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Bildung

Diagnose - 22.11.19    

Warum lesen die meisten die Bild-Zeitung und deutlich weniger die F.A.Z.(oder ähnliches)?

Vabanque - 23.11.19   +

Ich lese von der Bild-Zeitung gezwungenermaßen die Schlagzeilen an den Bahnhöfen, und meist nicht weiter. Manchmal stoße ich auch im Netz auf Beiträge der Bild-Zeitung. Nicht alles finde ich davon auch schlecht, aber meist doch grob vereinfachend, und oft auch die Opfer-Rolle hochstilisierend (wo es doch gerade für mich den Kern eines erfolgreichen Lebens ausmacht, aus der Opferrolle auszusteigen).

Naja, die 'Lesbarkeit' ist sicher einer der Aspekte. Was Lesbarkeit auch immer bedeuten mag, ob Einfachheit des Stils oder, dass man sich selber bestätigt fühlt. Ein weites Feld.

Die FAZ (oder da, wo ich herkomme, der Münchner Merkur und die Süddeutsche Zeitung, auch die Augsburger Allgemeine) sind da eher auf einem literarischen Niveau. Die Autoren sind oft durchaus namhafte Journalisten, sie schreiben einen blendenden, oft bissigen Stil, was beim Lesen manchmal das Nachdenken über einzelne Sätze und Worte erfordert. Man muss sich mit Artikeln aus diesen Zeitungen schon eher beschäftigen als dass man sie bloß so einfach gedankenlos runterliest. Zu behaupten, dies wäre der Grund, dass weniger Leute diese Art von Journalismus lesen, wird mir nun sicher als elitär angekreidet. Ich will auch bestimmt nicht behaupten, dass die Autoren dieser Zeitungen immer objektiv urteilen würden. Aber: sie äußern ihre Meinung meist fundiert. Und, wie gesagt, der Stil, in dem sie schreiben, ist für mich ein Kriterium. Als Student war ich in einem der vielen literarischen Gesprächskreise, und ich erinnere mich noch, dass eine Frau dort die Meinung äußerte: 'Alles, woran man den eigenen Stil noch bilden kann, kann man lesen.' Worauf natürlich prompt die Gegenmeinung erfolgte: 'Stil ist also alles, Inhalt ist nichts?' Nein, natürlich nicht. Aber der Stil, in dem ein Inhalt verpackt wird, ist schon ein wesentlicher Faktor.

Stellmacher - 23.11.19    

1. Es haben immer weniger Menschen in Deutschland die nötige Sprachkompetenz um die FAZ zu lesen und zu verstehen.

2. Die Interessenlage der meisten Leser wird von der Bildzeitung besser abgedeckt- Wirtschaftsteil und Feuilleton haben nicht so viele Interessenten.

3. Die Bildzeitung hat insbesondere den besseren Sportteil.

4. Die Bildzeitung ist billiger.

Die politische Ausrichtung der beiden Blätter unterscheidet sich im übrigen kaum.

Turbohans - 23.11.19  

Mit der BILD lesen ist es wie mit dem Fernsehen, z.B. RTL. Da hört man immer wieder... beim Zappen ganz zufällig draufgekommen... .
Zufällig im Netz BILD gelesen.
Ich verstehe auch die Überschrift dieses Threads nicht. Was hat BILD lesen mit Bildung zutun? Sind FAZ- Leser was besseres, gebildeter?
Zeitungen wie Bild (Boulevard) sind in fast allen Ländern Usus und gehören zum täglichen Leben.

Der Handwerker holt frühmorgens beim Bäcker seine Brötchen und klemmt sich die neue BILD untern Arm. Bei anderen liegt halt sinnbildlich die FAZ auf dem Schreibtisch, wenn sie ins Büro kommen.
Trotzdem gilt hier nicht, sag mir welche Zeitung du liest und ich sag dir,
wer du bist!

Stellmacher - 23.11.19   +

"Sind FAZ- Leser was besseres, gebildeter?"

Was besseres sicher nicht, gebildeter jedoch wohl schon (auch wenn hier nicht direkt mit dem FAZ-Leser vergleich wird, sondern "nur" u.a. mit dem Leser des Spiegel.

