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"Kurzpartien"

Alapin2 - 31.07.20    

Bekam (Pn) Nachrichten,daß die kommentierten Spiele von "Vabanque" und "Kellerdrache" (lange nichts gehört,Keller zugesperrt?) hier der grosse Renner seien.Da ich -immer noch nicht-in der Lage bin,Diagramme zu erstellen,hier eine Kurzpartie...vielleicht tut sich das auch jemand so an :
Weiß: Bogoljubow (simultan) - N.N. (weiblich)
1) e4, e6 2) d4, d5 3) Sc3, de4: 4) Se4: Sbd7 5) Sf3 Sgf6 6) Seg5 Le7 (?) 7) Sf7: Kf7:
8) Sg5+ Kg8 9) Se6: ...nun jammerte die Dame :" Auf De8 ziehen Sie Sc7: und ich verliere den Ta8 ". Bogol galant :" Na gut,Madame,drehen wir das Brett um.Die Dame,jetzt mit weiß, zog nach 9)...De8 hocherfreut kam 10) Sc7 : nach 10)...Lb4 matt war dann wohl der Spass vorbei ! 10) Lc4 Df7 11) De2 Sb6 12)Lb3 hätte weiß gewonnen!
Um mir Kommentare wegen "Frauenfeindlichkeit" zu ersparen,noch ein Nachsatz,jedoch,hat mit "kommentierten Spielen" nichts zu tun,unter "Sonstiges".

Vabanque - 31.07.20    

Zum besseren Nachspielen:

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "2020.07.31"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "0-1"]
[ECO "C10"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 dxe4 4. Nxe4 Nd7 5. Nf3 Ngf6 6. Neg5 Be7 7. Nxf7 Kxf7
8. Ng5+ Kg8 9. Nxe6 Qe8 10. Nxc7 $4 (10. Bc4 $1 Qf7 11. Qe2 Nb6 12. Bb3) 10...
Bb4# 0-1

Vabanque - 31.07.20    

>>Bekam (Pn) Nachrichten,daß die kommentierten Spiele von "Vabanque" und "Kellerdrache" (lange nichts gehört,Keller zugesperrt?) hier der grosse Renner seien<<

Na schön wär's ;-)

Tschechov - 31.07.20    

Vergnüglich! So möchte man(n) auch mal gewinnen (aber nicht verlieren).

Vabanque - 31.07.20    

Das Matt ist in der Tat verblüffend ...

Oli1970 - 31.07.20    

Köstlich! Wie Tschechov schon sagte ... :-)

Vabanque - 31.07.20    

>>Um mir Kommentare wegen "Frauenfeindlichkeit" zu ersparen<<

Ist es umgekehrt dann eigentlich 'männerfeindlich', wenn man einen Reinfall eines männlichen Schachspielers gegen eine Schachspielerin veröffentlicht?

Alapin2 - 31.07.20    

@ Vabanque
...Tja, Deine kommentierten Partien scheinen sehr gefragt zu sein ! (habe auch meine Quellen).
...Könnte ja auch Partien Von den Polgar-Schwestern gegen renommierte Großmeister hier bringen...Tatsache : In unseren jüngeren Jahren (bist wohl auch keine 20 mehr!?) wurden Frauen schon schachlich nicht so ernst genommen...
Die Gründe hatte ich versucht zu erklären.
....Da gab es noch eine Mann-Frau-Geschichte von Vlastimil Hort...Das Buch habe ich leider verschenkt ! (Diemal nicht verliehen,,,,running Gag, Vabanque+
meine Wenigkeit; ist jedoch Ernst)

Tschechov - 31.07.20    

Fast unglaublich übrigens, daß die weißen Steine von Bogoljubow geführt wurden, dem zeitweise, nimmt man die reinen Zahlen zum Maßstab, stärksten Spieler der Welt (so ich richtig unterrichtet bin). Wo hast du das denn ausgegraben?

