d4 erfolgen kann, deswegen habe ich mich hierrauf versteift
...und ich weiss, dass eine solche eröffnung lange nicht jedem gefällt, für viele ist sie viel zu positionell und langweilig ...also auch wieder reine geschmackssache ;-)

scorpio - 28.04.09    

Der Königsindische Angriff ist meiner Meinung nach eine sehr gute Eröffnung, gegen Spieler, die sich nicht sehr mit dieser Eröffnung auskennen. wenn man aber auf jemanden trifft, der die Eröffnung ebenfalls gerne spielt, bzw. der gerne die Königsindische Verteidigung spielt, kommt man sehr schnell in positionelle Schwierigkeiten.

Ich spiel die Eröffnung auch gerne, aber meistens nur in Blitzpartien und -turnieren.
Allerdings komm ich auch in normalen öfters in die Eröffnung, wobei hier meist nur durch Zugumstellung.
Auf jeden Fall konnte ich damit schon einige wichtige Siege erkämpfen...

Abschließend ist noch zu sagen, dass das Buch von Smith/Hall auf jeden Fall zu empfehlen ist, für jemanden der gerne diese Eröffnung spielt. (habs auch durchgearbeitet) :D

tarrasch_0815 - 28.04.09    

Sicher, es gibt die Bücher, die einem 'geholfen' haben. Geholfen, das kann alles mögliche sein, aber auf alle Fälle sind schachliche Erfolge damit gemeint.
Deswegen müssen diese Bücher keineswegs von Bestand sein, z.B. haben Eröffnungsbücher fast nie Bestand, weil sie viel zu schnell veralten, und aus eben diesem Grund (weil die Autoren das ja schon wissen) meist auch schnell zusammengeschrieben sind. Ästhetische Genüsse, schachlich wie auch stilistisch, kann man sich von diesen Büchern nicht erwarten, und werden auch nicht erwartet. Obendrein, Eröffnungen und Schönheit im Schach, ist das nicht sowieso ein Widerspruch? Kombinationen sind schön, Endspiele können schön sein, aber Eröffnungen? Die sollen zweckmäßig sein, am besten so, dass man eine Stellung erreicht, die einem selber auch liegt. Mir z.B. liegen Königsindisch-Stellungen weder mit Schwarz noch mit Weiß, ich verstehe sie einfach nicht, und daran wird sich wohl auch nicht mehr viel ändern. Aber das gehört nicht hierher ;)

Das ideale Schachbuch sollte natürlich zugleich unterhaltsam wie lehrreich, wie auch ein ästhetischer Genuss sein. Schnöde DWZ-Punkte muss man daraus nicht unbedingt gewinnen können. Schachverständnis hinzugewinnen, das kann auch so Spaß machen, ohne dass sich daraus unmittelbare Erfolge ergeben. Nehmen wir z.B. das oft zitierte Beispiel der Mattführung von L+S gegen K. Es kommt im praktischen Spiel äußerst selten vor, trotzdem kann es extrem befriedigend sein, wenn man die Methode endlich beherrscht. DWZ-Punkte wird man von dieser Beherrschung sicher keine gewinnen, trotzdem freut man sich, wenn man es endlich verstanden hat ... oder aufs Neue verstanden, denn man vergisst es immer wieder ...

tarrasch_0815 - 28.04.09    

Genau, und gleichzeitig lernt man etwas über Schachgeschichte. Das war ja ursprünglich der eigentliche Grund für mich gewesen, mich mit Schach näher zu beschäftigen, weil mich die großen Spieler der Vergangenheit interessiert haben, und ich natürlich auch ihre Partien halbwegs verstehen können wollte ... und dazu muss man sich vorher ein gewisses Schachverständnis erwerben.

Das von Dir erwähnte Werk, Kasparov: Meine großen Vorkämpfer, hat allerdings den Fehler, aus 7 Bänden zu bestehen und daher viel zu umfangreich zu sein. Für mich hat es noch den weiteren Fehler, von Kasparov geschrieben zu sein, deswegen werde ich es sicher nicht lesen ... ich habe allerdings auch gehört, seine Kommentare seien didaktisch schlecht und teils fehlerhaft ... ok, behaupten kann man viel, und ich kann es nicht nachprüfen, da ich es ja wie gesagt nicht gelesen habe und auch nicht lesen werde.