"Große Unterschiede zwischen dem Bild-Leser und dem von Magazinen wie Spiegel, stern und Focus gibt es hingegen bei der Bildung: Während 56% der Spiegel-Leser, 45% der Focus-Leser und 39% der stern-Leser Abitur haben, sind es bei der Bild nur 13%. Stattdessen verfügen 43% der Bild-Konsumenten über einen Haupt-/Volksschulabschluss mit Lehre, weitere 31% über die mittlere Reife. Der Bild-Leser ist also deutlich schlechter gebildet als der der drei Wochenmagazine. Und: Er ist auch schlechter gebildet als der Bundes-Durchschitt. "

https://meedia.de/2013/01/24/analyse-der..

mattin2 - 23.11.19  

Gottseidank gibt es das Internet, dass denen dabei hilft, sich schlau zu fühlen und Statistiken zu finden die eigene Schlauheit beeindruckend beweisen.
Ich lese die Landlust.

Stellmacher - 23.11.19    

Da könnte der Abiturientenanteil den der FAZ durchaus übertreffen...

mattin2 - 23.11.19    

Frage: Wie viele der Schachspieler hier haben die" Landlust" abbonniert?

aguirre - 23.11.19    

"Der Bild-Leser ist also deutlich schlechter gebildet als der der drei Wochenmagazine. Und: Er ist auch schlechter gebildet als der Bundes-Durchschitt. "
Die Bild ist aber die meisst verkaufte Tageszeitung (ja ich weiß die "Bild" ist keine Zeitung) in Deutschland, bedeutet das nun die Mehrheit der Bevölkerung ist schlechter gebildet als der Durchschnitt der Bevölkerung??? :-)
Ich stelle ausserdem hier mal die Behauptung auf das es Menschen mit Haupt-/Volksschulabschluss gibt, die eine durchaus höer Bildung haben als mancher Abiturient .-)
Vielleitch lesen ja viele die "Bild" weil sie sich einfach mal eine halbe Stunde unterhalten lassen wollen, einfach mal abschalten wollen?

Vabanque - 23.11.19    

>>Ich stelle ausserdem hier mal die Behauptung auf das es Menschen mit Haupt-/Volksschulabschluss gibt, die eine durchaus höer Bildung haben als mancher Abiturient .-<<

In Einzelfällen mag es das geben, aber ich denke, das wird sehr schwierig sein. Wie soll der Hauptschüler diese höhere Bildung denn erlangt haben? Im Selbststudium? Meist holen solche Hauptschüler dann später noch einige Abschlüsse nach.

>>Vielleitch lesen ja viele die "Bild" weil sie sich einfach mal eine halbe Stunde unterhalten lassen wollen, einfach mal abschalten wollen?<<

Da machen mich schon die Überschriften so aggressiv, dass ich bei der Lektüre bestimmt nicht abschalten kann. Aber jeder wie er will. Ich würde nie jemandem vorschreiben, was er zu lesen hat und wobei er sich am besten entspannt.

Stellmacher - 23.11.19    

@aguierre: Die Bildleser (etwa 9 Millionen) stellen doch nicht die Mehrheit der Bevölkerung.

Vabanque - 23.11.19    

Wahrscheinlich besteht die Mehrheit der Bevölkerung aus Nicht-Lesern ;-)

aguirre - 23.11.19    

@Stellmacher: Stimmt, aber die Mehrheit det zeitungslesenden Bevölkerung, oder?

@Vabanque. Wäre traurig, wobei, zählt Kurznachrichten über WhatsApp lesen als lesen?

Stellmacher - 23.11.19    

@aguirre:

Die Mehrheit der zeitunglesenden Bevölkerung liest ihre Regionalzeitung, in der sie u.a. erfährt, wer gestorben ist, wer neuer Feuerwehrkommandant wird und was der heimische Fussballverein macht:
Braunschweiger Zeitung, Lübecker Nachrichten, Westfalenblatt, Darmstädter Echo usw. usw, die ihrerseits meist dann noch weiter aufdifferenzierte Regionalbeilagen haben.
Diese Blätter stellen in der Summe auflagenmäßig in Deutschland die überregionalen Zeitungen weit in den Schatten.

Cornwall - 23.11.19    

@aguirre: Die Zahl von 9 Mio Bildzeitungslesern kommt wie zu Stande? Zum Vergleich: Die Auflage beträgt aktuell 1,5 Mio.

