Anpassung Rating System

shaack, 1/46, 31. Jul '26

shaack
Wir hatten ja vor ein paar Jahren die für die Wertung relevante Wertungszahl von Spielende auf Spielanfang gesetzt, da Spiele taktisch verzögert wurden, um bessere Wertungsresultate zu bekommen (Ein Spiel, bei dem man auf Verlust stand, wurde zuerst beendet). Die Wertungszahl vom Anfang des Spiels zu nehmen hat aber den Nachteil, dass Spieler mit einer niedrigen Wertungszahl viele Spiele starten können und dann raketenartig nach oben katapultiert werden.

  • Wertung zu Ende des Spiels: Fair bei der Wertungszahl, fördert aber taktische Verzögerung
  • Wertung mit den Zahlen zu Anfang des Spiels: Keine taktische Verzögerung möglich, aber problematisch bei kurzer Neulings-Periode.

Jetzt die Idee: was wenn wir für die Wertung die höhere von beiden Zahlen nehmen, also max(Starwertung, Endwertung)? Der ICCF macht das wohl im Detail so. Damit hätten wir die Vorteile aus beiden Systemen und beide Nachteile behoben.

toby84, 3/46, 31. Jul '26

das lässt sich so einfach nicht beanworten, denn das kommt auf die exakte konstellation an, in der du eine reihe an spielen gewinnst und/oder verlierst. man kann aber wohl mit zuversicht sagen, dass das kaum einen unterschied machen wird.

shaack, 4/46, 31. Jul '26

Wenn alle 10 Spiele gegen 1700er mit der Wertung von 1900 gestartet wurden, ist das alte und das neue System exakt gleich, da aktuell die Startwertung zählt und diese auch der Maximalwert bleibt.

toby84, 5/46, 31. Jul '26

wenn zum beispiel das erste gewonnen und das zweite auf zeit verloren wird, stimmt das doch nicht?

aber die unterschiede wären so oder so sehr gering. wirklich ins gewicht fällt das wie oben von shaack bereits geschrieben nur, wenn man wirklich viele spiele gleichzeitig startet. im vergleich dazu hat die taktische verzögerung auch keinen allzu großen effekt.

shaack, 6/46, 31. Jul '26

So war aber nicht die Fragestellung von @NightTrain

toby84, 7/46, 31. Jul '26

ok, sehe ich ein. da habe ich mehr reingelesen, als drin stand.

NightTrain, 8/46, 31. Jul '26

Sorry, habe wieder einen offensichtlich dummen Kommentar ins Forum geschrieben.

Vabanque, 10/46, 31. Jul '26

Nun hat @NightTrain leider seinen obigen Kommentar gelöscht, so dass alles, was sich darauf bezieht, jetzt nicht mehr nachvollziehbar ist☹

Vabanque, 11/46, 31. Jul '26

>>Jetzt die Idee: was wenn wir für die Wertung die höhere von beiden Zahlen nehmen, also max(Starwertung, Endwertung)? Der ICCF macht das wohl im Detail so. Damit hätten wir die Vorteile aus beiden Systemen und beide Nachteile behoben.<<

Finde ich gut👍

Teddy, 12/46, 01. Aug '26

Hallo Schachfreund_innen,

unser Schachchef schreibt im Forum immer, dass das manipulieren der eigenen wertungszahl nur sehr kurzfristig möglich ist und das hat schon viele Debatten über Dies und Jenes zu einem raschen Ende gebracht ;-)

Hier z.B. wird vorgeschlagen zum Ende eines Spieles zu entscheiden, welcher Wert zur Punkteberechnung herangezogen wird. Ich möchte nicht sagen, dass dies grundsätzlich unmöglich ist, aber im ursprünglichen Vorschlag steht z.B. nicht drin, wessen Wertungszahlen das entscheiden würden. M.E. müsste der Einfluss der beiden Schachfreund_innen gewichtet werden und da frage ich mich, wonach diese Gewichtung stattfinden würde.

