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A. Aljechin-A. Feld 1916 in Tarnapol Motiv: Ablenkung

Canal_Prins - 07.02.21    
Die Partien eines der Größten des Schachs sind auch 75 Jahre nach seinen Tod in Estoril, wo er mittellos an einen Herzinfarkt verstarb, unvergessen. Er war der einzige Weltmeister der seinen Titel mit ins Grab nahm.
Was zog weiß, was in auf die Siegerstraße brachte ?
Canal_Prins - 07.02.21    
Canal_Prins - jetzt

Die Partien eines der Größten des Schachs sind auch 75 Jahre nach seinen Tod in Estoril, wo er mittellos an einen Herzinfarkt verstarb, unvergessen. Er war der einzige Weltmeister der seinen Titel mit ins Grab nahm.
Was zog weiß, was ihn auf die Siegerstraße brachte ?
Vabanque - 07.02.21    
Vermutlich deswegen ohne Diagramm, da dies eine Blindpartie war :-)

Zur Erleichterung liefere ich dennoch mal eins, da mutmaßlich die folgende Stellung gemeint war:

Weiß am Zug
Canal_Prins - 07.02.21    
@ Vabanque

Danke....ich bekam sie einfach nicht hinein.

DANKE !!
Vabanque - 07.02.21    
Die Story dahinter ist ja, dass Aljechin im 2. Weltkrieg verwundet wurde (nicht schwer) und ins Lazarett kam. Da war ihm langweilig, und so spielte er gegen die andern Insassen Blindschach. Heraus kam u.a. die obige Partie, die er wegen der wirklich bemerkenswerten Schlusskombination in seinem Buch veröffentlichte. Der Name des Verlierers ist übrigens unterschiedlich überliefert, aber eigentlich ist es ja auch egal, wer es war :-)
Vabanque - 07.02.21    
Nachdem ich die Kombination kenne, rätsle ich natürlich nicht mit.

Ich frage mich jedoch, wie leicht oder schwer so etwas für jemanden von Aljechins Stärke zu sehen ist, und ich frage mich insbesondere, ob es für so jemanden einen großen Unterschied ausmacht, ob er das Brett sieht oder 'blind' spielt.
Canal_Prins - 08.02.21    
@ Vabanque

nach meinen Datenbanken war es der Deutsche A. Fendt. Aber wir mussten als 12- jährige Knirpse den besten Zug von ihm finden, was mir nicht gelang.

Uns wurden Partien von Tal, Bronstein, Aljechin, Portisch, Szabo (Ungarn) zwei Jugoslawischen GM, einen Tschechischen GM und Capablanca vorgelegt und mussten 3 Tage später den besten Zug im Verein erklären....war harte Arbeit.
Tschechov - 08.02.21    
@Vabanque: Das war doch wohl der Erste Weltkrieg.
Tschechov - 08.02.21    
Sorry, das war vielleicht etwas klugscheißerisch, das wirst du natürlich gewußt haben.
Alapin2 - 08.02.21    
... und die Stadt hieß damals TarnOpol, gehörte zu Österreich - Ungarn und war im 1.Weltkrieg stark umkämpft.
Aljechin war zumindest so verletzt, dass er bewegungsunfaehig im Bett lag, während er die Partie spielte.
In seiner Biographie (Hans Müller +Co) steht nichts weiter über eine Kriegsteilnahme (außer der Partie selbst und meinem obigen Satz), es gibt allerdings Vorkriegsphotos in Uniform. Sollte sein Blindgegner Feldt tatsächlich
Deutscher gewesen sein, würde das bedeuten, dass einer von beiden Kriegsgefangener sein musste. Glaube eher (reine Spekulation meinerseits), Herr Feldt gehörte einer deutschstaemmigen Minderheit im Zarenreich an.
( Baltikum, Russlanddeutsche oder so). Wie einer der beiden Generäle, die die Schlacht bei Tannenberg (oder war es die in Masuren?) 1914 versemmelt hatten.
Rennenkampff oder so ähnlich.
Wer weiß genaueres? ( Recherchegenie Oli vielleicht?
Vabanque - 08.02.21    
>>Tschechov - vor 2 Std.

@Vabanque: Das war doch wohl der Erste Weltkrieg.<<

Selbstverständlich!