Die Auflage aller Tageszeitung lag 2018 bei 14 Mio . Eine aktuelle Zahl habe ich auf die Schnelle nicht gefunden - aber zumindest auf Basis der Auflage liegt der Anteil der Bild unter - ich sage mal 15%, definitiv aber unter 50 %

Mikrowelle - 23.11.19    

Ich empfehle hier ausdrücklich das Buch über den Kloakenjournalismus der Blöd Zeitung:Gossenreport von G. Henschel

Turbohans - 23.11.19  

Zunächst bin ich erstmal froh, dass mir jemand nicht vorschreiben möchte, was ich zu lesen habe.
Ich lese hier heraus , dass Abiturienten eine höhere Bildung haben, als ein Hauptschüler. Eine solide Berufsausbildung zählt nicht als Bildung? Manchmal sogar mehr.
Ist nur der Berufsstand ausschlaggebend, ob man gebildet ist oder nicht?
Auch kann man BILD nicht mit den Politmagazinen Focus, Spiegel usw. vergleichen. Wer Spiegel liest, muss nicht unbedingt. gebildeter sein als ein BILD Leser.
Und nebenbei, die Macher der BILDzeitung, sind die auch nicht gebildet, dass es nur für die BILDzeitung zu arbeiten reicht? Ich glaube nicht.
Es ist schon erschreckend Menschen an Lesegewohnheiten zu beurteilen.

Vabanque - 23.11.19    

>>@Vabanque. Wäre traurig, wobei, zählt Kurznachrichten über WhatsApp lesen als lesen?<<

Gute Frage. Ich lese auch WhatsApp-Messages und SMS, würde das für mich aber nicht als 'lesen' bezeichnen.
Das Lesen von Kurzmeldungen in Zeitungen ist auch nicht viel besser.
Es muss schon ein längerer Artikel bzw. Essay sein, damit er für mich den subjektiven Eindruck des 'Lesens' erweckt. Ein gewisses Zufriedenheitsgefühl muss sich bei mir einstellen, das Gefühl dass ich durch das Lesen eine Bereicherung, eine neue Erkenntnis gewonnen habe. Dann kann ich für mich konstatieren: 'Ich habe etwas gelesen.'

aguirre - 23.11.19    

@cornwall: die 9 Mille habe nicht ich sondern Schachfreund Stellmacher aufgerufen :-)

Cornwall - 23.11.19    

ups sorry: Wobei ich die Zahl selber gar nicht in Zweifel gezogen habe, geht mir nur um die Vergleichbarkeit. Es handelt sich wohl um die Reichweite. Für alle Zeitungen liegt die Zahl wohl über 40 Mio (nur print). Also immer noch unter 50 % für die Bildzeitung - aber anscheinend wird sie mehr "rumgereicht".

aguirre - 23.11.19    

Ich fühle mich hier nicht als Verteidiger der Bild berufen, nur:
Nirgendwo habe ich geschrieben das die Auflage der Bild höher ist als die Auflage aller Regionalzeitungen in Deutschland insgesamt!
Ich sehe diesen Vergleich auch nicht als sinnvoll an, der Berliner wird nicht die Reginalzeitung von Brunsbüttel lesen und der Dresdner nicht die aus Bad Salz Guffeln.... Aber in all den Regionen werden überreginale Boulevardzeitungen gelesen und von den täglich deutschlandweit erscheinenden ist nun mal Bild die meisst gelesene.
Also wenn schon vergleiche der Auflage, dann die der Regionalzeitungen untereinander und die der deutschlandweit erscheineden Tageszeitungen untereinander.

Cornwall - 23.11.19   +

Es kommt wohl darauf an, zu welchem Zweck man vergleicht.

Wenn ich zum Beispiel wissen will, woher die Bevölkerung ihre Informationen bezieht, kann ich auch Regional- und bundesweite Zeitungen vergleichen. Auch Tages- und Wochenzeitungen. Dazu kommen natürlich noch online Medien.

aguirre - 23.11.19    

Gut das stimmt :-)

Jupp53 - 23.11.19   +

Nur am Rande, wie die Zahlen der Leser zustande kommen.