Vor Allem aber würden wir ein einfaches eineindeutiges leichtverständliches Wertungssystem zu Gunsten eines komplexen - möglicherweise undurchschaubaren - aufgeben.

Per Aspera

Teddy

P.S.
Aufruf an die Mathe-Freaks unter uns:
Nehmen wir an, ein Spieler S mit der Wertungszahl X=1500 startet 30 Partien, ohne dazwischen eine Partie zu beenden.
Seine Spiel-Partner_innen haben ihrerseits Wertungszahlen zwischen X -100 und X +100.
Nehmen wir an, dass alle 30 Partien gestartet werden, ohne dass dazwischen etwas anderes passiert.
Nehmen wir weiter an, dass zu einem Zeitpunkt T alle Partien entscheidungsreif sind und dass S jede Partie entweder sofort gewinnen kann oder aufgibt.
Wie beziffert sich denn dann die Manipulationsmöglichkeit? Also welche Punktzahl erhält er bei bester Reihenfolge und schlechtester Reihenfolge?

Vermutlich muss Mensch das numerisch nähern, jedenfalls fällt mir keine Formel ein, die nur annähernd in die richtige Richtung geht. Aber mich hat auch noch nie interessiert, warum 1+1 10 ist. Das ist einfach so ;-)

toby84, 13/46, 01. Aug '26

es ist ja nicht schwer zu verstehen, wie man hier rechnen muss. aber das bei 30 partien selbst einzugeben ist ganz schön aufwändig, deshalb gebe ich das einfach der KI.

ich rechne die ersten 10 spiele mit K-wert 40, danach 20. die zufälliige auslosung der gegner-wertungen hat für ganz schöne verzerrungen gesorgt, deshalb habe ich hier statt dessen auch 1500 genommen.

fall 1: raketenstart - der 1500er spieler gewinnt sämtliche spiele
nach bisherigem system: neue elo 1900
nach neu geplantem system: 1764


fall 2: extremes pech bei ausgeglichener bilanz: erst 15 gewinnen, dann 15 verlieren
nach bisherigem system: neue elo weiterhin 1500
nach neu geplantem system: 1435

macmoldis, 14/46, 01. Aug '26

Gedanke? Start- und Ende-Wertung?
funktioniert das irgendwie die Punktedifferenz in die Formel zu bringen und aus der Start- und Ende-Differenz der Mittelwert zur endgültigen Berechnung genommen wird?

oder eben zweimal berechnen, einmal Wertungsberechnung bei Start und einmal Wertungsberechnung bei Spielende und daraus irgendwie einen Mittelwert errechnen, der dann gilt?

Natürlich stellt sich dann erst am Ende des Spiels raus, wie auch bei o.g. Idee, um wieviel Punkte eigentlich gespielt wird?

Akagi, 15/46, 01. Aug '26

Ich denke, alles sollte so bleiben wie es ist 😊

toby84, 16/46, 01. Aug '26

Damit wir bald wieder jemanden mit mehr als 3000 punkten haben, der dann massiv angefeindet wird?

TscheierDeluxe, 17/46, 02. Aug '26

Das hatten wir doch jetzt die ganze Zeit gar nicht oder?
Mein Beitrag geht vielleicht etwas am Thema vorbei.
Aber ich denke durch die neuliche Veränderung vom D-Wert werden sich die ELO Zahlen sowieso ausdehnen bei Chessmail, wenn auch über einen längeren Zeitraum.

Die Ränge 1-2 wie sie von Shaack erschaffen wurden, haben jetzt die passende Formel dazu um erreicht zu werden.

Im klassischen Schach gehen ELO Wertungen auch bis 2700-2800. Auf Lichess ebenfalls, auf chess.com sogar noch höher.

Die 2500+ werden bei Chessmail wieder fallen.