Es gibt natürlich etliche andere Werke, in denen die größten Partien der Schachgeschichte zusammengestellt und erläutert werden. Allerdings wählt da jeder Kommentator andere Partien aus (nämlich die, die er selber für die größten hält), freilich gibt es eine nichtleere Schnittmenge ;)

Bekannt ist z.B. der Band 'The World's Greatest Chess Games' von Nunn, Emms und Burgess.
Hier die Liste der darin enthaltenen Partien mit Links zur Datenbank:
http://www.chessgames.com/perl/chesscoll..

pirc_ - 28.04.09    

ah mir ist noch ein sehr "bemerkenswertes" buch eingefallen:
bernd feustel: eröffnungen abseits jeder theorie.....ich glaube ich habe durch dieses buch mein schach sicher nicht verbessert, aber ich habe für mich gelernt, dass man viel theorie lernen kann, aber es nicht immer was nutzt :-))
sein "feustel-igel-system" hat mal einer gegen mich gespielt...ich habs irgendwann gewonnen, aber es war sicher eines meiner unangenehmsten spiele...also was ich sagen will: " man kann mit (fast) jedem mist eröffnen" wenn man dieses buch gelesen hat ;-)

tarrasch_0815 - 28.04.09    

Ich glaub, dieses Buch hab ich auch schon mal in der Hand gehabt, jedenfalls kenne ich es vom Titel ... es gibt noch so eins: Theo Schuster, Neue Schacheröffnungen ... da wird dann unter anderem sowas wie 1. e4 h6 2. d4 g5 propagiert ... oder 1. e4 c6 2. d4 Sa6 ... hm ja, wie Du schon sagst, sein Schach verbessert man mit solchen Büchern sicher nicht, und der Witz ist, dass ich fast immer schlecht stehe, wenn einer gegen mich sowas spielt, ich umgekehrt aber erst recht schlecht stehe, wenn ich selber sowas versuche. Was folgern wir nun daraus??

LucidNonsense - 28.04.09    

Daß Du mal reingucken solltest? Muß ja nicht gleich Basman sein - dessen Grob habe ich (damals - hab's seit so 10 Jahren drangegeben) gaaanz selten auch mal im ernsten Spiel auf's Brett gebracht.

LucidNonsense - 28.04.09    

Bravo für den Nimzowitsch - obwohl ich mit der 'Praxis meines Systems' noch mehr anfangen konnte.
Aber wieso nicht sein legitimer Nachfolger - Watson? Sollte ich ja wieder ins Schachspielen einsteigen, würde ich seine 'Secrets' und die 'Chess Strategy in Action' vorher durcharbeiten. Lese da seit Jahren einfach hin und wieder drin rum und er ist wirklich beeindruckend (und wohl deutlich weniger mühselig als Dworetzki ...)

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Die 'Praxis meines Systems' kenne ich nur vom Namen, was steht da eigentlich drin? Ich war bisher jedenfalls automatisch (vielleicht zu automatisch?) davon ausgegangen, dass man es erst NACH der Lektüre von 'Mein System' studieren sollte?!

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Wir schließen daraus, dass man mit Weiß so gut wie alles spielen kann, vielleicht mit gewissen Einschränkungen auch mit Schwarz, immer vorausgesetzt, man kommt in Stellungen, mit denen man was anfangen kann und die man gern spielt ... und daran hapert es bei mir bei solchen exotischen Spielweisen. Ich denke dann, ich stehe schlecht, und spiele auch entsprechend ... ich brauche eine 'klassische' Stellung mit Zentrumskontrolle und wohlpostierten, entwickelten Figuren, um mich gut zu fühlen :)

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Hab ich jetzt antiquarisch reinbekommen ... ich teile im Wesentlichen Dein Urteil. Zusätzlich habe ich aber den Eindruck, dass es eher für schwächere Spieler geeignet ist.

Die Klassiker zur Thematik Mattangriff, und für Spieler (fast) aller Stärken geeignet, sind wohl doch immer noch:

- Vukovic: Der Rochadeangriff (übrigens 2006 neu erschienen, sehr schönes Layout jetzt!)

- Kurt Richter: Schachmatt (ebenfalls in aktualisierter Auflage erhältlich)

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Dazu eine bemerkenswerte Rezension über den richtigen Tarrasch und sein Standardwerk 'Die moderne Schachpartie', die ich gerade erst entdeckt habe:

http://www.karlonline.org/kol24.htm

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Und hier ein schöner Link über Nimzowitsch, ein Interview mit dem Mann, der 'Mein System' neu bearbeitet hat:

http://www.karlonline.org/306_2.htm

Chuma - 05.05.09    

Ein Buch, das mir sehr gut gefällt, das sehr unkonventionell aufgemacht ist und sich sehr gut eignet für die vielen Anfänger, die sich ja anscheinend hier bei Chessmail tummeln sollen, ist:

Bobby Fischer lehrt Schach. Ein programmierter Schachlehrgang.

Schwergewicht liegt auf dem Grundreihenmatt. Das Buch besteht hauptsächlich aus Aufgaben, an die man sehr schön heran geführt wird und den Lösungen. Man arbeitet sich zuerst normal durch das Buch von vorne nach hinten und nachher setzt es sich fort von hinten nach vorn.