Die Anzahl der verkauften und über Abos rausgehenden Zeitungen wird mit einem Faktor multipliziert. 9 Mio bei 1,5 Mio Exemplaren wären also 6 Leser pro Stück. Jetzt bin ich Abonnent der Süddeutschen Zeitung. Mein Zeitungsbote kommt manchmal nicht, z.B. heute. Dafür steckt in der SZ immer wieder die Bild und die TAZ. Beide kommen inzwischen sofort in den Müll. (Das mit dem besseren Sportteil ist ein Gerücht. Bild bringt mehr über den lokalen Bundesligaclub. Das war es dann auch.)

Für mich müssen also irgendwo 6 Leser aufgesammelt werden. Im Sommer sehe ich am Samstag nachmittag an der Stelle, an der die Zeitungen abgelegt werden gegen 16.00h einen kleinen Haufen (10-20) Frankfurter Rundschau, die doppelte Menge FAZ, dann noch einmal verdoppelt die Welt und der größte Stapel ist die Bild. Wer will kann sich das einfach nehmen, was ich machen würde, wenn ich mein Einkommen aufbessern müsste. Wenn das repräsentativ ist, dann stimmen die Zahlen nicht.

Grundsätzlich zum Thema Überheblichkeit: Alle Menschen sind gleichwertig. Keine zwei Menschen sind gleich.

Turbohans - 23.11.19  

Was ist eigentlich mit denen, die keine Zeitungen lesen? Da fällt mir gerade kein Bildungsstand ein. Ich hoffe nur, dass diejenigen gut durchs Leben kommen.
Will damit sagen, diese Statistiken über dumm oder klug, weil wer das oder das konsumiert, nichts wert sind.

Jupp53 - 24.11.19   +

Hier gibt es im Thema keine Statistiken über dumm und klug. Es gibt Statistiken über Bildungsabschlüsse. (Da ist die BRD der Staat in der Welt, in der die am stärksten sozial vererbt sind. Wer es nicht glaubt, der suche mal, was die UNESCO dazu seit Jahren feststellt.)

Vabanque - 24.11.19    

Und ob man Zeitungen liest oder keine liest, hat nicht unbedingt mit dem Bildungsstand zu tun.
Trotzdem sagt das, was ein Mensch liest, sehr wohl etwas über ihn aus - aber es ist nur einer von vielen Teilaspekten seiner Persönlichkeit.
Ich z.B. lese gerne Klassiker der Weltliteratur (vor allem aus der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jh.), aber auch gerne Krimis (vorzugsweise auch klassische). Was sagt das nun über mich als Menschen aus?
Für sich genommen wahrscheinlich sehr wenig, aber es passt vielleicht als ein kleines Puzzlesteinchen in das Gesamtbild meiner Persönlichkeit, vorzugsweise für Menschen, die mich kennen.
Ein Werturteil lässt sich aus der Aussage: 'SF Vabanque liest gerne Schnitzler, Maupassant, Tschechov und Dürrenmatt' (ich meine jetzt den 'richtigen' Tschechov, nicht unseren geschätzten Forumskollegen) sicher nicht ableiten, lediglich eine Neigung SF Vabanques zum Dekadenten, Skurrilen und leicht Makabren, sowie zu subtilem schwarzen Humor.

Vabanque - 24.11.19    

Komischer Gedanke um 1:15 h nachts: Dürrenmatt (vielleicht der größte Schriftsteller des 20. Jh.) hätte in diesem Forum wahrscheinlich viele Minuszeichen geerntet. Er spielte übrigens auch Schach :-)

Turbohans - 24.11.19    

Es ist doch aber sicher auch so, dass BILD Leser auch andere anspruchsvolle Literatur lesen. Also bitte keinen niedrigen Bildungsstand unterstellen, weil man BILD liest.
Man braucht auch nicht unbedingt Abitur, um Weltliteratur zu lesen.
Nochmal meine Frage, die Macher von BILD, was sind das für Leute?

StillSchweiger - 24.11.19   +

Ich glaube, seitens der BILD wird genau auf die niederen Instinkte der Menschen gezielt. Gier, Geiz, Angst, Sensationslust, Neid, Missgunst, ... In relativ einfacher Sprache. Darum funktioniert das so gut

mattin2 - 24.11.19    

@Turbohans
Wenn du wissen willst, wer die Bildzeitung macht, dann findest du ganz einfach im Internet.

Turbohans - 24.11.19    

Im Internet steht nicht, ob die Macher von BILD den gleichen Bildungsstand haben wie deren Leser.
Vielleicht kann mir jemand meine Frage besser beantworten.