Von meiner Logik her müssten alle Top Ränge anziehen, die mittleren Ränge sollten sich nur wenig verändern und die niedrigsten werden dann etwas nach unten gezogen.

toby84, 18/46, 02. Aug '26

Das hatten wir doch jetzt die ganze Zeit gar nicht oder?

das ist ein satz, mit dem programmierer immer irgendwann schlechte erfahrungen machen 😉 die sonderfälle treten halt doch irgendwann ein, und dann hat man den salat. wie man in diesem fall bereits gesehen hat. die von shaack vorgeschlagene und vom ICCF bereits angewandte regelung finde ich plausibel.

Oli1970, 19/46, 02. Aug '26

Ich habe nun auch versucht, mich mithilfe einer KI (naja, zwei KI’en) schlau zu machen und gebe die Quintessenz mit eigenen Worten wieder:

ICCF verwendet Glicko, daher ist der Max-Wert nur ein Teil der Problemlösung, da dort noch die Abweichung bzw. Unsicherheit der Spielstärke (Rating Deviation) einfließt. Zusätzlich modelliert das ICCF-System die Drei-Ergebnis-Wahrscheinlichkeiten (Sieg, Remis, Niederlage) separat und passt die Remis-Erwartung dynamisch an das Elo-Niveau der beteiligten Spieler an. Fernschach-typisch (Enginespiel) ist die Remisquote höher als Over-the-Board bzw. ohne Enginenutzung. ICCF-Glicko wirkt dadurch eher deflationär.

ICCF verwendet aus Sicht des Spielers zur Berechnung der Wertungszahl immer dessen Startwert, sowie max(Start, Ende) des Gegners. Aus Sicht des Gegners spiegelbildlich. Anders als bei Elo entsprechen die gewonnenen Punkte von Spieler A nicht zwingend den verlorenen Punkten von Spieler B.

Überträgt man diesen max()-Mechanismus (und damit nur einen Baustein aus der relativ komplexen ICCF-Glicko-Berechnung) direkt in die klassische Elo-Formel, entsteht ein mathematisches Problem: Es liegt kein Nullsummenspiel mehr vor. Dadurch kann es langfristig zur Erzeugung zusätzlicher Wertungspunkte und damit zu einer Inflation kommen. Da unser Spielbetrieb voraussichtlich deutlich weniger remislastig ist als im Fernschach, dürfte dieser Effekt eher verstärkt als abgeschwächt werden.

Die KI schlägt vor, zur Lösung einen Korrekturfaktor zur Normierung der Punkte bzw. der Erwartungswerte hinzuzufügen: C = 1 / (E‘A + E‘B) und mit C die Erwartungswerte zu korrigieren: EA = E‘A x C und EB = E‘B x C. Somit ergibt EA + EB = 1 .

Nachteile des Systems und der Normierung:
  • Je stärker der Max-Mechanismus wirkt, desto stärker arbeitet die Normierung dagegen.
  • Die Berechnung mit Korrekturwert ist Neuland, es gibt keine Langzeiterfahrung.
  • Punkteerwartung kann zu Beginn der Partie nicht konkret beziffert werden.

Aus mathematischer Sicht würde die KI die Verfahren so bewerten:
1. Beide Startwerte (klassisches Elo): höchste Konsistenz und Stabilität, allerdings ohne Berücksichtigung von Ratingänderungen während der Partie.
2. Beide Endwerte: ebenfalls Nullsumme und konsistent, aber mit einer problematischen Rückkopplung zwischen Ratingberechnung und den daraus resultierenden Endratings.
3. Max()+Normierung: interessante Idee, weil sie den ICCF-Gedanken teilweise übernimmt und gleichzeitig die Nullsummeneigenschaft wiederherstellt. Allerdings handelt es sich um ein neues, bislang nicht etabliertes Verfahren. Seine Langzeiteigenschaften (Inflation, Deflation, Konvergenz und Verteilung der Ratings) sind unklar.

Teddy, 20/46, 03. Aug '26

Hallo Schachfreund_innen,

ich habe noch nicht verstanden, warum wir das aktuelle Wertungsschema überhaupt ändern wollen.