Vabanque - 31.07.20    

Nun ja, Bogoljubov hat ja 10. Sxc7?? nicht gespielt ... der Zug kam nach dem Drehen des Bretts :-)

Im Übrigen ist 'Bogo' tatsächlich ein zu Unrecht fast vergessener Spieler, der etliche Glanzpartien gespielt hat, von denen zumindest einige es wert wären, in den 'Kommentierten Spielen' mal vorgestellt zu werden, z.B. sein Schwarzsieg gegen Lasker, oder einige nicht minder interesssante Siege gegen Réti, Nimzowitsch und Spielmann.

Vabanque - 31.07.20    

>>Tatsache : In unseren jüngeren Jahren (bist wohl auch keine 20 mehr!?) wurden Frauen schon schachlich nicht so ernst genommen<<

Sie werden es immer noch nicht so richtig, und daran sind - denke ich - mehrere Faktoren schuld, die ich hier eher nicht diskutieren möchte, da es sonst wieder heißt, dass der Thread (wie angeblich jeder) ausufert ;-)
Immerhin gibt es heute doch eine ganze Menge Frauen, die den 'richtigen' GM-Titel (also den der Männer) besitzen. (Elisabeth Pähtz gehört übrigens nicht zu ihnen.)

Alapin2 - 31.07.20    

@ Tchechov ...mal so aus dem Stand,ohne Nachprüfung.
Bogol war mal sowas wie "Vizeweltmeister".Verlorener Wettkampf gegen Aljechin.
Er war zu seiner Zeit immer "vorne mit drin"...die richtig tollen Partien kenne ich von ihm eigentlich nicht.Eine besonders eindrucksvolle war ein "Holländer" gegen Aljechin ..."eindrucksvoll von Aljechin !! (vielleicht gräbt die ja jemand aus,Hastings
1922, m.E eine der besten Partien überhaupt ! Ich hier,ohne Diagramme,nicht der Hit!).Dann gab es noch New-York 1924 gegen Reti .Weltberühmt,ein absoluter Klassiker...für Reti !.
Später landete er in Triberg im Schwarzwald und wurde,als Deutscher Staatsbürger, auch Ende 40-er,Anfang 50-er Deutscher Meister.Super Großmeister!Stärkster Spieler der Welt ? ...glaube ich ums Verrecken nicht.Wo hast Du das her ?

Vabanque - 31.07.20    

Bei den vielen Partien, die Bogoljubov und Aljechin gewechselt haben, waren schon auch ein paar brillante Siege von Bogo dabei ... selbstverständlich hatte Aljechin in der Gesamtwertung die Nase vorn (36:16).
Gegen Réti hatte Bogo einen Score von 16:7! Trotzdem sind die Gewinnpartien von Réti berühmter.
Gegen Nimzowitsch war es 'nur' 9:6.
Gegen Tartakower 11:7.
Gegen Spielmann 18:12.
Capablanca war wohl der einzige Spieler, gegen den Bogo nie gewinnen konnte.

Alapin2 - 31.07.20    

....der als besonders sensible geltende Nimzowitsch soll mal,irritiert von dem massigen Körperbau,behauptet haben :" Bogo spielt mit den Schultern"!
Na,klar,er war absolute Weltklasse,keine Frage....trotzdem,ich kenne nur seine berühmten Verlustpartien ( wer sich die Mühe machen möchte : die von 1922,Hastings,gegen Aljechin,wirklich absolut genial!!).

Tschechov - 31.07.20    

Ach so, die Pointe (Drehen des Bretts) hatte ich überlesen. So wird´s natürlich verständlich. Die Partie gegen Aljechin in Hastings ist wohl eine der berühmtesten Schachpartien überhaupt, die kenne sogar ich.