Rudolf_Steiner - 24.11.19    

Na, das wird dir jetzt sicher einer der vielen kompetenden chessmailer hier bestens beantworten.
Meine Vermutung: die Macher der Bild haben alle einen deutlich niedrigeren Bildungsstand als ihre Leser ;-)

Jupp53 - 24.11.19   +

@Rudolf_Steiner und andere

Dieser Spott über Leser und Macher des Lügenblatts hilft nichts, im Gegenteil. In den Flüchtlingsgesprächen schreibt Brecht, er habe etwas dagegen Hitler als Dummkopf zu bezeichnen, weil man dann so tut als wäre er weg, wenn er zu denke beginnt.

Dieser Spott hat genau die Funktion, die das Blatt auch befriedigt. Überheblichkeit gegenüber anderen wird vermittelt. Unter anderem wird so von eigenen Schwächen abgelenkt. Im Einzelfall kann das tragisch sein, als Massenphänomen gefährlich.

kimble - 24.11.19    

@Turbohans,
Einer der jüngsten Verantwortlichen und "Strippenzieher" bei BILD war er hier:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kai_Diek..
Für minderbemittelt halte ich ihn nicht, aber brandgefährlich und bauernschlau.
Er ist inzwischen dort nicht mehr tätig, war aber seinerzeit bestens vernetzt ins Berliner Epizentrum.
Zumindest die Affären um die ExBPs Köhler und Wulff sind zwar von ihm nicht verursacht aber sicherlich forciert.
Man sieht also, sind "intelligente" Leute, die im großen Stile die Öffentlichkeit beeinflussen.

Turbohans - 24.11.19  

Es hat keinen Sinn hier was zu schreiben. Hier schreiben 2-3 Leute vor, wie es lang läuft und was richtig ist und lassen andere Meinungen nicht gelten.
Muss ich mir nicht mehr antun.

macmoldis - 24.11.19   +

Leutz, ihr wollt doch hier jetzt nicht ernsthaft über die BILD, deren Leser und deren Macher diskutieren
https://www.der-postillon.com/2013/12/wi..


Kai Diekmann ist ja aktuell nicht mehr bei BILD
z.Z. ist's Julian Reichelt, der Bildungsgrad der Macher ist auch relativ egal, wichtig ist, was hinten rauskommt
https://bildblog.de/search/Julian+Reiche..

bei der BILD am Sonntag war es die letzten sechs Jahre Marion Horn
https://bildblog.de/116168/zum-abschied-..


in diesem Sinne
https://www.youtube.com/watch?v=QFGXe7WH..


https://twitter.com/BILDblog

SchachAs - 25.11.19  

Ich war nur Volksschüler. Habe aber eine sehr gute Allgemeinbildung.Das ist mir mehr wert als angelerntes Wissen.Zudem habe ich kapiert dass die Mehrheit der Bevölkerung aus Idioten u geldgierigen Parasiten besteht.Ich selber zähle mich nicht zu denen. Von Abiturienten u Faulenzern halte ich nichts. Kenne viele von der Sorte. Nee danke.

Famulus - 25.11.19    

Sehr differenzierte Äusserung.

mattin2 - 25.11.19    

...man sollte hier halt keine Diskussion über die BILD anfangen. Die hat doch einen soooo laaangen Bart und wurde schon in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts und wer weiß wie oft danach, geführt.
Da ich mich schon der Mehrheit der Bevölkerung als zugehörig empfinde, sagt dies ein Idiot und geldgieriger Parasit, der auch zu den Abiturienten und Faulenzern gehörte...
...und noch schlimmer: sogar 2 Jahre von Hartz4 gelebt hat.

Stellmacher - 25.11.19    

"Von Abiturienten u Faulenzern halte ich nichts."

Da mittlerweile schon über 50 Prozent eines Jahrgangs die Schule mit Abitur abschließen, schließt Du da ganz schön viele Leute aus...

Tendenz übrigens weiter steigend...

Famulus - 25.11.19    

Immerhin Volksschule geschafft.

NickNick - 25.11.19    

@ Stellmacher
ein Abiturient muss kein guter Praktiker sein. Was nützt das Abi wenn man zwei linke Hände hat?

Stellmacher - 25.11.19    

"Wer zwei linke Hände hat, der sollte die Rechte studieren."