Gut! "Das war schon immer so." ist keine gute Begründung, um etwas nicht zu hinterfragen.
Aber etwas zu ändern, nur um etwas geändert zu haben, ist ebenso kritisch zu betrachten.

Per Aspera

Teddy

toby84, 21/46, 03. Aug '26

toby84
@Teddy das steht doch im eröffnungspost. wir hatten hier schon einen spieler, der über 3000 punkte erreicht hat, weil er direkt nach der anmeldung einen schachmarathon mit zahlreichen partien gestartet hat. das gab nur ärger.

@Oli1970 da wird definitiv eine deflation entstehen, weil den spielern systematisch punkte entzogen werden. aber eine gewisse deflation hat man ja sowieso auch durch ander effekte im system. im prinzip ändert sich durch eine etwas stärkere deflation nichts. an irgendeinem punkt gibt es ein gleichgewicht, der wird sich durch deflation nur nach unten verschieben. das ist für den nutzen des wertungssystems unerheblich.

Oli1970, 22/46, 03. Aug '26

@toby84 - bitte oben nochmal lesen: Im ICCF-Glicko entsteht eine Deflation aufgrund der Remislastigkeit im Fernschach, der dort durch verschiedene Mechanismen entgegen gesteuert wird. Bei chessmails Elo wird voraussichtlich eine Inflation entstehen, die unkompensiert bleibt.

Es gab genau ein Negativbeispiel. Wenn jemand das System in dieser Weise ausnutzt, muss er mit Unmut rechnen. Es wurde repariert, die Wogen sind geglättet. Momentan ist das Berechnungsschema völlig transparent, die Gewinn-/Verlustpunkte sind zu Beginn der Partie klar und darstellbar. Ich sehe es wie @Teddy und @Akagi - für mich ist (noch) kein Grund, etwas ändern zu müssen, erkennbar.

Übrigens ist aus dem Eingangspost nicht erkennbar, ob generell max(), also auch anstelle des Startwerts des Spielers, genutzt wird.

Ich wollte nur die genannten Aspekte reinbringen. Ich bin kein Mathematiker, kann die Auswirkungen nicht in Gänze durchblicken; sie sind mir auch ziemlich egal, ich brauche keine Wertungszahl. Aber ich nehme mal an, dass es Gründe gibt, warum etablierte Systeme so sind, wie sie sind. Und schon schreibe ich (mal wieder) mehr als ich wollte. Muss an mir arbeiten.

toby84, 23/46, 03. Aug '26

ich ändere meine meinung: da gibt es weder deflation noch inflation, weil sich das zwischen gewinner und verlierer gegenseitig aufhebt. nach einer diskussion habe ich die KI davon überzeugt, dass ich recht habe 😄

"Es gab genau ein Negativbeispiel. Wenn jemand das System in dieser Weise ausnutzt, muss er mit Unmut rechnen."

genau hier sehe ich das problem. wenn jemand einfach viele spiele spielen will und sich deshalb im großen stil einladen lässt, ist das dann ein "ausnutzen des systems"? es wurde gegen keine regeln verstoßen. die anfeindungen am schluss gab es trotzdem in erheblichem maße. nur, weil das system den sonderfall offensichtlich nicht korrekt gehändelt hat. ich halte es schon für sinnvoll, für solche fälle ein sauberes handling einzubauen.

Teddy, 24/46, 04. Aug '26

Hallo toby84 und Alle,

also ich habe den Eingangspost nochmal gelesen. Da steht nix über 3000 Punkte drin. Falls das in einem anderen Thread war, der mir entgangen ist, bitte ich um einen Hinweis oder um die Wiederholung der Fakten hier in diesem thread.

Für den Moment bleibt es dabei, dass keine Fakten auf dem Tisch liegen, außer dass es da mal jemanden gegeben haben soll, dessen Punkteanzahl zwischenzeitlich mal auffällig war und diese sich mittlerweile nach dem bestehenden System wieder regeneriert hat.

