Als Eröffnungsbücher, die Pläne erläutern und nicht nur Zugfolgen geben, kommen vielleicht die „Geheimnisse moderner Schacheröffnungen“ von John Watson in Betracht. Oder die „Chess Openings Essentials“. Sind jeweils mehrteilige Reihen, ob es letztere auf deutsch gibt, weiß ich nicht. Natürlich können diese Reihen als Allrounder nicht bis in die hinterletzten Varianten und Details gehen, decken aber wohl alles Wichtige ab. Watson ist (vielleicht) umfangreicher, die englischen Essentials kommen vielleicht schneller auf den Punkt. Die Dinger zu lesen ist ein halbes Lebenswerk, nachvollziehen und sich merken reicht dann für die zwei weitere Hälften ...
Interessant ist sicher „Chess Structures“ von Mauricio Flores Rios, der sich dem Thema über die verschiedenen Bauernstrukturen nähert. Sieht sehr interessant aus, könnte wertvoller sein, als unzählige Eröffnungsvarianten. Er beschreibt die Bauernstrukturen, die aus Eröffnungen entstehen und leitet daraus die dahinter steckenden Pläne beider Parteien ab. Dazu gibt es dann Partiebeispiele, die zeigen sollen, wie die Pläne umgesetzt werden.
Mir gefallen die Bücher von Jeremy Silman wegen seines lockeren Stils. Hier wäre es „Schach mit neuem Schwung“, die Übersetzung von „How to Reassess Your Chess“. Von ihm gibt es auch „Silmans Endspielkurs“. Er schreibt lange nicht so trocken wie viele andere Autoren. Ersteres steht bei mir im Schrank und wird gerne mal gegriffen.
Immer wieder genannt werden auch die Bücher von John Nunn. So beschreibt er in „Schach verstehen Zug um Zug“ ein paar seiner Spiele und die dahinter liegenden Denkprozesse. Letztlich also kommentierte Partien, die den geneigten Hobbyisten auf ein höheres Niveau bringen sollen. Die Zeit und Geduld, mich dadurch zu fuchsen, habe ich nicht.
Zu einem Statement, was die Qualität meiner Nennungen angeht, reicht es bei mir nicht. Aber so ganz schlecht wird‘s schon nicht sein. Silman mag ich ganz einfach und empfehle deshalb den Blick darauf, und Flores Rios steht nach einer Leseprobe auf meinem Wunschzettel.