Diese harte Trennung zwischen praktischen und nicht-praktischen Berufen ist heute nicht mehr so ausgeprägt wie früher: Es gibt heute viele Bereiche, in denen man tatsächlich theoretisches Wissen und praktisches Geschick braucht
(Jura gehört aber wohl weiterhin nicht dazu).

Tschechov - 25.11.19    

>Da mittlerweile schon über 50 Prozent eines Jahrgangs die Schule mit Abitur abschließen, schließt Du da ganz schön viele Leute aus...

Tendenz übrigens weiter steigend...<

Leider muß ich feststellen, daß das nicht unbedingt eine gute Tendenz ist. Mittlerweile haben Menschen das Abitur, die dieses meiner Meinung nach eigentlich nicht verdient haben. Es wimmelt mittlerweile von Abiturienten, die nach Abschluß der Schule nie wieder ein Buch lesen.

Famulus - 25.11.19    

Es gibt halt zu viele Hochbegabte.

StillSchweiger - 25.11.19    

Vielleicht nicht Hochbegabt an sich. Hochbegabung beginnt ab einem IQ ab 130, was nur 2% der Weltbevölkerung erreicht.

Ist es nicht nicht oft schon so:

Chef zu Azubi: geh mal raus Schnee schieben, den Fußweg müssen wir frei halten
Azubi: ich??? Ich hab Abitur !
Chef: achja. stimmt..hm.. dann komm mit, ich zeig dir wie es geht...

Es ist aber auch festzustellen, das ein Abi mit 1,4 aus 2019 nicht den Stellenwert eines Abischnitt 1,4 aus 1993 hat.
Und es ist aber auch traurige Realität, dass immer mehr Abiturienten an einfachsten Einstellungstests bei einer Bewerbung scheitern.

Vabanque - 25.11.19    

Der recht verschwommene Begriff 'Bildung' bietet natürlich per se schon den Anlass zu heftigen Kontroversen.

Gilt denn die Gleichung 'Bildung' = 'Schulbildung'? Wohl kaum.

'Intelligenz' und 'Begabung' sind weitere ebenso kontroverse wie facettenreiche Begriffe.

Hochbegabung? Ja gut, aber wofür denn speziell?

Vergleichbarkeit der Abiture der letzten 20, 30 oder gar 40 Jahre?

Ich kann nur für meine Fächer sprechen, die ich studiert und unterrichtet habe: Mathematik und Physik. Da hat sich der Stil der Abituraufgaben in den letzten Jahrzehnten natürlich gewandelt. Sind die Abituraufgaben nun leichter oder schwerer geworden? Ich kann es nur für mein Bundesland (Bayern) sagen: es wird immer weniger Wert auf Rechnungen und immer mehr Wert auf Beschreibungen und graphische Erklärungen gelegt. Das kommt - nach meiner Erfahrung - den Schülern aber eher NICHT entgegen. Den Schülern liegen die modernen Abiture schlechter. Ich selber könnte als Lehrer nicht sagen, ob ich sie leichter oder schwerer finde als die alten Abiture. In Physik denke ich, sie sind schwerer als früher. Ein 14 Punkte-Abi in Physik würde ich heute wahrscheinlich nicht mehr schaffen, in Mathe wohl schon. Für andere Fächer kann ich gar nicht sprechen. Wenn ich bei meinen Nachhilfeschülern ab und zu so sehe, was da an Material für andere Fächer rumliegt, so bin ich meist in Deutsch total begeistert (wenn Werke wie Bahnwärter Thiel oder Leutnant Gustl oder Der Sandmann besprochen werden), während die Schüler mit diesen großartigen Texten gar nichts anfangen können (und wenn man ehrlich ist, sie sind wohl auch zu jung dafür), während ich in Sozialkunde froh bin, dass ich das, was die lernen müssen, nicht mehr machen muss (wahrscheinlich hätte ich da Schwierigkeiten auf den einen Punkt zu kommen, um zum Abi zugelassen zu werden).

Insofern ziehe ich das Fazit: Die Vergleichbarkeit der Abiture der verschiedenen jahrzehnte ist sicher nicht gegeben, aber in welcher Hinsicht? Die Anforderungen sind andere (in der Sprache des Ministeriums: es werden heute andere Kompetenzen geprüft als früher), aber ob sie als schwieriger oder leichter empfunden werden, ist individuell verschieden.

