Sonstiges über Schach

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Tschechov - 01.05.21    
Wenn ich einen Zug gemacht habe, der meiner Meinung nach zwingend bis mit ziemlicher Sicherheit zu meinem Sieg führt, bin ich immer etwas enttäuscht, wenn mein Gegner sich erstmal ausloggt. Dabei kenne ich das von mir selbst nur zu gut. Man will die drohende oder gar nicht mehr aufzuhaltende Niederlage nicht wahrhaben, nimmt sich vor, in besserer Verfassung die Stellung noch mal zu analysieren. Irgendetwas muß doch noch gehen...
Interessanterweise geht es mir bei stärkeren Gegnern oft gerade umgekehrt. Loggt mein Kontrahent sich unmittelbar nach einem Zug von mir aus, denke ich: " Ha, das hat gesessen, den muß er erstmal verdauen!"
Kennt ihr das von euch auch?
JamesBond007 - 01.05.21    
Hallo,

Beim Nahschach, im Verein, kann man sich in solchen Fälle nicht ausloggen... Jedoch, hier, beim Fernschach scheint mir ein solches Verhalten völlig gerechtfertigt, insbesondere wenn sich eine Stellung stark verändert hat... Zudem hat mir der fachkundigste Experte hier auf Chessmail mal geraten, nicht mehr so spät am Abend online zu sein und noch Züge auszuführen... Er hat recht: die Müdigkeit ist unserer grösster Feind! Und aus einer anscheinend verloreen Stellung ist öfters noch etwas herauszuholen... Daher: erstmal darüber (gut) schlafen und sich die Sache nochmal näher anschauen...

Ausserdem folge ich Dr. E. Laskers Prezept:

"Ich spiele solange mein Gegner ein Fehler machen kann."

VG Marcel ~ alias JamesBond007
Tschechov - 01.05.21    
Ja, stimmt, Marcel, diese spätabendlichen Züge können einen in Teufels Küche bringen. Die ganz frühmorgendlichen aber auch.
JamesBond007 - 01.05.21    
@ Tschechov:

"[...] Die ganz frühmorgendlichen aber auch.":

Da hast natürlich wohl recht... :-) ;-)

VG Marcel
GuterVorsatz - 01.05.21    
JamesBond007 schreibt:

"Zudem hat mir der fachkundigste Experte hier auf Chessmail mal geraten, nicht mehr so spät am Abend online zu sein und noch Züge auszuführen..."

Wer das wohl sein mag?
JamesBond007 - 01.05.21    
@ GuterVorsatz:

Dies bleibt mein Geheimnis... Aber es unmöglich, wenn man eine gewisse Zeit bei Chessmail verbracht hat, diese Persönlichkeit nicht zu "kennen"...

VG Marcel ~ alias JamesBond007
timi - 01.05.21    
Zur Anfangsfrage noch eine viel banalere Meinung bzw. Erfahrung: Ich mache einen tollen oder nicht so tollen Zug und lese danach auf dem iPad noch rasch ein Mail. Kurz darauf ruft meine Frau zum Essen oder es ist sonst was los und ich schliesse das iPad. Und schon hat mein Gegner (hier Tschechov) möglicherweise das Gefühl, dass ich jetzt wegen seinem Zug (den er in der Zwischenzeit gemacht hat) offline gegangen sei.
Wobei ich natürlich auch das intensive Nachdenken nicht völlig ausschliessen würde...
Tschechov - 01.05.21    
timi, da hast du natürlich Recht. Es kann jederzeit auch so etwas der Grund sein.
japetus1962 - 02.05.21    
+1
online zu sein, heißt nicht, automatisch krampfhaft alle Partien bedienen zu müssen.

Am Abend, wenn ich müde bin, bemühe ich mich, die klar erkenntlichen Partien zu bedienen und die Partien in der heiklen Phase eben nicht (!) zu ziehen.
Das ist keine Unhöflichkeit, sondern es ist jammerschade, eine Partie zu versemmeln,
um so mehr, wenn man eh selber bereits im Nachteil ist.

Daher: bitte diesen Umstand nicht überbewerten. Wir spielen Fernschach.

Gruß Robert
macmoldis - 02.05.21    
noch andere Version, online-Anzeige sagt ja nicht, dass man vor dem Rechner sitzt

auf dem Bildschirm ist ein Spiel offen, durch Autoreload wird laufend online angezeigt

Gegner macht Zug, Autoreload ist weg, Anzeige sagt offline