Und sorry :-)
Dass irgendwer mal wegen irgendwaas angefeindet wurde, ist für mich ein schwaches Argument.
Denkt doch mal an die ganzen Leute, die erst Stunden lang vor den Fertiggerichten stehen und dann vom Kühlregal aus "Zweite Kasse Bitte!" brüllen und sich gar nicht erst anstellen sondern gleich bis zur unbesetzten Kasse durchrauschen und dort dann rumpöbeln, dass das ja wohl unmöglich wäre ...

Per Aspera

Teddy

toby84, 25/46, 04. Aug '26

toby84
"Dass irgendwer mal wegen irgendwaas angefeindet wurde, ist für mich ein schwaches Argument."

das ist nicht der punkt. das ist nur die auswirkung. das aktuelle system ist nicht darauf ausgelegt, dass jemand früh parallel viele partien startet, verboten ist das aber nicht. das ist der punkt. und dieser punkt wird durch ein einladungslimit auch nur abgemildert. dass die zugrundeliegende berechnungsmethode raketenaufstiege im prinzip beinhaltet, ist schon nicht optimal.

btw:
"och, da wurde doch erst ein einziges mal jemand aus meiem system gemobbt, weil es diesen sonderfall nicht sauber gehändelt hat, da lasse ich das handling einfach unsauber" ist das wirklich schwache argument.

Teddy, 26/46, 05. Aug '26

Hallo Schachfreund_innen,

dannn rechne ich eben doch mal:
Also Mensch kann beim aktuellen Wertungssystem maximal 20 Punkte pro Partie gewinnen.

Und zwar immer dann, wenn er eine partie gegen jemanden gewinnt, der mindestens 400 Wertungspunkte über ihm steht.

Um auf diese Weise diese 400 Punkte Differenz aufzuholen, muss er 20 Partien gegen einen solchen Gegner gewinnen.


Ich spiele natürlich nicht auf einem Niveau, dass mir eine eigene Einschätzung der Spitze hier auf CM, in meinem Heimatverein oder gar in der Welt erlaubt, aber ich bin mir dennoch sicher, dass 20 Siege in Folge gegenüber jemandem bedeuten, dass ich deutlich stärker spiele, als dieser Jemand.

Dann denken wir uns jetzt mal jemanden aus:
  • X wird gemäß der geltenden Regelung mit einer Wertung von 2000 hier eingestuft.
  • Weil er ein Bisschen was vor hat, beginnt er erst einmal 25 Partien, mit Leuten, die mindestens 2400 Punkte haben.
  • Diese 25 Partien gewinnt er am Stück.

Danach hat er 2500 Punkte, was aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt ist, weil wer 25 2400er hintereinander schlägt, ohne dazwischen eine partie zu verlieren, der spielt vermutlich stärker, als 2400 erwarten ließe.

Jetzt stehen hier allerdings 3000 Punkte und mehr im Raum. Bleiben wir mahl bei den eingeführten Zahlen.

Um von 2000 auf 3000 zu kommen, braucht er also 50 Siege am Stück gegen 2400er.

Diese Schach-Freund_in ist also nicht nur ein Bisschen besser als ein 2400er, sondern um Längen besser. Ob es unbedingt 3000 sind entzieht sich meiner Beurteilung.

Aber was passiert denn jetzt?

Fall a:
X verlässt CM wieder. Wir als gesamtheit der CMler_innen haben sich als zu schwach für X erwiesen. Klar! Das mag die Spitzen-Spieler_innen hier ein Bisschen am Ego kratzen, mir kann das egal sein, weil ich werde dort oben im Leben nicht hinkommen. Und unser Spitzenfeld wird sich auch wieder erholen, schließlich verschwindet X mitsamt seinen 3000 Punkten ja nach ein paar Monaten wieder aus der Sichtbaren Wertung.