Vabanque - 26.11.19    

>>Tschechov - vor 7 Std.

... Es wimmelt mittlerweile von Abiturienten, die nach Abschluß der Schule nie wieder ein Buch lesen.<<

Aber woher hast du denn diese Information, mein Freund? Das wäre ja nun wirklich niederschmetternd, wenn es stimmen würde!
Es kommt natürlich auch drauf an, was du mit 'ein Buch lesen' meinst. Ein Werk der Weltliteratur? Ein Sachbuch? Ein wissenschaftliches Werk? Ja, es gibt viele Arten von Büchern. Es stimmt, ich stelle am Rande (bei meiner Nachhilfe in Mathe und Physik) auch oft fest, dass die Schüler die Romane und Novellen, die sie im Fach Deutsch behandeln, tatsächlich nicht lesen, sondern entweder nur Sekundärliteratur darüber (aber das ist ja dann immerhin auch 'ein Buch lesen', oder etwa nicht?), oder gar nur die Kurzvideos 'Sommers Weltliteratur' auf youtube (obwohl Herr Sommer selbst immer wieder nachdrücklich dazu auffordert, doch bitte auch die Werke selbst zu lesen!).
Es hängt aber auch von der Interessenlage des jeweiligen Schülers ab; manchmal haben mir Schüler schon voller Begeisterung von Werken, die sie im Deutschunterricht behandelt haben, erzählt.

Tschechov - 26.11.19    

Nun gut, genaue Statistiken habe ich jetzt nicht zur Hand, aber Lebenseindrücke zählen ja auch was, gell? Ich habe mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und hatte da von vielen meiner Mitschüler den Eindruck, daß sie nicht die Hellsten waren. Auch habe ich schon Arbeitskollegen gehabt, die das Abitur hatten, mir gegenüber jedoch freimütig bekannten, nie zu lesen,

Stellmacher - 26.11.19    

"Es wimmelt mittlerweile von Abiturienten, die nach Abschluß der Schule nie wieder ein Buch lesen."

Das kann ich bestätigen. Belletristik kommt sowieso nicht in Frage und Sachbücher werden mehr und mehr durch Erklärvideos ("Tutorials") ersetzt.
Was allerdings momentan zu boomen scheint, sind Zeitschriften zu Spezialthemen mit hohem Anteil an Bildern: An Bahnhofskiosken kann man das staunend bewundern.

Vabanque - 26.11.19    

Nun ja, Bücher zu medizinischen oder psychologischen Themen werden sich doch noch nicht so leicht durch Erklärvideos ersetzen lassen, Biografien auch nicht.

Vabanque - 26.11.19    

Ich bin viel mit S-, U-, und Straßenbahn unterwegs, und immer sehe ich Leute, die dicke Bücher lesen. Sogar im dichtesten Gedränge stehen sie da und konzentrieren sich auf ein Buch. Ich finde das beeindruckend. Natürlich sind es vielfach Thriller, die gelesen werden, aber auch Sachbücher und populärwissenschaftliche Werke. Habe Leute in der Bahn auch schon philosophische Werke lesen sehen. Auf jeden Fall wird immer noch Literatur jeder Art gelesen, wenn auch vielleicht nicht von einer wie auch immer gearteten 'Mehrheit'.

Vabanque - 26.11.19    

Und viele haben auch einen Ebook-Reader in der Hand und lesen darauf auch einen Roman. Doch, ich sehe viele Leute lesen, und ob die alle Abitur haben? Meine Schwester z.B. hat kein Abitur hat immer viel gelesen und tut es noch. Sie liest sowohl Belletristik wie auch Sachbücher über verschiedene Themen.

Stellmacher - 26.11.19    

Das beliebteste Buch in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist jedoch mit Abstand das "Gesichtsbuch".

toby84 - 26.11.19   +

Überwiegend habe ich in bus und bahn bücher und zeitschriften gelesen, es gab aber auch zeiten mit hörbuch.

Die gretchenfrage ist doch dieselbe wie bei der bildzeitung: was interpretiert ihr ins lesen oder nicht lesen von büchern hinein? Eine meinung hatten wir schon: wer keine bücher liest, verdient scheinbar kein abitur. Gibt es noch andere stimmen?

