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50-Züge-Regel

apfelschach - 01.12.18    

Moin zusammen,

habe da mal ne Frage.
In einer Partie nimmt mein Gegner partout kein Remis an.
Sind mittlerweile im 153. Zug und es ist kein Ende in Sicht.
Eigentlich gibt es doch die 50-Züge Regel, also 50 Züge ohne Bauern-Zug oder das eine Figur geschlagen wird.
Ein automatisches Remis wird hier nicht gegeben.

Hier mal der Link zur Partie: https://chessmail.de/game/c2f840e61de24a87

Was tun???

macmoldis - 01.12.18    

https://chessmail.de/pages/fiderules.html
5.2
e) Die Partie darf remis gegeben werden, falls die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge von jedem Spieler gemacht worden sind, ohne dass irgendein Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen worden wäre (siehe Artikel 9.3).

darf, muß aber nicht, wenn du einen Fehler machst mit deinem Läufer isser weg, und dein Matt nur eine Frage der Zeit ... sag deinem Gegner, dass du nicht die Absicht hast den Fehler zu machen oder frag mal beim Turnier- oder Clubleiter (als ordnende Hand) an, ob er ein gutes Wort für dich einlegt.

Tschechov - 01.12.18    

Das ist seltsam. Da zuletzt mit Zug 102 eine Figur geschlagen wurde (der letzte Bauer), müßte jetzt mit Zug 152 eigentlich die Remisregel greifen. Vielleicht ja mit dem nächsten, 153. Zug. Probier´s (wäre ja immerhin möglich, daß Remis nicht MIT dem fünfzigsten Zug, sondern NACH dem fünfzigsten Zug erreicht ist, der ohne Bauernbewegung und ohne Schlagen ausgeführt wurde), wenn´s immer noch nicht klappt, wende Dich an shaack. Mehr fällt mir da jetzt auch nicht ein.

macmoldis - 01.12.18    

obwohl bei 9.3. ist dann zu lesen ist
Ansprechpartner bleiben die selben, vielleicht noch shaack, der es beenden kann

keinstein - 01.12.18    

Kann mir bei dieser Gelegenheit bitte jemand den Unterschied zwischen der 50- und der 70- Züge-Regel erklären?

macmoldis - 01.12.18    

@Tschechow
ging das hier automatisch?
Stellungswiederholung ja, aber die 50 Züge?

Tschechov - 01.12.18    

@macmoldis:
Keine Ahnung, war gemutmaßt von mir, eine solche Partie habe ich noch nicht gespielt, wohl aber schon mehrere mit Zugwiederholung. Und hier greift die Remisregel tatsächlich automatisch, daher ging ich bei besagten 50 Zügen davon aus, daß das dann genauso wäre. Im Übrigen hast du tatsächlich eine Zweideutigkeit im Regelwerk aufgedeckt, denn zuerst heißt es, daß die Partie beendet werden KANN, später dann jedoch , daß sie beendet IST, falls 50 Züge "nichts passiert".

apfelschach - 01.12.18    

Vor allem geht es in dem Turnier um nichts mehr. Mein Gegner hätte mit dem remis das Turnier gewonnen.

keinstein - 01.12.18  

@apfelschach
Es könnte Sinn machen, in diesem Fall einfach aufzugeben!

pawnbroker - 01.12.18    

Ich glaube man unterscheidet wie folgt:
Ein Remis KANN sowohl bei dreimaliger Stellungswiederholung als auch bei der 50 Züge Regel gegeben werden. Voraussetzung ist, dass ein Spieler dieses Remis beantragt. Dann MUSS es gegeben werden.

Es wäre also falsch (so meine Interpretation), wenn auf Chessmail bei dreimaliger Stellungswiederholung automatisch Remis gegeben wird???

Das Recht Remis zu beantragen verfällt des Weiteren nicht, wenn man es nicht sofort in Anspruch nimmt.

pirc_ - 01.12.18    

Nun es stimmt, dass die 50 Züge-Regel nur auf Reklamation remis zu geben ist, also eine "Kann-Bestimmung", wobei in obiger Partie SF apfelschach ja reklamiert, also zwingend Remis gewertet werden müsste.
Allerdings gilt seit 2014 durch die FIDE die Bestimmung, dass sie auf jeden Fall nach 75 Zügen ohne Zug eines Bauern oder Schlagen einer Figur automatisch remis ist.
Vielleicht kann man dies hier implementieren.
LG pirc_

Tschechov - 01.12.18    

@pawnbroker: >>Es wäre also falsch (so meine Interpretation), wenn auf Chessmail bei dreimaliger Stellungswiederholung automatisch Remis gegeben wird??<< Vorausgesetzt, es stimmt, was Du schreibst, darfst Du ruhig "es ist also falsch" schreiben, denn in der Tat verhält es ich hier bei cm so. Wogegen ich allerdings gar nichts habe.

