Chess problems

Kurioses aus der Schachgeschichte

StillSchweiger - 02.01.20   +

Tim Krabbé ist ein niederländischer Schriftsteller, Schachmeister und Schachkuriositätensammler. Seine Bücher sind mehrfach verfilmt und einige noch heute Lektüre an niederländischen Gymnasien.

In den Jahren 1967 bis 1972 gehörte Krabbé zur erweiterten Spitze des niederländischen Schachs und betätigte sich wiederholt als Schachkomponist, indem er Studien und Aufgaben komponierte, so auch die hier Folgende.

Tim Krabbé 1972

Weiß am Zug. Matt in 3 Zügen


Es gibt hier mehrere Lösungen. Diese Aufgabe war als Scherzaufgabe erdacht, zeigte aber Wirkung:
Die folgenden Diskussionen um den hauptsächlich beabsichtigten Lösungsweg hat die FIDE dazu bewogen, das Regelwerk zu zu konkretisieren.

Es geht um einen im frühen 20. Jahrhundert schon bekannten Zug (siehe Bonusaufgabe), der dann in Vergessenheit geriet und unter anderem durch diese Aufgabe wieder bekannt wurde. Diese Aufgabe hatte bei Entstehung also weitere Lösungsmöglichkeiten, die heute nicht mehr möglich sind.

Daher wird die Suche nach den Matt-Lösungen um ein Rätsel ergänzt:
-Wie heißt der Zug
-Wie wurde er notiert
-Welche Regel wurde geändert



Bonusaufgabe:
Gleiches Rätsel, gleiches Thema. Aber halt schon deutlich älter.

C. Staugaard
Skakbladet, 11/1907

Weiß am Zug
1907: Matt in 2
2020: Matt in 3

Vabanque - 02.01.20    

Die 2zügige Lösung der Bonusaufgabe ist klar:

Weiß wandelt in einen Turm, der sK schlägt auf c2 (einziger Zug), und Weiß rochiert mit dem frisch geborenen Turm (!!), macht mit seinem K also 2 Schritte auf den Te8 zu (d.h. der sK zieht nach e3), und der Te8 springt über ihn, kommt also auf e2 zu stehen und gibt Matt!

Vermutlich hat die FIDE später diese 'vertikale Rochade' ausgeschlossen? Nur warum? Um den Problemkomponisten ins Handwerk zu pfuschen, ihnen den Spaß zu verderben, ihre Phantasie zu beschneiden?

StillSchweiger - 02.01.20    

Bisher alles korrekt

Vabanque - 03.01.20    

Den Rest überlasse ich anderen :-) Die erste Aufgabe hat jedenfalls mehr Varianten als die zweite. Sehe das auch noch nicht alles so klar.

Alapin2 - 03.01.20    

Ohne Vabanques Vorarbeit wäre ich nie darauf gekommen !:
1) e7 nebst 2) e8 T und jeweils matt durch 0-0 , 0-0-0 oder,mit dem SK auf g2 oder b2 : 0-0-0-0-0 (oder wie schrieb man das ? )
Herrlich abgedreht und so schön historisch !

Alapin2 - 03.01.20    

Berichtigung : In meiner letzten Variante muß es heißen : Wenn der SK auf g2
oder C2 ! (nicht b2) steht...
Brauche wohl ne neue Brille !
Gruß,Alapin und nochmal Danke für die tolle Aufgabe

StillSchweiger - 03.01.20    

Alles korrekt.
Die Varianten bieten Matt durch kurze Rochade, lange Rochade oder die Pam-Krabbé-Rochade , die mit 0-0-0-0 notiert wird.

1. e7 droht 2. e8D+ und 3. De2#.
Die Varianten sind:
1. … gxf3 2. e8D+ Kd3 3. 0–0–0#
1. … d4 2. e8D+ Kxf3 (bzw. Kd3) 3. 0–0# (bzw. 0–0–0#)
1. … Kxf3 2. e8T! Kg2 3. 0-0-0-0#
1. … Kd3 2. e8T! Kc2 3. 0-0-0-0#