Viel Vergnügen! Gruss, Chuma:-)

tarrasch_0815 - 05.05.09    

Gut dass Du es erwähnst! Das war eines meiner ersten Schachbücher gewesen, vor 30 Jahren!

Aber wirklich im Wesentlichen nur für Anfänger geeignet, alle anderen werden enttäuscht sein, weil das Buch wirklich nur ganz simple Mattkombinationen übt, die dafür aber gründlich ... wobei solche Kombinationen gelegentlich auch von sehr starken Spielern (und sogar Großmeistern) übersehen werden ... insofern vielleicht doch nicht so schlecht, es wenigstens einmal durchgemacht zu haben.

Das Positive an dem Buch ist die Strukturierung. Man muss anhand von Übungen alles selber machen, man muss das Gelernte sofort anwenden, man muss mit dem Buch arbeiten, und kann nicht beim Lesen dösen ;)

Das Negative ist halt die Einseitigkeit des Lernstoffs. Es steht nichts drin darüber, wie man solche Stellungen überhaupt erhält, die dann eine solche Mattkombination ermöglichen. Allerdings ist das natürlich eine wesentlich schwierigere Geschichte, die sich auch nicht gut in solche Übungsaufgaben fassen lässt. Auch Eröffnungen und Endspiele kann man schlecht nach dieser Methode erlernen.

Chuma - 05.05.09    

Ganz klar hat das Buch nicht den Anspruch, ein umfassendes Schachlehrbuch zu sein, wie du auch erwähnst.

Was es aber mit Sicherheit bewirken kann; es kann die Begeisterung für Schach wecken! Obwohl ich, wie ich schon an anderer Stelle einmal erwähnte, auf einer anderen schachlichen Ebene stehe, als die meisten, die sich hier in diesem Thread geäussert haben, glaube ich nicht, dass jemand davon enttäuscht sein kann.
Ich finde die Methode genial, aber natürlich hat sie Grenzen!

triangel - 08.03.20    

Was Endspiele anbelangt, ist Silmans Endspielkurs besonders gut. Er teilt das Buch nach Wertungszahlklassen auf. Jedem Wertungszahlbereich weist er Endspiele zu, die er für die jeweilige Spielklasse für essentiell hält. So wird man nicht mit sinnlosen Endspielen erschlagen, die man ohnehin nicht braucht.
Für den Ottonormalverbraucher reichen eine Handvoll Endspiele aus. Der Rest sollte ins Mittelspiel investiert werden.

Alapin2 - 08.03.20    

Leute !
Aufgrund der Übersichtlichkeit würde ich es gut finden,nicht 10 Jahre alte
Diskussionen plötzlich mit neuen Kommentaren zum Rattenschwanz werden zu
lassen ! War ganz interessiert,einen neuen (!) Beitrag (2 Min...) zu lesen,der sich
jedoch auf den LETZTEN Kommentar vom 5.5.2009 (!) bezog.Zur Meinungsbildung
musste ich dann über 20 dieser uralten Sachen überfliegen !
1) Warum werden diese langen Antiqitäten nicht irgendwann gelöscht ?
2)Wieso kann ein Interessent nicht eine neue Rubrik zu dem Thema anfangen,
sorry es muss doch auch lesbar und nachvollziehbar sein !?

Vabanque - 08.03.20    

Ursprünglich konnte man ja in diese alten Threads nichts mehr reinschreiben, nach einigen Monaten wurden Threads automatisch geschlossen.

Auf das Betreiben einiger User (zu denen ich mich auch zähle) wurde das vor einiger Zeit geändert; es ist jetzt in den rein schachlichen Foren (Schachaufgaben, Kommentierte Spiele) wieder möglich, alte Threads zu kommentieren.

Das ist mit Sicherheit bei konkreten Schachaufgaben und vor allem bei Partiekommentaren auch sinnvoll.

Nun war der damalige Thread halt in die Schachaufgaben geraten, und so kann er nach 11 (!) Jahren noch kommentiert werden.

Klar, die meisten der damaligen Schreiber sind nicht mehr hier aktiv, trotzdem war es für mich ganz interessant, das alles mal zu überfliegen. Ich finde die geäußerten Meinungen auch nicht veraltet.

Mir scheint nur irgendwie, dass hier Beiträge fehlen müssen, denn manchmal wird der Bezug eines Beitrags nicht klar.

triangel - 09.03.20    

Ich dachte, bevor ich ein neues Thema aufmache schreibe ich in ein bestehendes rein. Die Empfehlungen meiner Vorgänger verlieren ja nicht an Gütligkeit.

Wenn ich ein neues Thema aufmache, ist das doch redundant.