Miscellaneous

Abwarten

attacca - 07.11.18    

Es gibt Stellungen, da fällt einem nichts mehr ein. Man sucht nach einem Zug und zieht eine Figur und hofft, die Partie damit nicht zu verderben. Würde ich Abwartezug nennen. Leider führen solche Züge hier und da zum Verlust. Kennt ihr dies auch?

toby84 - 07.11.18    

Ja, das kenne ich auch, und es sagt mir vor allem eines: dass ich die Stellung nicht verstehe! Hätte ich ein Gefühl für die Stellung, wüsste ich, was zu tun ist.

attacca - 07.11.18    

Also im Grunde planloses Spiel.

Hasenrat - 07.11.18    

Lasst mich raten: vor allem zwischen Zug Nr. 12 u. 16?^^

attacca - 07.11.18    

Kommt hin: zB B h 6 ode h3 oder T a 8 nach c 8 oder oder, wie gesagt hier und da der Anfang vom Ende.

Voyaman - 07.11.18    

Das machen auch die Weltbesten im Schach, das ist ganz normal...

Kellerdrache - 07.11.18    

Also wenn ein Abwartezug wirklich blos ein Abwartezug ist dürfte er eigentlich nicht zum Verlust führen. Man muss nur die potentiellen Kandidaten genauso prüfen wie jeden anderen Zug auch. Vor allem sich fragen "wie verändert sich die Stellung durch meinen Zug". Auch allseits beliebte Standart-Abwartezüge wie h3 (h6) sind ja nicht immer harmlos. Ich verweise hierzu auf die relativ moderne Partie Aronian-Kramnik (https://chessmail.de/forum/topic.html?ke.. ), in der weißes h3 zu einem heftigen Angriff des Schwarzen führte

attacca - 07.11.18    

Ja gerade Züge wie h3/6 können zum Aushebeln der Stellung führen. Also mit Vorsicht anwenden.

Vabanque - 07.11.18    

>>Voyaman - vor 6 Std.

Das machen auch die Weltbesten im Schach, das ist ganz normal..<<

Im Gegensatz zu uns wissen die aber (zumindest meistens), was sie da tun ;-)

>>attacca - vor 4 Std.

Ja gerade Züge wie h3/6 können zum Aushebeln der Stellung führen. Also mit Vorsicht anwenden.<<

Diese Züge bilden eine so genannte 'Angriffsmarke' für den gegnerischen g-Bauern, während Züge wie g3/g6 zu einer Angriffsmarke für den gegnerischen h- oder f-Bauern werden können.

Hasenrat - 07.11.18   +

Ich empfehle Sidesteps mit dem rochierten König. Das stürzt den Gegner auch ins Grübeln: was hat er vor? Wie will er umgruppieren? Aus der Rochadestellung heraus angreifen? Himmel, ja, ich seh es deutlich voraus! Er macht Platz erst für den Springer, hernach für den Turm, die Bauernwalze kommt ins Rollen ..., drei, vier Züge noch ... und ... o Gott, ich bin verloren!! Jetzt Ruhe bewahren! Vielleicht Remis anbieten? Ja, ja - noch hab ich Zeit dafür. Ganz unverbindlich, wie von ungefähr... und ich bin gerettet, ja ..., so könnt's klappen. Du kannst mich nicht foppen, Freundchen! - "Äh. Remis?"

toby84 - 08.11.18   +

Dein Gegner flüchtet ins Eck und du willigst gleich ins Remis ein? Klingt so, als wäre das Schachspiel für dich eher ein inneres Streitgespräch als ein äußerer Kampf ;)
In unserer nächsten Partie werde ich einfach nach jedem deiner Züge ein leicht überlegenes Lächeln aufsetzen, sich steigernd hin zu zur Schau gestellter Siegessicherheit. Da ist es dann egal, was ich ziehe, du würdest dich auch drei Züge vor meiner Niederlage noch geistig geschlagen geben. Und welche Moral können wir daraus ziehen?

Packst du ein Ziel energisch an,
lässt Zweifel nicht an dich heran,
stehst fest wie Fels im wilden Sturm,
selbst wenn am Brett fällt Turm um Turm,
liegt Sicherheit in deinem Blick
auch bei dem größten Missgeschick,
so wissen gegen deine Tat
selbst nicht die klügsten Hasen Rat :)

siramon - 08.11.18    

:-) ihr beiden!