Ich weiß auch, warum ich mich da vermutlich verschrieben habe: ich wollte ursprünglich noch einen Abschnitt darüber anfügen, dass Aljechin 1946 als Weltmeister starb, und schreiben, dass während des 2. Weltkriegs (diesmal wirklich!) keine WM-Kämpfe statt fanden. Andernfalls hätte es in seinem (stark verschlechterten) Gesundheitszustand durchaus sein können, dass ihn Keres, Reshevsky oder auch bereits Botwinnik in einem WM-Kampf besiegt hätten. Bis ca. 1940 war Aljechin wohl tatsächlich der weltbeste Spieler.
Vabanque - 08.02.21    
>>Sollte sein Blindgegner Feldt tatsächlich
Deutscher gewesen sein, würde das bedeuten, dass einer von beiden Kriegsgefangener sein musste. Glaube eher (reine Spekulation meinerseits), Herr Feldt gehörte einer deutschstaemmigen Minderheit im Zarenreich an.<<

Ich erinnere mich, mal etwas über Aljechins Blindgegner in dieser Partie gelesen zu haben, und der korrigierte Name hörte sich gar nicht mehr deutsch an. Dummerweise weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen habe und was da genau stand. Auch wenn für solche Infos die Angabe einer Quelle vielleicht nicht so essenziell ist, dass man für fehlende Quellenangabe gesperrt werden kann (wie shaack es vor geraumer Zeit mal angedroht hatte), wäre es in jedem Fall schon gut, wenn jemand - ob nun unser 'Recherchegenie' oder jemand anderes - eine Quelle auftreiben würde.
Saison - 08.02.21    
Nach dem Buch Schachgenie Aljechin von Müller/Pawelczak wurde die Partie 1916 in Tarnapol gespielt.
Der letzte Zug schwarz war c6c5.
Die Autoren halten stattdessen Sf8 für notwendig, um das folgende brillante Finale abzuwenden. Als Merkregel führen sie an: Verteidige deine Schwächen rechtzeitig!
Saison - 08.02.21    
Die unsterbliche Blindpartie nach dem Buch Aljechin gegen Schwartz London 1926. Eine über zehn Züge gehende Umwandlungskombination des Bauern. Wie gesagt: blind.
Vabanque - 08.02.21    
>>Die unsterbliche Blindpartie nach dem Buch Aljechin gegen Schwartz London 1926. Eine über zehn Züge gehende Umwandlungskombination des Bauern. Wie gesagt: blind.<<

Befindet sich seit mehr als 5 Jahren hier in den Kommentierten Spielen:

https://www.chessmail.de/forum/topic.html?key=23d1901322064067..
Vabanque - 08.02.21    
>>Nach dem Buch Schachgenie Aljechin von Müller/Pawelczak wurde die Partie 1916 in Tarnapol gespielt.
Der letzte Zug schwarz war c6c5.
Die Autoren halten stattdessen Sf8 für notwendig, um das folgende brillante Finale abzuwenden. Als Merkregel führen sie an: Verteidige deine Schwächen rechtzeitig!<<

Eine Binsenweisheit.
Saison - 08.02.21    
Danke für den Hinweis auf die kommentierte Partie. Die Merkregeln in dem Buch fast alle Binsenweisheiten, jedenfalls für erfahrene Spieler😜
Vabanque - 08.02.21    
Naja, das war halt so damals der Stil der Schachlehrbücher: Verkündung von Binsenweisheiten in oberlehrerhaftem Sprachduktus😐 Bei einem solchen Buch würde ich mich als Leser nicht ernst genommen fühlen.
Alapin2 - 08.02.21    
Leute! Die Stadt hieß damals TarnOpol! Gehörte zu Österreich - Ungarn, daher nix mit kyrillisch anderer Schreibweise!
Canal_Prins - 08.02.21    
@Alapin2

Ostfront (Erster Weltkrieg) – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfront_(Erster_Weltkrieg)

Nur zur Kenntnisnahme der Stadtbezeichnung.
Alapin2 - 08.02.21    
Canal-Prints : Danke, für den interessanten Link. Schaue ich mir morgen mit Vergnügen in Ruhe an. Bei flüchtiger Durchsicht sah ich in einem Kästchen unten rechts bei 1917 den Begriff "TarnOpol - Offensive".
Darum ging es ja eigentlich.
Alapin2 - 08.02.21    
Sorry, das t in Deinem Nick war wohl mein Rechtschreibprogramm.
Vabanque - 08.02.21    
Nachdem die Quellenlage betreffs der Situation, in der obige Partie gespielt wurde, sowieso obskur ist, sehe ich mehr Sinn darin, sich der Stellung zuzuwenden und etwas über die Schlusskombination zu schreiben.

Ich tue es wie schon oben gesagt deshalb nicht, da ich die Partie kenne.

Es hat mich aber dennoch gefreut, sie mal wieder zu sehen und die Schlusskombination vor meinem geistigen Auge Revue passieren zu lassen.

Die Kombination ist noch in einer anderen Hinsicht bemerkenswert und eigenartig. Opfer kommen meist als 'Einschlag' vor, doch das 'Opfer auf dem leeren Feld' hat in der Schachliteratur durchaus Seltenheitswert.
Vabanque - 08.02.21    
>>Alapin2 - vor 1 Min.

Sorry, das t in Deinem Nick war wohl mein Rechtschreibprogramm.<<

Merkwürdig, dass das Programm nicht noch gar daraus einen 'Prinz' machte ;-)
Alapin2 - 08.02.21    
Vabanque :Auch, wenn es hier natürlich um Schach geht, finde ich persönlich links zu historischen Ereignissen interessant. Beschäftigungstherapie in Corona Zeiten!