Jupp53 - 26.11.19    

@toby

Der Beitrag hat mir gefallen! Aber Vorsicht! Es könnte jemand geben, der den Humor nicht erkennt und dann geht die Post ab.

Famulus - 26.11.19   +

Was hilft alle Bildung, wenn es an der Herzensbildung mangelt. Da kann ein Volksschüler ohne weiteres im Einzelfall mehr vorweisen als die studierte Elite.

Jellycube - 26.11.19    

Sehr richtig, Famulus!

Tschechov - 27.11.19    

Nach langem Zögern muß ich mich Famulus anschließen und damit meinen eigenen Beitrag zumindest relativieren. Es gab ja schließlich auch gebildete SS-Männer, die Juden bei der Selektion zur Vergasung noch über Goethe und Schiller examinierten.

Turbohans - 28.11.19    

Ich habe Abitur, habe einen Beruf in dem ich arbeite. und ich lese BILD etwas online, und ich lese ständig Bücher. Bin ich nun gebildet?
Es wurden ja in diesem Thread schon Unterschiede gemacht.

Stellmacher - 17.01.20   +

https://www.tagesspiegel.de/kultur/buech..

"Eine Kollegin präsentierte der Redaktion unlängst ein selbst geschossenes Foto, auf dem im Bus der Linie M41 alle abgebildeten Fahrgäste lasen. Nein, nicht auf E-Book-Readern oder im Smartphone – in Büchern. Wissen Sie noch, was das ist? Diese Dinosaurier der Medienlandschaft, in denen schriftlich niedergelegte, sprachlich formulierte Gedanken auf Cellulose festgehalten sind...
Der krisengeplagte Buchmarkt meldete diese Woche, dass er das vergangene Jahr erstmals seit 2013 mit einem Umsatzplus abgeschlossen habe. Dabei stagniert der Anteil an E-Books bei fünf, sechs Prozent...
Ganz vielleicht ist die wiederaufkeimende Bücherfreude in Berlin auch einfach nur darauf zurückzuführen, das die Netzabdeckung in S- und U-Bahnen noch immer mangelhaft ist. Denn Papier ist geduldig, der gemeine Smartphone-Nutzer nicht."

toby84 - 17.01.20   +

Warum braucht man denn für ebooks eine gute internetverbindung in der bahn? Die lädt man vorher herunter, genauso wie man sich das buch oder die zeitschrift vorher besorgt. Das ebook kann man sich wenigstens tatsächlich in der bahn herunterladen, wenn man gerade netz hat. Ein buch kann man sich nicht in die bahn schicken lassen

Vati - 18.01.20    

Die Kommentierung hier ist von der ursprünglichen Fragestellung, warum die Bildzeitung gelesen wird in eine Diskussion über Bildung allgemein geglitten.Ich meine, es ist wie mit den Rauchern. Alle wissen wie gesundheitsschädlich es ist.
In die Tabakwaren werden von der profitierenden Industrie süchtigmachende Substanzen gemischt.
Bei der Bildzeitung ist es ähnlich.Es ist die Mischung aus giftiger Manipulation und gefälligem leicht konsumierbarem Stil.

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Vabanque - 11 hrs ago    

Ob man ebooks oder Bücher auf gedrucktem Papier bevorzugt, hat wohl nichts mit Bildung zu tun. Eher welche Bücher man liest. Aber mittlerweile gibt es ja vieles sowieso nur noch als ebook. Da ich aber nach wie vor gerne ein richtiges Buch in der Hand halte und aufschlage, muss ich mich da oft antiquarisch bedienen.
Generell denke ich, dass man mit Fachliteratur elektronisch nur schwer arbeiten kann, vielleicht ist das aber auch Gewohnheit.
Schachliteratur kann ich mir als ebook auch nur schwer vorstellen. Ich muss das Buch aufschlagen und daneben die Züge auf einem Schachbrett (das kann dann aber auch ein elektronisches sein) nachvollziehen können.
Ich fahre fast täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und sehe da immer auch Leute mit richtigen Büchern, wie auch mit ebook-Readern, während viele andere natürlich nur in ihr Smartphone gucken. Letzteres mache ich aber auch, weil mir auf einer U-Bahn- oder Straßenbahnfahrt die Konzentration auf einen Roman oder selbst auf einen Kurzgeschichtenband zu anstrengend ist.