Fall B:
X bleibt hier, obwohl sie wirklich so stark ist, wie die ersten 50 Partien vermuten lassen. Nagut, dann vernascht sie regelmäßig unser bisheriges Spitzenfeld bei Turnieren zum Frühstück, so wie es mir regelmäßig auch bei Turnieren geht *Schulter zuck*. Vielleicht lockt sie auf diese Weise weitere starke Spieler_Innen auf CM, das wäre gut für uns Alle ;-)

Fall c:
X ist in Wahrheit überhaupt nicht so stark, sondern nur durch Ausnutzung unseres nur zu 99,99999% perfekten Wertungssystem dort hingeraten. Dann wird er in weiterer Folge reichlich Partien verlieren und reichlich Punkte und Federn lassen.

Da ist also jemand, der erst aus dem Nichts auf 3000 schießt und danach nur noch Partien verliert. Ich denke nicht, dass wir uns vor so jemandem absichern müssen. Das geht dann schon langsam in den Bereich, wo jemand eine Engine benutz, ohne das zuzugeben.

Klar, mir mit meinen geringen Schachkenntnissen ist das egal, hier gibt es hinreichend Leute, die mich mit oder ohne Hilfsmitteln vom Brett putzen, als wäre ich ein blutiger Anfänger. Und es ist schon klar, dass das Leuten, die sich hier zurecht zur Spitze zählen nicht so leicht fällt; Aber als Menschen / Schachfreunde sind wir hier doch alle irgendwie gleich und warum wir ein bewährtes System umstellen sollen, weil in einem Sonderfall einer Spezialkonstellation am Rande des Gültigkeitsbereiches mal eine vorübergehende Unannehmlichkeit für ein paar Wenige entsteht, mag mir nicht recht einleuchten.

Im Übrigen liegen hier noch immer keine Fakten auf dem Tisch, die eine Änderung rechtfertigen. Und das ist schließlich der Vorteil des Status Quo: Er braucht keine Rechtfertigung.

Es wären also mindestens mal folgende Fragen zu klären:
  • Um wehn geht es im Beispiel?
  • Was weißt darauf hin, dass er diese Taktik bewusst angewandt hat?
  • Was deutet darauf hin, dass seine Spielstärke in Wahrheit nicht der so erreichten Wertungszahl entspricht?
  • Was spricht dafür, dass die vorhandenen Selbstheilungskräfte des aktuellen wertungssystems nicht ausreichend sind, um das abzufedrn?

Das erste und das letzte fragt tatsächlich nach Fakten und diese wären auch nennbar.
Bei den mittleren beiden Fragen wäre ich auch mit vernünftigen Indizien zufrieden.

Aber bloße Sofisterei wird wohl in keinem Falle nicht reichen.

Per Aspera

Teddy

toby84, 27/46, 05. Aug '26

toby84
X ist in Wahrheit überhaupt nicht so stark, sondern nur durch Ausnutzung unseres nur zu 99,99999% perfekten Wertungssystem dort hingeraten. Dann wird er in weiterer Folge reichlich Partien verlieren und reichlich Punkte und Federn lassen.

1. zu viele neuner. hier sind nur ein paar tausend spieler unterwegs, nicht zig millionen.
2. er hat nicht so viele partien gestartet, dass er über 2500 kam, sondern dass er auf einen schlag über 3000 kam. anders geht das gar nicht, weil man danach nicht mehr genug punkte gewinnen kann. er hat sich einfach extrem oft einladen lassen.
3. klar war er nicht so stark, schätzungsweise eher so um die 2000. und er hat nicht alles gewonnen, aber er hat durch das system ja 0 punkte verloren bei einer niederlage gegen einen starken spieler.