Vabanque - 31.07.20    

So weit ich es sehe, hatte Bogoljubov nur gegen Capablanca, Aljechin, Lasker und Euwe negative Scores, gegen alle anderen Spieler lag er deutlich vorn. Da ist es schon ein wenig erstaunlich, dass Réti, Nimzowitsch, Tartakower und Spielmann heute berühmter sind. Dies kann zum Teil an deren Persönlichkeit liegen, wie auch an dem Umstand, dass sie bessere Buchautoren waren.
Man kann natürlich auch den Verdacht hegen, dass Bogo bewusst übergangen wird, da er für Nazideutschland spielte. Da mir von ihm aber keine anderen Interessen außer Schach bekannt sind, kann ich mir irgendwie schwer vorstellen, dass er wirklich ein überzeugter Nazi gewesen sein soll.
Aber ich sehe schon, ich muss in den Kommentierten Spielen mal eine Reihe über Bogoljubov machen, zu seiner 'Ehrenrettung' :-)

Alapin2 - 31.07.20    

Sämisch,Rellstab,Heinicke,Schlage (war sogar "Reichstrainer"..auf einer Briefmarke (Anekdote für sich) abgebildet), Klaus Junge....Keres,Aljechin ....
von Denen ist nach dem Krieg keiner gemobbt worden.Wieso,Deiner Meinung nach,Bogol ?

pirc_ - 31.07.20    

Vabanque "Capablanca war wohl der einzige Spieler, gegen den Bogo nie gewinnen konnte."
Muss ich korrigieren: Gegen mich hat er auch nie gewonnen ;-)

Vabanque - 31.07.20    

>>Alapin2 - vor 2 Min.

....der als besonders sensible geltende Nimzowitsch soll mal,irritiert von dem massigen Körperbau,behauptet haben :" Bogo spielt mit den Schultern"!<<

Ja, der Bogo war massig. Aber auch seine Partien machen irgendwie diesen Eindruck; sie wirken nicht subtil, sondern eher mit brutaler Kraft gespielt :-)

>>trotzdem,ich kenne nur seine berühmten Verlustpartien<<

Ja, das ist das Unglück, von manchen Spielern werden die Verlustpartien viel berühmter als die Siege ... Portisch ist auch so jemand, und der war wirklich Weltspitze ... Polugajewsky ebenso ... ja, und Donner natürlich (habe gerade eben eine köstlicher Verlustpartie von Donner gegen Tal nachgespielt) :-)

>> wer sich die Mühe machen möchte : die von 1922,Hastings,gegen Aljechin,wirklich absolut genial!!<<

Also, nachdem ich es mal gewagt hatte, Fischers 'Game of the Century' hier zu bringen und dafür nur Kritik einstecken musste, werde ich nie wieder Partien hier kommentieren, die derart bekannt sind! Und es ist ja irgendwie auch richtig so: warum denn hier etwas bringen, was quasi in JEDEM Buch (und auf jeder Internetseite) kommentiert ist.
Irving Chernev hielt ja in den 50er Jahren die Partie Bogoljubov-Aljechin 1922 für das größte Meisterwerk, das jemals auf den 64 Feldern geschaffen wurde.
Aber selbst zu dem damaligen Zeitpunkt war dieser Standpunkt diskussionswürdig (z.B. würde ich auch von Aljechin seine Schwarzsiege gegen Réti und Grünfeld noch etwas höher einstufen), und heute gibt es bestimmt unzählige Partien, die der genannten den Rang streitig zu machen drohen (am berühmtesten vielleicht Kasparov-Topalov 1999 mit dem Turmopfer auf d4 und der Königsjagd bis auf die gegnerische Grundreihe).

Vabanque - 31.07.20    

>>Wieso,Deiner Meinung nach,Bogol ?<<

Als die FIDE 1950 die ersten offiziellen GM-Titel vergab, war Bogoljubov nicht dabei, angeblich wegen seiner Nazi-Vergangenheit. Übrigens bekamen damals so einige Spieler den Titel, die weit schwächer waren und heute vergessen sind.

Alapin2 - 31.07.20    

Ist doch aber richtig klasse,wenn man die Partie vorher nicht kennt.Neue Welten tun sich auf....(gemeint ist Bogol-Aljechin,Hastings 22) Von der Sorte gibt es nicht so viele.Einfach genial ! Ja,ja,ja...es gibt natürlich auch noch genug andere geniale
Partien...was hat das jetzt mit DER zu tun???

Vabanque - 31.07.20    

Ich habe es doch oben erklärt, warum ich sie nicht kommentiere ... natürlich darf jeder das an meiner Stelle gerne tun :-)