Ich finde, Vabanque und shaack bringen es auf den Punkt.
Die Analyse ist so gut, dass ich sie hier nochmal zitiere respektive zusammenfasse:
"Engine-Spieler spielen auf chessmail zunächst gegen menschliche Spieler, gewinnen da (fast) alles und erreichen relativ schnell eine Wertung von über 2100 oder gar 2200. In diesem Punktebereich geraten sie aber mehr und mehr an andere Engine-Spieler, was den Effekt hat, dass die meisten Partien Remis ausgehen und sich die Wertung nicht mehr wesentlich erhöht. Deswegen bleiben die meisten Engine-Spieler dann bei 2200-2300 stehen. Wer zusätzlich zu den Engines noch Schachverständnis einsetzt oder besonders gute Hard- oder Software hat oder die Maschinchen tage- und nächtelang laufen lässt, überschreitet vielleicht irgendwann die 2400, wenn auch nur knapp.
Anders wäre vermutlich die Situation, wenn auf chessmail IMs und GMs spielen würden, die eine menschliche Spielstärke von 2400 und darüber haben. Diese würden dann gegen menschliche Spieler mit 2000-2100 gewinnen, bekämen damit eine deutlich höhere Wertung als letztere, aber die Engine-Spieler würden gegen die GMs immer noch locker gewinnen, so dass die Wertung der Engine-Spieler höher wäre als es momentan der Fall ist.
Ich bin nicht sicher, aber ich vermute, dass es bei chessmail kaum (bis evtl. gar nicht) menschliche Spieler gibt, die auch nur in der Nähe von 2300 DWZ sind. Und wenn es sie gibt, dann erreichen sie wegen der Engine-Konkurrenz hier auch nur 2100-2200.
Übrigens halte ich es nach meiner Erfahrung für ziemlich absurd, im Bereich von 1850 chessmail-Punkten Engine-Spieler verorten zu wollen. Vielleicht ist der eine oder andere Spieler dabei, der ab und zu mal einen einzelnen Zug mit Engine findet (was sowieso niemals nachzuweisen ist). Auch Spieler, die erst 10-20 absolvierte Spiele bei chessmail haben und deren Wertungszahl damit noch weit von einer Aussagekraft entfernt sind, könnte man hier einbeziehen.
Aber normalerweise ist gerade eine Wertungszahl von 1850 (bei sagen wir mindestens 50 absolvierten Spielen) für mich der beste Beweis, dass ich gegen einen Menschen spiele, und zwar gegen einen ausgesprochenen Durchschnittsspieler, also einen, der sehr wohl Schach spielen kann, der aber genauso meilenweit vom Anfänger- wie auch vom Meisterniveau entfernt ist."
Ergänzung shaack:
"Fernschach bedeutet Fernschach. Das Wort ist aus zwei Wörtern zusammengebaut. Schach und Fern. Da steht nichts von Engine. Ich selbst spiele Fernschach und immer ohne Engine. Wer will, der soll halt wie er will. Es ist ja so, dass 95% der Spieler/innen hier Fernschach ohne Engine spielen wollen."
Ach ja, und als Ergänzung von mir noch: Ein Blick auf die jeweilige Wertungskurve ist meist sehr aussagekräftig, falls der Spieler lang genug dabei ist: Sieht sie aus wie eine "Fieberkurve" mit vielen Zacken rauf und runter, kannst du dort die max. und min. Range des Spielers ziemlich deutlich sehen. (ab > 2.100/2.200 Punkte bewegen wir uns m.E. im engine-Bereich, wie Vabanque weiter oben ausgeführt hat).
Hat die Wertungskurve starken Ausbruch nach oben....nun ja, neuerdings verwendet er wohl eine engine :-)