Da ist also jemand, der erst aus dem Nichts auf 3000 schießt und danach nur noch Partien verliert. Ich denke nicht, dass wir uns vor so jemandem absichern müssen. Das geht dann schon langsam in den Bereich, wo jemand eine Engine benutz, ohne das zuzugeben.

wie gesagt, keine engine nötig. aber genau dieser vorwurf kam plötzlich von sehr vielen seiten, und das ganz zu unrecht, weil das zugrundeliegende problem ganz eindeutig die berechnungsgrundlage war. mit programmspiel kommt man nicht annähernd so weit, nicht mal mit gott-modus und 100% perfektion käme man auf 3000, weil das rein rechnerisch gar nicht möglich ist, wenn die berechnungsgrundlage nicht so wäre, wie sie ist. wir wissen, dass an der chessmail-spitze zumindest einzelne spieler mit programm spielen, das ist nicht per se verboten, solange es nicht in turnieren passiert.

Was spricht dafür, dass die vorhandenen Selbstheilungskräfte des aktuellen wertungssystems nicht ausreichend sind, um das abzufedrn?

was willst du denn da abfedern? die 3000 ist doch eine völlig sinnlose zahl, was will der nutzer denn damit anfangen? das dauert ja jahre, bis die spielstärke wieder in den normalen bereich zurückgerutscht ist (wenn er nicht direkt wieder einen spielemarathon hinlegen will), und so lange ist sie völlig unbrauchbar. genauso wie die rangliste, die gesprengt ist, bis die punkte wieder abgegeben sind. ganz zu schweigen von den ganzen hatern, die sich sicher sind, dass sowas natürlich nur mit cheating geht.

Teddy, 28/46, 06. Aug '26

HI toby84,

da ohnehin nur noch wir beide schreiben und Du mir trotz wiederholter Nachfrage nicht sagen kannst oder willst, über wen oder was wir hier eigentlich reden, hat die Debatte keinen sinn mehr.

Ich würde sagen: "Unentschieden" ;-)

Falls Dir zufällig noch ein paar Fakten einfallen: Du weißt, wo du mich findest.

Ansonsten: have a nice day!

Ad Astra

Teddy

toby84, 29/46, 06. Aug '26

den namen weiß ich nicht mehr. sicherlich erinnern sich andere, aber die scheinen auch nicht antworten zu wollen. willst du die alten forenthreads zum thema durchlesen? dann müsste uns jemand mit dem namen helfen.

Alapin2, 30/46, 06. Aug '26

"Love with Bitcoin" hatte mal fast 3500.

toby84, 31/46, 06. Aug '26

oh er ist sogar noch angemeldet auf chessmail. da hat er aber ein dickes fell bei den damaligen anfeindungen ^^ und offensichtlich kein problem mit seiner nutzlosen wertungszahl, die gerade eine talfahrt macht.

/~LoveWithBitcoin

schach2018, 32/46, 06. Aug '26

Ich kann mich allerdings noch sehr gut daran erinnern, was für einen Hype LoveWithBitcoin hier ausgelöst hat! 😄

Chessmail war zu der Zeit im Fieber! ^^

aspire5, 34/46, 06. Aug '26

Der hat heute sogar seinen eigenen kleinen Club: **Bitcoin and Friends**,
aber das weicht hier vom Thema ab...........

Teddy, 35/46, 06. Aug '26

Halllo Schachfreund_innen,

danke Alapin2 für das erste Fakt in dieser Debatte :-)

Ich stelle fest:
  • Wertung = 2341
  • Das war vor 10 Sekunden Platz 2
  • 15 Partien in diesem Jahr - teilweise gewonnen, teilweise verloren
  • 1147 beendete Spiele seit März 23

Wennn das der Fall ist, auf den sich die ganze Debatte stützt, dann kann ich nur feststellen, dass unser aktuelles System funktioniert.