Eudora - 08.11.18    

*Dem Gegner von Hasenrat ein Angstschweißtuch reicht*
:-)

Hasenrat - 08.11.18    

Ja, in mir ist richtig was los während einer Partie, eine Schwatzbude die große Ratsrunde ...

Aber dieses Vorgehen empfehlen ja auch Kindermann/Weizsäcker mit ihrem "kreativen Kreislauf", nicht?

Zuerst hat der Träumer, Idealist u. Visionär das Wort: es wäre traumhaft in fünf Zügen etwa so zu stehen, wenn ich dieses Feld da erst erobert habe, dann fluppt es.

Dann kommt der Skeptiker: das schaffst du nie, das hat bei der letzten Partie im gleichen System schon nicht funktioniert, guck mal, dein Gegner ist am Damenflügel viel schneller, und überhaupt, guck mal auf die Uhr ...

Zuletzt der Realist u. Rechner, der alle Möglichkeiten nüchtern abwägt ...

Bei mir geht letzterer meist im allg. Stimmengewirr unter ...^^

Jupp53 - 13.11.18    

@Hasenrat

Ist das Buch gemeint? https://www.amazon.de/K%C3%B6nigsplan-St..

Hasenrat - 13.11.18    

Ja.

Schlafabtausch - 14.11.18    

Man kann Abwartezüge gut nutzen, um einfach die Position leicht zu verbessern, ohne einen konkreten Angriff oder so damit zu verfgolgen. Habe ich keinen Konkreten Angriffsplan und will im Grunde die Stellung garnicht verändern, und habe einen Grtais Zug (also einen Zug bei welchem ich frei wählen kann...was meist nicht der Fall ist bzw. der Gegner garnicht zulassen sollte) muss ich halt versuchen die am schlechtesten stehende Figur auf ein besseres Feld zu stellen. Wahrscheinlich sthet keine oder kaum eine Figur Perfekt, wenn ich also Zeit habe können solche Abwartezüge prima dafür verwendet werden. Nur dazu braucht es Positionsverständnis, mit Taktik kommt man da nicht weiter.

Nur wie gesagt: Eigentlich dürften solche Gratiszüge garnicht vorkommen: Entweder der Gegner schafft ne Situation, die mich zu zwingt, zumindest aus einigen wenigen Alternativen aus zu wählen, wenn ich nicht sofort verlieren will, oder ich Mache direkt mit jedem Zug druck um meinen Gegner eben in diese Situation zu bringen, auch dann gibt es meist nur wenige Alternativen für mich den Druck aufrecht zu halten...dass es Züge sind die praktsich "egal" sind kommen zwar immer wieder vor, aber sollten eigetnlich nicht sein. Wie gesagt, sowas kann man dann prima verwenden um einfach mal die Stellung zu verbesssern.

Vabanque - 14.11.18    

In offenen Stellungen wird es diese 'Gratiszüge' tatsächlich kaum je geben, in geschlossenen Positionen dagegen sind sie sogar recht häufig.

Schlafabtausch - 14.11.18    

Da muss ich Vabanque recht geben...in geschlossenen Spielen kommt es schleichend zu eher langsam Zug für Zug dem gegner die Luft abdrehen bzw. die Schlinge etwas enger ziehen, da kommt es ja garnicht zu spektakulären Angriffen. Es sei denn Überfallartig, wenn man es schafft die Stellung im Richtigen Moment auf zu reissen und die darin gespeicherte Statische Energie für einen Blitzangriff zu nutzen. Aber eben auch um an solchen geschlossenen Stellungen zu sägen ist ein Abwartezug dann gut, wobei das per definition dann garkein Abwartezug mehr ist, da man ja damit ein Ziel verfolgt, ist also eher ein Angriff in Superzeitlupe...

Advertisement

Schlafabtausch - 14.11.18    

Zumal man mit "Abwartezügen" den Gegner auch schön zermürben kann, der dann seinerseits wieder in Zugzwang ist.

This post can no longer be commented