keinstein - 01.12.18    

Meine Erinnerung sagt mir, dass es eben 70 Züge nicht aber 75 Züge sind.

keinstein - 01.12.18    

Eine Schachpartie endet remis,

wenn dem am Zug befindlichen Spieler keine Zugmöglichkeit zur Verfügung steht, sein König sich jedoch nicht im Schach befindet (Patt)
wenn eine Stellung entstanden ist, in welcher keiner der Spieler den gegnerischen König mit irgendeiner Folge von regelgemäßen Zügen mattsetzen kann. Eine solche Stellung heißt „tote Stellung“. Zumeist hat hierbei keiner der beiden Spieler genug Figuren übrig, um den anderen Spieler mattsetzen zu können (z. B. König gegen König, König gegen König und Springer, König gegen König und Läufer). Es gibt auch Fälle, in denen etwa aufgrund einer verkeilten Bauernstruktur keiner der Spieler gewinnen kann.
wenn sich die beiden Spieler darauf einigen.
wenn 50 Züge lang weder ein Stein geschlagen noch ein Bauer bewegt wurde und der am Zuge befindliche Spieler daraufhin das Remis reklamiert.
wenn eine identische Stellung mit gleichen Zugmöglichkeiten und demselben Spieler am Zug mindestens zum dritten Mal auf dem Schachbrett entstanden ist oder sogleich entstehen wird und der am Zuge befindliche Spieler dies reklamiert. (Falls die Stellung durch seinen nächsten Zug entsteht, muss der reklamierende Spieler zuerst seinen Zug auf sein Partieformular schreiben und dem Schiedsrichter seine Absicht erklären, diesen Zug auszuführen.) Dies nennt sich dreifache Stellungswiederholung. Bekanntestes Beispiel ist das „ewige Schach“. Dabei gibt ein Spieler laufend Schachgebote, deren Wiederholung der Gegner nicht vermeiden kann.
wenn, analog zu den vorherigen zwei Regeln, in einer Partie 75 Züge lang kein Bauer gezogen noch eine Figur geschlagen wurde, oder fünfmal dieselbe Stellung entstanden ist. Hierbei handelt der Schiedsrichter von sich aus, ein Antrag eines Spielers ist dafür nicht notwendig (FIDE-Regel 9.6).
wenn einer der Spieler die Bedenkzeit überschreitet, sein Gegner jedoch nicht mehr genug Mattmaterial zur Verfügung hat, d. h. durch keine legale Zugfolge mehr gewinnen kann
wenn beide Spieler bei der letzten Zeitkontrolle ihre Bedenkzeit überschritten haben und nicht feststellbar ist, wessen Fallblättchen zuerst gefallen ist. (Moderne digitale Schachuhren zeigen in der Regel eindeutig an, welcher Spieler zuerst die Bedenkzeit überschritten hat. Bei analogen Schachuhren können dagegen beide Fallblättchen gefallen sein und es ist – falls kein Schiedsrichter als Augenzeuge die Uhr beobachtet – nachträglich nicht festzustellen, welches Fallblättchen zuerst gefallen ist.)
auf Antrag eines Spielers durch Entscheidung des Schiedsrichters, wenn in der Endphase einer Partie mit Turnierbedenkzeit (bei der alle verbleibenden Züge in einer begrenzten Zeit gemacht werden müssen) oder einer Schnellschachpartie der Gegner keine Gewinnversuche mehr unternimmt, sondern nur durch Zeitüberschreitung zu gewinnen versucht

pawnbroker - 02.12.18    

@ Tschechov

Anstatt falsch hätte ich "nicht regelkonform" schreiben sollen.

Letztendlich ist es egal nach welchen Regeln man spielt, solange sie allen bewusst sind. Es ist eine kleine, wohl unbedeutende Unschärfe, dass die Stellungswiederholung zum automatischen Remis führt. In der Regel sind sich ja beide Spieler der Stellungswiederholung bewusst. Ich hatte mal ein Spiel, in dem sich die Stellungswiederholung aus mehreren nicht aufeinander folgenden Zügen ergab, zumindest für mich nicht bewusst und somit war ich dann leicht überrascht.

Die Hoffnung auf den Sieg gibt man ja so leicht nicht auf :))

pawnbroker - 02.12.18    

@ keinstein

Um der peniblen juristischen Auslegung das Sahnehäubchen aufzusetzen, die Chessmail Regeln besagen, wir spielen nach den FIDE Regeln von 2005 also vor Einführung der 75 Zug Regel.

Tschechov - 02.12.18    

@pawnbroker

Mir spukt da so eine Geschichte im Kopf herum, daß Bobby Fischer es tatsächlich einmal versehentlich (!) zu dreifacher Stellungswiederholung kommen ließ und die bereits gewonnen geglaubte Partie mit Remis beendete. Frag mich aber nicht, welche Partie das war.
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