Per Aspera

Teddy

toby84, 36/46, 06. Aug '26

toby84
Wennn das der Fall ist, auf den sich die ganze Debatte stützt, dann kann ich nur feststellen, dass unser aktuelles System funktioniert.

wenn also der nächste 3500er spieler um die ecke kommt, sagen wir einfach: kein problem, das system funktioniert? wir scheinen deutlich unterschiedliche vorstellungen davon zu haben, was "funktionieren" bedeutet. ich widerspreche dir explizit: ein system, das dazu führt, dass einzelne spieler 3500 punkte erreichen, funktioniert nicht.

erweitert: man sieht am graphen übrigens auch sehr anschaulich, wie lange der fehler die elo kaputtgemacht hat. es sind jetzt genau 3 jahre (!), seit loveWithBitcoin über 3500 punkte hatte, und er ist noch immer nicht in einem bereich angekommen, der seine spielstärke halbwegs repräsentiert.

interessanterweise hat er seit ca einem monat keine partie mehr gespielt 🤔

Alapin2, 37/46, 06. Aug '26

...ich fand das damals sehr witzig !🤣
Glaube mich zu erinnern, daß das garkeine Absicht von bitcoin war...Der hatte einfach Lust 150 Partien gleichzeitig zu spielen.
Ich kam nur wieder auf den Namen, weil eine "schlaflose" Schachfreundin sich damals freute, daß da auch nachts jemand online war und schnell geantwortet hat.
Brauchte nur in ihre alten Partien zu gucken 😜.
...gutes Werk von bitcoin !👏😄...
Klar, daß damals alle Punktegeier (nicht böse gemeint !) angefressen waren...es gab aber bestimmt noch mehr Leute außer mir + der Freundin, die hier mal was Besonderes erleben durften...😜
P.S.: Zitat shaack : "CM,entspannt Schach spielen!"
P.P.S.: Wäre doch eigentlich was fürs Guinnessbuch gewesen, oder ?🤔

brauna, 38/46, 06. Aug '26

Gute Idee 💡: ein cm-Guiness book.
Da gehört der bitcoin da rein , und bspw. auch der GodOfChess.
Vielleicht doch schlechte Idee, weil Leute dann verrückteste Sachen versuchen um selber da reinzukommen

japetus1962, 39/46, 06. Aug '26

Auch ich habe als Einladender an dem Experiment teil genommen, war tierisch spannend. Aber es ging überhaupt nicht darum etwas auszuhebeln oder zu missbrauchen, sondern die Anzahl der Partien kurzfristig zu maximieren.
Löst euch vom Rating und dessen nachgelagerten Erfolgszwang hin zum Spielen mit Freude.
So long Robert

toby84, 40/46, 06. Aug '26

abgesehen von Teddy, der diese vermutung in den raum gestellt hat, hat niemand in diesem thread behauptet, dass loveWithBitcoins das gemacht hat, um etwas auszuhebeln oder zu missbrauchen.

irgendwie kommen wir immer wieder vom kern des themas ab: es geht nicht um cheating, es geht nicht mal um den fall loveWithBitcoin, der war nur das resultat der problematik. die problematik ist, dass ein ratingsystem, dass einen spieler in ein paar wochen vom neuling zum 3500-punkte-spieler katapultiert, offensichtlich nicht optimal sein kann. ich finde es schon irritierend, dass das niemanden stört, nur weil die fälle nicht sichtbar sind. was denkt ihr denn, was heute passiert, wenn jemand direkt am anfang 30 spiele startet? denkt ihr, dass sich derselbe effekt dann nicht auswirkt? oder ist es euch einfach wurscht, solange ihr es nur nicht mitbekommt? und ich betone nochmal explizit: auch dann geht es nicht um missbrauch, sondern darum, dass so ein system inhärent unplausibel ist. shaack bietet selbst an, das zu korrigieren, und kein schwein interessiert sich dafür.

Alapin2, 41/46, 06. Aug '26

toby : ...kein Schwein interessiert sich dafür !?...
"Oink,oink ", bin vielleicht das Erste, das sich meldet...,gibt hier sicherlich noch mehr.
Behaupte mal, daß 90% der CM-ler auch zu der Rotte gehören !🐷🐷🐷

toby84, 44/46, 06. Aug '26

na endlich trauen sich mal ein paar schweine hervor! 🐷

schach2018, 46/46, 06. Aug '26

Ich schließe mich an!
Anstelle 🐷 nehme ich 🐗.